... auf eine neue Religion


"Eine neue Religion wird nicht einfach so kommen - sie wird erzeugt werden. Die Gläubigen werden die wissenden Erzeuger sein. Sie werden keine heiligen Schriften verehren, sondern das liebende Wesen. Sie werden nicht auf Priester und Offenbarungen warten, sondern wahrhaftig über ihre erzeugenden Kräfte reden. Sie werden nicht besitzen, sondern teilen wollen. Sie werden die bewusst erzeugenden Kinder des EINEN sein - und genau dies wissen." (Carsten Rachow)  

 

Jenseits aller Kulturen

Schon heute wächst eine Generation heran, die interkulturell informiert ist und die Beengungen der eigenen familiären Kulturen deutlicher spürt als ihre Eltern und Großeltern. Wenn diese Generation sich auf die Suche nach einer transkulturellen, globalen und alle Menschen verbindende Religion macht, wird sie keine finden. Sie wird sie erschaffen ...

 

Sie wird ausprobiert und hineingehorcht haben, wird christliches, islamisches, buddhistisches und sonstiges Gedankengut gehört und getestet haben - doch sie wird die kultur- und religionsimmanenten Begrenzungen überall spüren und keinen Gedanken verschwenden an die "Weiterentwicklung" oder "Evolution" dieser alten Religionen. Sie wird durstig sein nach neuem Wein ... in neuen Schläuchen.

 

"Diese Generation", das ist vor allem anderen ein heranwachsendes neues Bewusstsein, ein neues Ich-Bewusstsein, sanfter, feinfühliger, selbstbewusster, aber auch irritierter, empfindlicher, verletzlicher angesichts der noch bestehenden weltlichen Schmerzen. Diese menschlichen Ichs werden überall auf der Welt andere Vorstellungen von "männlich" und "weiblich" leben, weil sie ihren eigenen ICH-Geist nicht mehr trennen und spalten und damit verengen wollen entlang dieser kulturellen Prägungen. Für sie wird nicht wichtig sein, ob jemand Mann oder Frau, arm oder reich ist - sie werden wissen wollen, was jemand kann, wofür er "brennt" und wie ehrlich und wahrhaftig er sein Leben lebt.

 

Sie werden tiefen Respekt vor dem Leben haben und Menschen, Tiere und Pflanzen stärker achten als irgendeine Generation vor ihnen. Sie werden "vernetzt" und weitgehend hierarchiefrei miteinander agieren. Sie werden ein feineres Gefühl für das bessere Argument und die liebendere Stimme haben - ihre Hierarchie wird geistiger sein, weniger institutionell. Sie werden versuchen, einander zu fördern, was stets bedeutet, die agierende Bewusstheit nicht zu unterdrücken, sondern zu ermächtigen. Sie werden Politik und Gesellschaft verändern, über Ländergrenzen hinweg. Sie werden, mit anderen Worten, jenseits aller traditionellen Kulturen und Religionen agieren und allmählich begreifen, was jenseits aller Kulturen lebendig ist, weil "es" bereits in allen Kulturen anwesend ist: das erzeugende ICH eines jeden geistigen Wesens.

 

All dies werden sie leichter tun können, weil für sie das Streben nach eigener persönlicher Bedeutung und gesellschaftlicher Anerkennung nicht wichtig ist. Denn in ihren erzeugenden ICHs schlummert bereits das Wissen um ihre Schönheit, ihren Wert, ihre Bedeutung. Sie haben und fühlen innerlich schon, wonach andere verzweifelt suchen. Sie werden Ideen und Projekte ablehnen, die auf Kosten anderer fühlender Wesen realisiert werden sollen und dafür auch persönliche Nachteile in Kauf nehmen. "Nachteile", die sie leichter akzeptieren können, denn um wieviel größer wären die Nachteile, die sie in ihren Herzen dauerhaft fühlen würden, müssten andere Wesen für den eigenen Vorteil dauerhaft leiden? 

 

Deshalb werden diese ICHs auch andere Formen des Wirs erschaffen. Und wer genau hinschaut, kann den Beginn dieser allmählichen Verwandlung schon heute sehen, überall auf dem Globus, denn das ICH ist jenseits aller Kulturen überall aktiv, überall bewusst, überall mit liebendem Herzen tätig.

 

Gott im ICH, nicht im Ritual.

Sie werden auch offenlegen, dass SIE es sind, die gerne teilen wollen und nicht besitzen. Sie werden freimütig darüber sprechen, dass SIE es sind, die die Natur schützen wollen. Sie werden immer klarer erkennen, dass in IHNEN eine ethische Orientierung existiert, die nicht aus heiligen Schriften oder alten Religionen kommt. Sie werden immer öfter und immer bewusster "ICH" sagen ...

 

Und sie werden lieben wollen und geliebt werden wollen. Denn nichts wird ihnen heiliger sein als der respektvolle und liebende Umgang miteinander. Sie werden über Generationen hinweg eine neue Welt erschaffen, eine Gemeinschaft der fühlenden und liebenden Wesen. Sie werden auch einen Gott suchen, weil sie intuitiv wissen, dass es nur EINEN geben kann - und dass sie jederzeit, ohne Rituale, ohne Kirchen und ohne Hohepriester mit IHM reden können, wenn sie nur aufrichtig bei sich und ihrem ICH-Wesen bleiben. Sie werden schnell begreifen, dass dieser EINE Gott im eigenen ICH bereits answesend ist - und deshalb werden sie sofort begreifen, dass dieser EINE Gott dann auch im ICH des Gegenübers anwesend ist.

 

Sie werden erzeugende Kinder Gottes sein, bewusster, aktiver, liebender und freier von alten geistigen Gefängnissen. Eine neue Religion wird kommen, weil eine neue ICH-Bewusstheit schon angekommen ist und schon heute an ihrer Erzeugung arbeitet, jetzt und jetzt und jetzt ...

 

Ach ja, und es gibt ein einfaches Erkennungszeichen, unübersehbar, und diese Kinder werden sich einander blitzschnell daran erkennen und ohne viele Worte um ihre Ähnlichkeit und Verbundenheit und gemeinsame Herkunft wissen (und wer diese letzten Zeilen dreimal liest und den dort versteckten Hinweis auf dieses Zeichen "sehen" kann, soll wissen, dass auch er schon zu dieser neuen Gemeinschaft gehört ...)