... auf Hierarchie und Gottes Universen


"Vielen Menschen glauben an eine mehrstufige göttliche Hierarchie. Aufgestiegene Meister, höhere Wesen, Devas, Halbgötter, Engel - überall wird Hierarchie gerufen. Doch diese gibt es nicht unabhängig vom eigenen Geist. Ich glaube, es gibt nur eine "Stufe", eine ontologische Differenz, und alles, was nicht die Gottheit selbst ist, steht völlig gleichrangig und -wertig nebeneinander in einer großen Einheit der liebenden Vielfalt." (ICH)

 

Hierarchie - das Erzeugnis des Geistes, nicht des Wesens.

Tausende Jahre lang blickten Menschen "nach oben" und suchten die versteckte Ordnung im Kósmos. Priester, Prediger und Weise unterstützten sie dabei. Überall dachten und denken Menschen, es gäbe etwas Höheres - als sie selbst. Etwas Wertvolleres, etwas Heiligeres - als sie selbst. Und sie irrten nicht ...

 

Denn die Quelle ist höher, größer, wertvoller, heiliger usw. als jedes ihrer Erzeugnisse. Brahman, Gott, Allah - das Höhere, das noch Sinnvollere, existiert. Doch aus dieser intuitiven Ahnung heraus erschufen denkende Menschen einen ganzen "Christbaum" von hierarchischen Stufen - und die gibt es nirgendwo außer im eigenen erzeugenden Geist. Wie ich das wissen kann? Oh, das ist einfach: Nenne mir ein einziges stabiles, unverrückbares Kriterium für "höher" (und ergo für "niedriger") - und ich werde schweigen.

 

Alle möglichen Kriterien, die hier üblicherweise genannt werden wie Weisheit, Gutheit, Selbstlosigkeit, Tugend, Bewusstheit, Mitgefühl, Gottesnähe usw. sind ohne jede Ausnahme die subjektiven Erzeugnisse(!) von suchenden, wertenden und ordnenden Menschen. Damit qualifiziere ich all diese Kriterien nicht als schlecht oder falsch oder nicht-objektiv oder nur-subjektiv ab - tatsächlich halte ich alle Kriterien für gut, richtig, objektiv oder subjektiv oder alles zusammen. Doch sie alle sind BEDINGTE Kriterien - und das bricht, um es etwas brachialer zu sagen, allen konstruierten Hierarchien das Genick.

 

"Bedingt" sind solche Kriterien oder Maßstäbe oder Orientierungen oder Konstrukte nicht nur relativ zueinander (worüber die meisten Menschen dann schön streiten können), bedingt sind sie, weil sie Erzeugnisse sind. Die Bedingung all dieser Kriterien ist der Erzeuger dieser Kriterien. Noch einmal: Nenne mir ein einziges stabiles, unverrückbares Kriterium für "höher" und "niedriger" - und ich werde schweigen. In den Wissenschaften, die sich heute intensiver mit Hierarchie, Ordnung und Struktur befassen - also etwa Strukturalismus, Psychologie, Evolutionstheorie und Systemtheorie - wird als Ordnungskriterium oft genannt die "holistische Kapazität". Gemeint ist: In jeder Hierarchie wird das, was auf einer bestimmten Stufe ein Ganzes ist, auf der nächsten Stufe Teil eines größeren Ganzen usw. So sei der Kósmos nicht nur horizontal vernetzt und verwoben ("Alles hängt mit Allem zusammen."), sondern beinhalte auch eine "vertikale" Ordnung, eine "Tiefenstruktur", eine Schichtung nach der holistischen Kapazität. Das Problem ist natürlich, dass das Merkmal der holistischen Kapazität selbst ein geistiges Erzeugnis ist: Ein Forscher versucht, mit einem selbsterzeugten Kriterium die unsichtbare Ordnung in der Welt zu erfassen. Legt er diese Schablone dann auf die Welt, wird er finden, was er selbst konstruierte: Teile und Ganzheiten ("Holons"), mithin Vertikalität, Ordnung und Hierarchie.

 

Wir können dieses geistige Spiel gerne miteinander spielen - doch wir sollten uns dabei bewusst sein, dass wir Teil derjenigen Ganzheit sind, die wir ordnen wollen. Dies bedeutet: Je nach "Standort" des Kartographen innerhalb dieser Ganzheit wird er andere Ganzheiten, Teile und Ordnungen "sehen". Die erzeugende Perspektive des Forschers kann nicht getrennt werden von dem Kósmos, der betrachtet wird. Erzeugt nun diese Perspektive ein Ordnungsmerkmal ("holistische Kapazität"), so kann dieses Merkmal hilfreich oder weniger hilfreich sein - doch es ist und bleibt stets und überall ein erzeugtes Merkmal. Wenn wir dies beachten, wird klar, warum jede Hierarchie, die "gefunden" wird, tatsächlich nicht gefunden, sondern konstruiert wird. Und dies bedeutet: Es existiert keine Hierarchie, keine vertikale Ordnung, keine Schichtung - ausgenommen dann, wenn wir beginnen, ordnen und schichten zu wollen.

 

Wenn du mir kein stabiles, unverrückbares Kriterium nennen kannst, dann ziehe die einzige Konsequenz daraus, die man dann ziehen muss: Es existiert kein solches Kriterium. Ergo sind alle von Menschen konstruierten Hierarchien - ob im Diesseits oder im Jenseits - ohne jede ontologische oder existenzielle Relevanz UNABHÄNGIG vom Erzeuger. Sie mögen plausibel klingen, einer inneren Logik folgen, poetisch oder mystisch schmecken, mit institutioneller Macht oder ohne verkündet werden, von vielen Gläubigen oder niemandem geteilt werden - all das spielt keine Rolle mehr, wenn individuelle Erzeugung gesehen und als tiefere Bedingung angenommen werden kann ("Erzeugung geht vor erzeugter Wahrheit").

 

Ich will dir andeuten, was passieren wird, wenn du deinen Körper verlässt: Glaubst du an himmlische oder geistige Hierarchien, wirst du sie erleben - gemäß deiner eigenen erzeugenden Akte wird dir geschehen. Ein unfassbarer Akt der Liebe: Der Himmel, so würden wir hier sagen, "holt dich dort ab, wo du geistig stehst". Wer an Jesus glaubt, wird ihn bekommen; wer Allah erwartet, wird ihn sehen. (Dies ist der tiefere Grund dafür, dass noch nie einem meditierenden Buddhisten Jesus Christus oder Maria erschienen ist und - umgekehrt - noch nie ein Christ von Begegnungen mit der Götterwelt des Buddhismus' berichtete.) Doch all dies geschieht nur so lange, bis du bereit bist für neue Wahrnehmungen und neue Einsichten. Also dann, wenn du die formierende Kraft deiner eigenen geistigen Erzeugungen endlich bemerkt hast (die irdische Version davon lautet: wenn du deine unbewussten Projektionen erkannt hast).

 

Die "12": Das Eine und die zueinander gleichen Ungleichen

Wir konstruieren hier auf Erden unsere Hierarchien, und da wir geistige Erzeuger sind, tun wir dies auch unter anderen Seinsbedingungen - bis wir dies bemerken. Wir erfahren hier auf Erden die direkten Folgen konstruierter Hierarchien - genau so werden wir im Himmel erfahren ("Du erntest, was du gesät hast"). Doch sobald diese geistigen Phänomene als erzeugte, als ko-kreierte, als mit-konstruierte Phänomene erkannt werden, werden sie verblassen und nur noch eine relativierte Rolle in deiner Wesenheit spielen. Es sei denn, von nun an erzeugst du deine geistigen Formen BEWUSSTER, mit Freude, aus Lust am kreativen Erkunden und um absichtsvoll gemeinsam mit vielen anderen Wesenheiten bestimmte Ziele zu verwirklichen (wozu dann auch gehören könnte, für andere Wesen deren noch unbewusste Erzeugnisse zu spiegeln und sie darstellen zu helfen.)

 

Wollte ich diesen Hinweis ins politisch Soziale oder ins heilerisch Therapeutische transferieren, würde ich sagen: Erzeuge bewusst hierarchische Strukturen nur mit dem Ziel einer hierarchiefreien Gemeinschaft (also als Mittel zum Zweck) - was erst dann irdische Realität werden wird, wenn hinreichend viele Individuen in sich selbst eine hierarchiefreie Bewusstheit stabil leben können.

 

Da außerhalb des eigenen erzeugenden Geistes kein unbedingtes, stabiles, nicht-relatives Kriterium für hierarchische Rangordnungen existiert, kann leicht und einfach die mögliche Sicht der EINEN erzeugenden Ur-Quelle AUF ALLE ERZEUGNISSE analogisch abgeleitet werden: Die transzendierende Ur-Quelle sieht nirgendwo Hierarchie zwischen den relativen Erzeugnissen. (Das irdische Pendant dazu heißt: "Liebe ohne Ansehen der Person"). Sie sieht lediglich eine einzige Differenz oder Stufung: die "ontische" Differenz zwischen SICH SELBST und ihren Erzeugnissen. In ähnlicher Weise sieht jeder Mensch eine "ontische" Differenz zwischen sich und etwa seinen Gedanken: Er erkennt, dass er selbst die Quelle und die Gedanken seine Erzeugnisse sind, also beide nicht identisch sein können ("ICH erzeuge Gedanken, bin aber nicht meine Gedanken").

 

Und alle eigenen Erzeugnisse sind gleichwertig und gleichrangig. Symbolisieren möchte ich dies mit der Zahl "12": Die Eins stehe für das EINE (Quelle, Gott, Brahman), die Zwei für die VIELEN (oder Anderen, Verschiedenen, Erzeugnisse). Die Beziehung zwischen Eins und Zwei ist eine hierarchische: Es gibt einen Unterschied des Wertes, des Ranges zwischen beiden Ziffern, denn die eine steht für die erzeugende Quelle ("1") und die andere ("2") für die erzeugten Erzeugnisse - und beide sind niemals identisch (ontologische Differenz). Ähnlich oder selbstähnlich ja, identisch nein. Noch einmal: Zwischen Eins und Zwei existiert Hierarchie, aber nicht "innerhalb" der Zwei, die für die Fülle und Vielfalt, also für Ungleichheit steht (ohne Ungleichheit keine Vielfalt). Dort, in der Zwei, sind alle relativen Erzeugnisse hierarchisch zueinander vollkommen gleichwertig symbolisiert - und ihre jeweilige individuelle Form spielt dabei überhaupt keine Rolle. Denn wo würde die Liebe Unterschiede des Wertes oder des Ranges machen wollen? Wo? Bei wem? Mit welchem Kriterium?

 

Glaube bloß nicht, du seist ein erleuchteteres, höheres, heiligeres Wesen als irgendeine Amöbe, Ameise oder ein anderer Mensch. Wer so denkt, wer tatsächlich in sich oder irgendeinem Menschen einen "hohen" Menschen erkennt (was sofort impliziert, dass es irgendwo auch einen "niedrigen" Menschen geben muss), der ist nicht dort, wo ICH bin. Der ist noch immer Gefangener seiner eigenen Konstrukte, Glaubensvorstellungen und unbewussten Einstufungen. Wie ein Vater nur zum Vater durch den Sohn und der Sohn nur zum Sohn durch den Vater werden kann - sich beide also völlig gleichwertig ko-konstruieren -, so kann auch eine Lehrerin nur durch ihre Schüler eine Lehrerin sein und der Schüler nur durch seine Lehrerin ein Schüler sein. Wer von beiden steht nun als Wesen höher? Nenne mir ein stabiles, unverrückbares, nicht-relatives Kriterium für "höher" - und ich schweige.

 

Da hilft auch nicht der Verweis auf eventuelle "höhere" geistige Wesenheiten, die hier nicht mehr inkarniert sind, aber irgendwie die Dinge hier beeinflussen. Auch sie - deren Existenz ich nicht bestreite - sind in keinster Weise ranghöher oder heiliger oder wertvoller VOR DEM AUGE der göttlichen Ur-Quelle (vor dem menschlichen Auge sind sie es, doch genau dies IST DIE KONSTRUKTION). Sie tun einfach gemäß ihrer Erfahrungen andere "Jobs", lax formuliert, als wir hier. Manche dieser Wesenheiten waren noch nie hier inkarniert - und bewundern daher DICH für dein außerordentliches irdisches Abenteuer. Du wirst sie lehren, nicht sie dich. GOTTES Welten wachsen durch Kommunikation, Erfahrungsaustausch, Miteinander und völlige gleichwertige Akzeptanz aller untereinander - unter anderem dadurch, dass sie von dir oder mir erfahren werden, welcher seelische Mist durch Hierarchien, Unterdrückung, Überheblichkeit, Selbsterniedrigung usw. angerichtet werden kann. In der Negativ-Erfahrung "Hierarchie" liegt daher zugleich der Gewinn für die Positiv-Erfahrung "Gleichwertigkeit", denn: Alles Hierarchische wächst hinein ins Gleichwertige - in die Liebe, denn sie ist es, die Alles-was-ist in gleicher Weise liebt.

 

Das Gleichwertige erzeugt ebenfalls.

Nun tun aber alle Erzeugnisse aus ihrer durch ihre eigene Erzeugung folgenden "Bedingtheit" heraus ebenfalls das, was die erzeugende Quelle tut: Jedes Erzeugnis ist ebenfalls - nur eben bedingter, begrenzter - zur Erzeugung fähig.  Die individuellen Akte der Erzeugung vollzieht jeder Mensch etwa beim Denken, jedes Tier etwa bei seinen Bewegungen, jede Pflanze etwa bei ihren Anpassungen an die lokale Ökologie, ebenso jeder Stein bis ganz hinunter zu den Atomen und subatomaren Teilchen, die aus den bedingten Möglichkeiten ihrer Existenz heraus ebenfalls "erzeugen", also aktivisches Verhalten in Relation zu ihrem Umfeld zeigen (genau dieses aktivische Mysterium bereitet den Quantenphysikern so viel Kopfschmerzen, wenn sie etwa feststellen, dass subatomare Teilchen (Wellen) nicht nur auf die Versuchsanordnung "re-agieren", sondern sich aktivisch so verhalten, als ob sie die geistige Absicht(!) der Forscher bereits kennen würden). Überall individuelle Akte innerhalb eines Kollektivs, eingebunden in Myriaden von geistigen, bewussten, erzeugenden Formen oder Erzeugnissen: Der EINE Kósmos der unendlich VIELEN vibriert, erschafft, pulsiert, kooperiert  - und nirgendwo Hierarchie im Sinne von Rangunterschieden. Unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten, Gemeinschaften, Absichten, Ideen und Erzeugungen in Hülle und Fülle - doch niemals Hölle, Kellergeschoß oder Dach-Penthouse mit besonderem Ausblick. Es sei denn, wie schon gesagt, du selbst erzeugst all dies ...

 

Schaut die Ur-Quelle sich nun um, so meine intuitive Deutung der göttlichen Wahrnehmungsperspektive, erblickt sie überall "ihre erzeugenden Kinder". Was sie nicht erblickt (weil es nur in unseren Köpfen existiert), sind einzelne Kinder, die wertvoller oder geistiger oder heiliger wären. Die Quelle sieht nur eine einzige hierarchische Stufe: die Differenz zu ihr selbst. Doch da sie allen Erzeugnissen "etwas von sich" mitgab (was sonst hätte die Quelle mitgeben können, wenn nicht VON SICH?), beobachtet die Quelle auch, wie Myriaden von individualisierten Wesen ebenfalls erzeugen, wie sie miteinander kooperieren, einander bemerken, sich untereinander annähern und sich entfernen. Sie beobachtet, wie aus diesen unfassbar vielen Individuen eigene Ideen aufsteigen, eigene Absichten "geträumt" und verwirklich werden. Kurzum, sie beobachtet, wie jedes Individuum "wachsen" möchte.

 

Und die Quelle lächelt. Denn sie weiß, dass dieses "Wachstum" niemals ein Wachstum sein wird auf Kosten eines anderen Kindes und daher niemals ein "höher" oder "niedriger" relativ zueinander wird eintreten können (es sei denn, man konstruiert solches). Denn dieses Wachstum ist selbstbezüglich und findet stets nur in der jeweils erzeugenden Kind-Quelle statt. Da alle Wesenheiten selbstbewusst sind, bemerken sie auch an sich selbst, was ihre eigenen Erzeugungen, ihre eingegangenen Kooperationen und erlebten Trennungen MIT IHNEN machen. Kurzum: Die Kind-Quelle bemerkt, wie sie sich durch "erfahrene Erfahrungen" und "erzeugte Erzeugnisse" verändert. Die "normierende" Werte-Hierarchie, die alle suchen, existiert nur INNERHALB jeder erzeugenden Kind-Quelle. Sie ist ihr eigener Maßstab. Sie wächst nach eigenem Erkennen (und dies übrigens NICHT umso leichter, je intensiver sie hier auf Erden den kommunikativen Austausch mit ihren jeweiligen "Nachbarn" führt - dies allen Diskurs- oder Dialog-Befürwortern ins Stammbuch geschrieben -, denn in den nicht-materiellen Dimensionen vollzieht sich dieser Austausch ohnehin permanent und freiwillig und kann nur mit etwas Mühe verhindert werden. Auch der irdische Asket, isoliert und schweigend sich jeder Gemeinschaft verweigernd, macht wertvolle ICH-bezügliche Erfahrungen - und wird dann eben diese mitteilen. Jede ICH-Erfahrung ist wertvoll, nicht nur die offene Diskurserfahrung.).

 

Das Haus Gottes hat unendlich viele Wohnungen - im ersten Stock.

Ganze Universen existieren "nebeneinander", nur "Millimeter" voneinander "getrennt" (was sie nicht wirklich sind). Überall sammeln geistige Wesen oder Kind-Quellen andere Erfahrungen VON SICH und in der Gemeinschaft. Nirgendwo ein Ende, nirgendwo eine Abschlussfeier, kein Diplom, keine höchste Weihe. Wie auch, wenn Myriaden von Quellen erzeugend interagieren und alle Universen durch ihre eigenen Aktivitäten "ausdehnen", verändern, formen. Zur Freude Gottes, denn andernfalls wäre die ganze Party bald langweilig für die Quelle aller Quellen ...

 

Und die Gottheit "hört mit", wie mir scheint, und nicht nur das: Wenn schon der Mensch selbstbezügliche Bewusstheit besitzt, um wie viel mehr dann die erzeugende Ur-Quelle? Wie nun der Mensch durch seine Aktivität, durch seine geistigen Erzeugnisse (und ihren Wirkungen in der Welt, die stets rückbezüglich sind) immer mehr über sich selbst erfährt (der philosophische ICH-Bezug-im-Du-Bezug), so auch die Gottheit (gesteigert auf für uns unfassbare Weise): Auch die Gottheit erfährt SICH - über alle ihre erzeugenden Erzeugnisse. Solange sie daran Freude hat, wird weder dir noch mir noch irgendeinem Erzeugnis das sinnvolle Sein, welches gegeben wurde, genommen werden ... Also sorge dich nicht!

 

Bemühe dich auch nicht, "Gott näher" kommen zu wollen. Falle nicht auf diejenigen herein, die dir erzählen wollen, wie du eine Heilige, ein Mystiker oder ein Yogi werden könntest mit dem Ziel, gottähnlicher oder gottnäher zu existieren. Auch diese Idee IST EINE ERZEUGUNG - und sie setzt die Idee der möglichen Gottferne zwingend voraus. Mehr noch: Sie glaubt, unter "Allem-was-ist" könnte der eine oder andere wesenhaft von der Gottheit etwas weiter entfernt sein. Auch diese Idee ist eine erzeugte Konstruktion. Deine eigenen geistigen Erzeugnisse können dir glaubhaft den Eindruck vermitteln, du selbst seist oder ein anderer sei nach diesem oder jenem Kriterium "von Gott verlassen" - doch dein Wesen ist nie ohne ihre Quelle. Niemals. Wenn du eines schönen Tages deine tiefere Nähe zur Gottheit entdeckt hast, dann nicht, weil du IHR durch "geschickte Mittel" wesenhaft näher gerückt wärst, sondern nur deshalb, weil du deine Unbewusstheit über deine eigenen trennenden Konstrukte abgelegt hast (Hierarchie gehört dazu). In der größten Ferne und in der nähesten Nähe bist du exakt gleichweit von Gott entfernt - und das heißt, du bist es nicht, warst es niemals und wirst es auch niemals sein. Alles Existierende wohnt im ersten Stock ...

 

Du wirst nicht erleben, dass dich außerhalb der irdischen Welt irgendeine andere Kind-Quelle oder irgendein geistiges Wesen geringer oder höher schätzt als sich selbst. Du wirst Bewunderung und Anerkennung für deine gemachten Erfahrungen ernten (denn auch Nicht-Erfahrung ist Erfahrung), du wirst gebeten werden, dein Wissen zu teilen, du wirst liebevolle Hilfe bekommen, falls du noch ein wenig irritiert außerhalb deines Erdenkörpers agieren solltest - doch Hierarchie wirst du nicht bemerken. Das ist der Himmel, wie ICH ihn kenne. Davon berichte ICH.

 

Nenne mir nun dein Kriterium, damit ich schweigen kann. Andernfalls werde ich weiter reden und schreiben: So lange du an Hierarchien zwischen den erzeugenden Kindern glaubst, wirst du die unfassbare Liebe Gottes nicht so bemerken, wie du dies könntest.

 

Und nun schweige ich und warte auf dich und dein Kriterium ...

 

Mit Dank.