Spirituelle IBANETIK-Texte


"Nicht Bewusstheit heilt, sondern erzeugende ICH-Bewusstheit. Denn:

Erzeugung geht vor Wahrheit."

(Carsten Rachow) 


Oh Gott, wie lange habe ich gegrübelt über Form und Inhalte dieses Bereiches, den ich "spirituelle IBANETIK-Texte" nenne. Ich könnte problemlos tausende von Seiten schreiben, doch wem wäre damit geholfen? Ich könnte für die "Zielgruppe" der Kranken und Leidenden schreiben, könnte mich aber auch mehr auf die Philosophen und Denker ausrichten, könnte meinen Texten einen "wissenschaftlich-objektiven" Touch geben, könnte sie aber auch einfach Inspiration oder Offenbarung nennen - oh Gott, so viele Möglichkeiten!

 

Meine Schwierigkeiten haben natürlich zu tun mit "der Qual der Wahl" - nur dass diese "Wahl" keinen Akt des Auswählens aus verschiedenen schon vorhandenen Varianten beschreibt, sondern einen höchst schöpferischen Akt der "Erzeugung" spezieller Formen und Inhalte aus einem geistigen "Raum" heraus, der schier unendlich viele Vor-Varianten beinhaltet. Die "Qual" des bewussten Wesens liegt nun darin, genau zu wissen, dass es einige Varianten aktiv erschaffen kann - und tausend andere dadurch zugleich nicht erschafft oder aktualisiert.

 

Schon hier also möchte ich Sie auf die "erzeugende Natur" des Menschen aufmerksam machen und demonstriere diese Natur durch mein eigenes Beispiel. Alle Texte, die Sie hier lesen können, sind von mir erzeugt, konstruiert, schöpferisch geformt - und deshalb können sie in keinem Falle "objektiv wahr" sein. Stattdessen sind sie "mehr" - und dieses "mehr" bleibt uns solange verborgen, wie wir an die Existenz subjektunabhängiger oder "objektiver" Wahrheiten glauben und uns um "richtiges Erkennen" bemühen, also um "objektive Wahrnehmungen". Je mehr wir das jedoch tun, desto mehr bleibt unsere erzeugende Natur im Dunkeln - wir sind so bemüht, "richtig wahrzunehmen", dass wir unsere eigenen erzeugenden Aktivitäten dabei nicht bemerken.

 

Ich will Ihnen ein hübsches Beispiel nennen: Viele spirituelle Botschaften teilen menschliche Emotionen oder Gefühle ein in "gute" und "schlechte" Gefühle, in positive und negative Schwingungen, nennen manche Gefühle "Störungen" und andere "wahre Seinszustände". Das alles in einer Sprache, die den Eindruck vermitteln will, hier würden "höhere Wahrheiten" ausgesprochen oder "objektive Wahrnehmungen" geschildert werden. Was diese Sprecher oder Schreiber NICHT sagen, was sie entweder absichtlich verschweigen oder was ihnen unbewusst bleibt, ist ihre eigene schöpferische Aktivität: Eine bestimmte Emotion ist nicht deshalb eine "Störung", weil sie es ist, sondern weil dieses erzeugende Wesen diese Bedeutung erzeugt - und genau diesen schöpferischen Akt dann versteckt hinter Formulierungen von Objektivität, höherer Wahrheit oder reiner Wahrnehmung.

 

Wer also etwa in der Heiler-Szene sagt: "Bewusstheit heilt", der sollte schnell ergänzen, welchen Aspekt der Bewusstheit er meint: den wahrnehmenden oder den erzeugenden? Die meisten Redner meinen den wahrnehmenden Aspekt von Bewusstheit - und suggerieren damit, dass es eine "heilende Bewusstheit" geben könne, die direkt abhängig sei von der Art unserer Wahrnehmung. Ergo existieren auch eine Fülle spiritueller Pfade oder meditativer Übungen, die sich alle mit der "Reinheit der Wahrnehmung" befassen. Begriffe wie "Achtsamkeit" oder "fokussierte Aufmerksamkeit" oder "reines Gewahrsein" haben spirituelle Hochkonjunktur. Die heilende Botschaft lautet dann etwa so: "Reinige deine Wahrnehmung von diesen und jenen Glaubenssätzen, insbesondere den negativen, lasse dich nicht stören durch Emotionen, erlange eine erweiterte, eine höhere Bewusstheit, erkenne dadurch die Welt, wie sie ist, und heile dich selbst durch zunehmende Erkenntnis."

 

Doch wenn wir erzeugende Wesen sind, dann könnten auch solche Botschaften "Erzeugnisse" sein, nicht wahr? Also Botschaften, die von erzeugenden Wesen erstens erzeugt, zweitens geglaubt und drittens ausgedrückt wurden - und damit wären sie alles andere als "wahrgenommen", als "reine Erkenntnis", als "höhere Wahrheiten". Sie wären geistige Konstrukte, wundervolle Werke des schöpferischen Wesens (welches SICH SELBST leider nicht bemerkt in seiner schöpferischen Aktivität) und insofern wären diese Botschaften auch keine subjektfreien Wahrheiten, sondern ganz im Gegenteil: Sie wären aktualisierte Ausformungen oder Erzeugnisse dieses Wesens - gewissermaßen der für uns sichtbare SELBST-Ausdruck des Wesen.

 

Würde dieses aktive Wesen SICH SELBST in seine Botschaften integrieren, dann müsste es allerdings eine andere Sprache wählen, eine "Ich-Sprache". Dann müsste es sagen: "Hey, seht her, was ich gerade erzeuge und woran ich fest glaube ..." - Ich werde genau dies immer wieder tun. Ich werde immer wieder sagen: "Dies ist, was ich erzeuge ...", so, wie ich das eingangs schon tat, als ich von meiner erzeugenden Qual der Wahl berichtete.

 

Vielleicht also ist es gar nicht "Bewusstheit, die heilt", wenn damit der wahrnehmende Aspekt von Bewusstheit gemeint ist. Vielleicht ist es "erzeugende Bewusstheit, die heilt" - also derjenige Aspekt, der so oft verschwiegen und versteckt wird hinter wissenschaftlicher Sprache, hinter objektiver Wahrheit und höheren Wahrnehmungen. Sätze wie: "Was du sagst, ist ja nicht objektiv, sondern nur subjektiv ..." dienen heute ja immer noch der Diskreditierung von Sichtweisen und damit der Durchsetzung von Herrschaft, Macht und Wissen. Dabei sind es gerade diejenigen, die sich selbst eine "objektive Sicht" bescheinigen, die ein wenig blind sind für das eigene schöpferische Wesen.

 

Alle Bewertungen und alle Bedeutungen sind Konstruktionen, sind Erzeugnisse eines schöpferischen, fühlenden, wahrnehmenden und erzeugenden Wesens. Was das eine Wesen als "störende Emotion" beurteilt, beurteilt und bewertet ein anderes Wesen als hilfreiche Kraft. Das schöpferische Wesen ist fähig, Wut, Ärger und Angst als eine Störung seines göttlichen Wesens zu konstruieren - aber auch als sinnvolle Erzeugnisse des eigenen Selbstausdrucks in bestimmten Kontexten und Momenten.

 

"Erzeugung geht vor Wahrheit" und "erzeugende Bewusstheit heilt" - in diesen scheinbar harmlosen Sätzen schlummern große, verändernde Kräfte. Ich habe diese Sätze erzeugt, weil sie mir als spirituelle Verdichtungen und Konzentrate für eine Fülle von geistig-seelischen Phänomenen dienen sollen, als verständliche Merksätze, deren inhaltliche Fülle sich erst dann allmählich entfalten wird, wenn man diese Sätze überprüft hat.

 

Dann aber kann es passieren, dass Sie sich selbst und die Welt um Sie herum mit ganz anderen Augen wahrnehmen, in diesem Falle mit "erzeugenden Augen". Dann kann es sein, dass Sie durch BEWUSSTE erzeugende Akte Krankheiten heilen und das irdische Leben spürbar verbessern können - und was dann jeweils "besser" ist, das wird Ihr eigenes Geschöpf sein, eine geistig-seelische Erzeugung aus den Tiefen Ihres einzigartigen Wesens heraus, von Ihnen geformt, geglaubt und solange lebendig gehalten, bis Sie ein neues Erzeugnis erschaffen.

 

Welche Weite, welche Freiheit, welche Schöpferkraft?!