Die Struktur meiner ICH-Sicht


"Strukturen haben mir stets geholfen, das Denken eines anderen besser zu verstehen. Diagramme, Quadranten, Kreise - all dies dient der Verständigung. Also will auch ich hier versuchen, etwas  in "strukturierter" Form abzubilden. Was? Nun, mich, oder genauer: mein ICH - und meine dort angesiedelte Weltwahrnehmung."

 

 

Das ICH erzeugt Struktur.

Mein Problem mit Struktur liegt darin, dass ich in mir keine entdecken kann (lacht). Meine Lösung dieses Problems liegt darin, dass ich erfahrungsbasiert sagen kann, dass jede ausgedrückte Struktur einer strukturlosen Quelle entspringt. Diese bin ICH. Deshalb finde ich in mir keine Linien, Quadrate, Diagramme, die ich einfach "zeigen" könnte. Was ich in mir finde, sind wahrnehmende und erzeugende Akte - und diese können sich auch als geistig geformte Strukturen zeigen.

Würde ich gefragt, welches der obigen Strukturbilder meinem ICH am nähesten kommt, ich würde ganz rechts auf das blaue Wasser deuten. Dann würde ich sagen: "Das Wasser in mir ist nicht blau, es scheint eher durchsichtig zu sein." Meine innere ICH-Struktur durfte ich nach langen Jahren der Meditation und zwei Erfahrungen von "Außerkörperlichkeit" bemerken als "strukturlos", als liquide, durchsichtig, form- und grenzenlos, vollkommen ruhig und dennoch in sich bewegt, pulsierend. Das Bild einer teilchenlosen Welle oder eines wellenlosen Teilchens träfe mich nicht so gut, beide Bilder wären mir zu "mechanistisch" oder physikalisch.

 

Aus dieser struktur- oder formlosen ICHheit heraus blicke ICH auf meine eigenen geistigen Erzeugnisse und wesenhaften Impulse (beides, Gedanke und Impuls, bemerke ich recht früh, eigentlich noch vor ihrer konkreteren Ausformung, wie in einem Geburtsstadium). Und dieses ICH blickt natürlich auch hinaus und hinein in die Welt(en) um mich herum. Wie soll ich bloß eine Strukturbild erstellen "von MIR und der Welt", wenn mir doch jeder Versuch einer Strukturierung schon als eine Verengung, fast als ein "Verbrechen am Unendlichen" vorkommt? Nun, ich habe keine Ahnung, will es aber dennoch versuchen, wohlwissend, dass Strukturbilder natürlich kein Verbrechen, sondern hilfreiche Stützen für den menschlichen Geist sind.

 

Ich werde also zunächst sprachlich einige Farbtupfer setzen und ganz zum Schluß versuchen, das Gesagte in ein strukturiertes Bild zu gießen. Bin selbst gespannt, was dabei herauskommen wird ... (Dies bedeutet, dass ich jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, keinerlei Strukturbild in mir habe. ICH erzeuge es gewissermaßen parallel zu meinem Schreiben). Didaktisch wäre es bestimmt klüger, zuerst das Bild anzubieten und es dann zu kommentieren. Doch vielleicht funktioniert es ja auch einmal andersherum: Zuerst das Wort, dann das Bild.

 

Ontologie, Sein, Realität

Was sehe ich, wenn ich die Welt sehe? Sehe ich "Ebenen" oder "Stufen" des Seins in der irdischen Welt (inklusive Universum), in unserer Realität? Nein. Ausgenommen natürlich diejenigen Stufen oder Hierarchien, die wir uns selbst erschaffen. Sehe ich eine evolutionäre Stufenfolge, etwa von Materie zu Pflanze zu Tier zu Mensch? Nein, sehe ich nicht. Sehe ich eine einmalige Schöpfung ("Urknall"), die seitdem irgendwie geordnet abläuft? Nein, sehe ich nicht.

Was ich hier andeuten möchte: Wenn ich meinen denkenden Geist von allen mir bekannten Strukturkonzepten entleere und "einfach" wahrnehme, sehe ich nirgendwo eine Struktur. Natürlich sehe ich - wie alle Menschen - das Zimmer, die Möbel, Häuser, Menschen, den Himmel und die Sterne. Doch ich sehe nicht nur einzelne, getrennte Teile, sondern zugleich die "große Verbindung". Tatsächlich ist das, was jeweils wahrgenommen wird, untrennbar verbunden mit dem Fokus der hinschauenden Bewusstheit (ihr gerichteter "Lichtkegel") - und wenn der Fokus oder Lichtkegel sehr "weit" eingestellt wird, sieht er "Teile im Ganzen" und "Ganzes mit Teilen". Ich sehe - und bin mir dessen bewusst - immer irgendwie beides gleichzeitig. Was ich innerlich "sehe", gleicht eher obigem "Blasenbild", auf das ich unten noch eingehen werde. Hier nur so viel: In diesem Blasenbild bin ICH irgendeine Kugel, neben mir könnte eine Ameisen-Blase sein, eine Atom-Blase, so etwa.

 

Wenn ich meinen Geist nun anfülle mit Stufen-, Prozess- und Entwicklungsideen und dann hinschaue, sehe ich Struktur, Prozess, Entwicklung. Diese Strukturen sind eindeutig "bedingte" Strukturen. Ihre Bedingung bin ich, meine eigene "Brennweiteneinstellung". Etwas allgemeiner: Struktur ist bedingt durch die subjektive Perspektive des wahrnehmenden und erzeugenden Wesens. Selbsterzeugte Struktur beeinflusst Wahrnehmung - Wahrgenommenes beeinflusst Erzeugung. Beides, Wahrnehmung und Erzeugung, hängen untrennbar zusammen, bedingen einander, können aber voll bewusst in verschiedenen Graden "aktiviert" und akzentuiert werden: Ich kann bewusster wahrnehmen und dabei kaum noch irgendetwas geistig erzeugen ("stille Präsenz") - ich kann aber auch bewusster erzeugen und dabei kaum noch etwas um mich herum wahrnehmen ("konzentrierte Selbstreflexion"). Meditatives und geistiges Training führen dann dazu, dass man beides parallel kann. Dies ist meine vorherrschende Innerlichkeit: tiefe Ruhe und Weite und Gelassenheit (der wahrnehmende Aspekt) bei gleichzeitiger Bewusstheit über meine impulshaften und geistigen Bewegungen (der erzeugende Aspekt).

 

Deshalb sage ich, dass Struktur relativ zu der erzeugenden Quelle ist, die sie sieht. Struktur ist Konstruktion, nicht "erkannt" in der Natur, sondern hineingelesen. Ich weiß, dies schmeckt nach wissenschaftlicher Blasphemie und nach Subjekt-Absolutismus, doch genau dies ist meine Sicht. (Für Schnell-Denker: Ich verabsolutiere hier nicht mein ICH. Dies würde nur jemand tun, der all die anderen ICHs nicht bemerkt.)

 

Welche Realität sehe ich? Ich sehe eine ungestufte Welt, wunderbar "vernetzt", die Jetzt und Jetzt und auch Jetzt permanent kreiert wird - und selbst kreiert. Sie läuft nicht nach physikalischen oder astronomischen "Gesetzen" in der Zeit ab (das ist ebenfalls nur eine bedingte Wahrnehmungsperspektive relativ zu ihren geistigen Erzeugern), sondern wird - das meine ich so, wie ich es hier schreibe - außerhalb des uns vertrauten Raum-Zeit-Gefüges "zusammengehalten". Ein Beispiel: Die Festigkeit eines Stuhls entsteht nicht durch physikalische Anziehungskräfte auf atomarer und subatomarer Ebene (gerade dort löst sich alles Feste auf und "verdampft" in "Wahrscheinlichkeitswolken"), sondern durch unsichtbare Energiefelder, die die für uns sichtbare Form des Stuhles permanent stabilisieren, indem sie die uns bekannten "Teilchen" des Stuhls an ihrem Platz innerhalb des Raum-Zeit-Gefüges halten. Wie eine Stuhl-Matrix oder Blaupause, die im unsichtbaren Hintergrund arbeitet. Woher ich das weiß? Nun, ich habe solches "gesehen" in meinen außerkörperlichen Bewusstheitszuständen.

 

Felder, Wellen, Schwingungen

Ein einfaches drei-, vier- oder auch sieben-stufiges ontologisches Schema der Art "Gott - geistige Welt - materielle Welt" ist für mich eine kaum auszuhaltende Verengung derjenigen Eindrücke, die ich selbst erleben durfte und die auch von anderen, etwa nach einer NTE, berichtet werden. Dennoch kann ein ontisches Drei-Stufen-Schema (besser: Blasen-in-Blasen-Schema) hilfreiche Dienste leisten, um drei Seins-Ebenen oder Dimensionen besser unterscheiden zu können: 1) EINE GOTT-GEIST-WESENHEIT; 2) Myriaden von ICH-SEELE-WESEN; 3) materielle Formen oder Körper.

 

Jenseits unseres materiellen Universums existieren jedoch unfassbar viele Welten, mit jeweils eigenen Seins-Bedingungen, so dass ich eigentlich ein Myriaden-Blasen-in-Blasen-Schema darstellen müsste. Ein ganz passendes Bild dafür ist für mich das elektromagnetische Spektrum, welches wir hier kennen:

Wir nehmen Licht nur innerhalb eines bestimmten Frequenzbereiches wahr, und links davon (UV-Strahlung, Röntgen- und Gammastrahlung usw.) wie rechts davon (Infrarot, Mikrowellen, Radiowellen usw.) schon nichts mehr. Alle anderen Frequenzbereiche nehmen wir direkt nicht wahr, nur mit Hilfe von technischen Geräten oder durch ihre Wirkungen ("Sonnenbrand"). Und die vielen Welten, von denen ich spreche, gleichen nun "definierten" Frequenzbereichen, die nicht nur einfach weiter "außerhalb" liegen, sondern auch vertikal geordnet "über" und "unter" diesen Frequenzen. Theoretisch könnte jede dieser uns unbekannten Frequenzen mit einem eigenem Universum verbunden sein - und wie es zwischen allen irdischen Frequenzen nirgendwo eine Trennung, einen Bruch oder eine Kluft gibt, so auch nicht zwischen allen "benachbarten" Universen. Ich sehe dies zwar nicht, aber ich ahne, das es nur EINE WELT gibt - diese aber setzt sich zusammen aus unzähligen Universen, Schwingungen, Feldern, Blaupausen, weiß der Himmel, was ...

 

Exkurs: Wir bilden Frequenzen und Wellenlängen oft zweidimensional ab. Dann läuft da so eine Schlangenlinie von links nach rechts ... Doch dreidimensional wird daraus eine kreisförmige Spirale, die sich im Raum ausbreitet (und die - von der Seite betrachtet - dann wie eine Schlangenlinie aussieht). So wird leichter vorstellbar, wie nicht einzelne Schlangenlinien sich im Raum ausbreiten, sondern raumdurchwandernde Wellen-Spiralen mit teilweise gigantischen Durchmessern (je nach Wellenlänge), die sich alle gegenseitig durchdringen, überlagern und bewegen können.  

 

Multiple Dimensionen, Gleichzeitigkeit und Reinkarnation

Ich durfte außerkörperlich z. Bsp. für einen kurzen Moment eine gesteigerte Form von "Gleichzeitigkeit" erleben. Ereignisse laufen dann nicht chronologisch hintereinander ab, sondern gleichzeitig parallel. Das sollte niemanden irritieren, denn solches kann in reduzierter Weise schon auf Erden beobachtet werden, wenn wir etwa Auto fahren, gleichzeitig telefonieren, an das nächste Meeting denken und das Auto nach links lenken. Außerhalb des Körpers und in luziden Träumen kann dies intensiver erlebt werden (ich hatte hier nur kurze, aber bleibende Wahrnehmungen). Ich erlebte auch "Vorauswissen": In einer Traumsequenz, die nur wenige Sekunden dauerte, erlebte ICH "mein irdisches Ich" etwa 6 Monate vor dem dann tatsächlich geschehenen Ereignis in einer Verhandlungsrunde mit einer Bank - und wusste sofort: "Das wird das finanzielle Ende sein. Du wirst alles verlieren." Wie eine Art Vorwarnung oder helfen wollender Hinweis informierte mich diese Sequenz über etwas, was später geschah - und dies bedeutet, dass es bereits geschieht(!), sonst hätte ich nicht informiert werden können.

 

Deshalb halte ich auch Reinkarnation für ein sehr verstümmeltes Konzept. Tatsächlich denke ich, dass wir mehrere Leben parallel leben - was die buddhistische Karma-Lehre in einen viel umfassenderen Kontext stellt und damit bedeutungsloser macht. Das multidimensionale ICH, welches wir sind, sendet gewissermaßen verschiedene Versionen seiner selbst in verschiedene Welten aus - und erlebt alles gleichzeitig, so etwa. Du kannst deine Vergangenheit ändern, du kannst deine Zukunft verändern, weil du in jedem Moment deine Wahrnehmungen und Erzeugungen verändern kannst - und Vergangenheit wie Zukunft in einer anderen Seinsdimension nicht existieren. Dein Lebensplan ist kein determiniertes Schicksal, sondern in sich "lebendig" und kann von Moment zu Moment neu geformt, neu justiert und in ko-erzeugender Weise mit vielen anderen geistigen Quellen verändert werden. Zufälle existieren nicht - jedes Ereignis, jede menschliche Begegnung ist in gewisser Weise "gewollt", hat einen Sinn und wird - auf einer anderen Ebene - voll bewusst orchestriert. Keine Welt der "Heiligen", sondern eine Welt der liebenden Erzeuger, extrem bewusst, kooperativ und formend.

Ich bitte daher um Nachsicht, wenn ich etwas Mühe mit ontologischer Struktur habe. (Zur Vermeidung von Missverständnissen: Ich liebe es, in der Welt strukturiert und gut organisiert zu arbeiten und zu leben. Meine Tage haben durchaus Struktur, Rhythmus, Ordnung.)

 

Mystik

Mystik bedeutet für mich: nach innen gehen und das Unaussprechliche wahrnehmen. In diesem Sinne könnte ich meine Sicht auf die Realität als eine mystische Sicht bezeichnen. Sie ist mir oft peinlich gewesen, denn ich kann sie sprachlich kaum schildern. Hinweisen, andeuten, ja, doch mehr ist mir einfach nicht möglich. Fast denke ich, die beste mystische Rede ist das Schweigen (wegen der Sinnlosigkeit, intersubjektives Verständnis erreichen zu wollen).

 

Dennoch sage ich fest und bestimmt: ICH bin der wahrnehmende und erzeugende Mittelpunkt meiner Welt(en). Und jede andere Quelle ebenso. Wollte ich mein ICH zeichnen, ich würde einen Kreis auf ein weißes Blatt malen - und dann sagen: "Ich bin das weiße Blatt." Wer soll da noch folgen können? Der Kreis wäre dann mein Erzeugnis, meine irdische Ich-Struktur, das empirische, objektivierbare personale Ich hier auf Erden. Doch eben nicht ICH. Wollte ICH "Realität" zeichnen, ich würde Myriaden weißer Blätter (andere ICHs) nicht nur einander berührend nebeneinander legen, sondern auch übereinander - ohne Ende.

 

Hologramm und Fraktale

Stell dir vor, du malst ein buntes Bild auf einem Spiegel. Dann zerbricht der Spiegel in tausend Stücke. Du hebst ein kleines Teil auf - und siehst dort das komplette Bild. Das ist ein Hologramm. Du musst nicht alle Scherben zusammensetzen, um das Bild zu erhalten, sondern nur irgendein Teil nehmen. - Etwa so empfinde ich den göttlichen Prozess der Erschaffung von Welten: Ein Abbild des EINEN als Hologramm ("selbstähnlich, aber nicht identisch"), mit einer kleinen ontologischen Differenz zur Quelle. Dieses Abbild ist kein einmaliges Bild ("erzeugt und fertig"), getrennt von ihrer Quelle, sondern ein dynamisches, fließendes, permanent mit der Quelle interagierendes Hologramm. Gott wächst! Und dieses Bild ist in sich "individualisiert" (nach welchem göttlichen Muster oder Prinzip, weiß ich nicht) - und dieses Bild "malt" selbst. Es ist lebendig, erzeugend.

 

Ich ahne, dass Bewusstheit oder Geistigkeit überall wie bei einem Hologramm in allen selbstähnlichen Formen existiert. Ich glaube wirklich, dass in jedem Teil das unendliche Ganze der Quelle zu 99,9999 % als Potenzial oder Möglichkeit vorhanden ist. Ach, Schluß damit ...

 

Mein strukturloses Strukturbild

Links: ICH.                                        Mitte: ICH-Erzeugnisse.                    Rechts: Alle = Welt. Das ist schon alles.

 

Links das ICH in Ruhe. Mittig das kochende Wasser soll die erzeugende, pulsierende, geistig-wesenhafte Aktivität symbolisieren, die ICH tatsächlich "sehe" (nicht mit den normalen Augen, sondern innerlich, wie eine Art "Hintergrundbild"). Das ICH als individualisierte Ganzheit ist hier der dunkelblaue Kreis (in 3D: Blase, Kugel), an seinen ICH-Grenzen durchlässig wie eine Zellmembran und damit verbunden mit benachbarten ICHs - und seinem tieferen Urgrund. Rechts viele ICHs, viele erzeugende Quellen, kooperative Gruppen, bunt und individuell, zugleich eine Einheit-in-Fülle bildend. Der schwarze Hintergrund soll das GOTT-GEIST-WESEN sein, aus dem die bunte Fülle hervorgeht, grenzenlos, in jeder ICH-Blase anwesend, alle individualisierten Wesen umschließend. So etwa ...

 

Was offensichtlich noch fehlt, ist der menschliche Körper. Bis jetzt befinde ich mich mit obigen Bildern noch "außerhalb" der Materie in rein seelisch-geistigen Dimensionen. Ich empfinde es so, dass jede ICH-Quelle (jede Kugel) in Kooperation mit anderen Quellen (z.Bsp. den zukünftigen Eltern) nun beginnt, eine geistig-seelische Blaupause oder Matrix der eigenen Körperform zu erzeugen - vor der irdischen Geburt. Diese bereits mit bestimmten Qualitäten und Absichten des eigenen Wesens "in-formierte" Form oder Vorform des eigenen zukünftigen Körpers benötigt nun lediglich einen materiellen "Anker", eine andere Form, mit der sie sich verbinden und die sie dann ausformen kann. Dieser Anker wird in Form einer befruchteten Eizelle von denjenigen bereitgestellt, die schon hier sind, von den kooperativ ausgewählten Eltern.

Beim irdischen Tod wird einfach die eingegangene Verbindung zum Körper wieder gelöst - das geistig-seelische ICH-Wesen erfährt sich danach noch eine Weile mit einer "feinstofflichen" Körperform (die Blaupause, Matrix), die natürlich der irdischen Form noch stark ähnelt. Lässt diese bewusst gewollte "Anhaftung" nach, ist das ICH-Wesen völlig frei, irgendeine andere feinstoffliche Figur zu erzeugen.

 

Das ist keine exakte Philosophie - und doch das Exakteste, wozu ich hier fähig bin. Bei mir hat sich im Laufe der Jahre eine Wahrnehmung von "subtilen" Phänomenen entwickelt. Wenn ich etwa einen erkrankten Menschen sehe, erhalte ich nicht nur durch meine normalen Sinne, sondern innerlich, im eigenen Geist, sofort eine Information über dessen "Seelen-Wunde". Wie eine blitzschnell erfolgende Resonanz, die manchmal sehr klar, manchmal nur diffus und sehr selten nicht eintritt. Ich sehe keine bunten Auren (würde mir auch nicht helfen, weil deren Deutung extrem ungenau wäre), ich bekomme Hinweise, die mit dem seelischen Erleben zu tun haben. Keine Ahnung, woher diese Hinweise kommen, aber sie sind da. Ich tippe auf Resonanz, also auf den Erkrankten als die aussendende Quelle dieser Sinn-Informationen und mich als den wahrnehmenden Empfänger. Durch Zuhören und Nachfragen stellt sich (bislang jedenfalls) anschließend eine fast 100%ige Trefferquote ein.

 

Ich kann bis heute kein strukturiertes psychosomatisches Schema entdecken. Es ist m. E. nicht so, dass bestimmte Organe oder Regionen des Körpers für bestimmte psychische oder seelische Deformationen stehen. Das wäre verlockend, ich weiß, wenn man eine medizinische Karte des Körpers hätte, von der man sofort auf geistig-seelische Deformationen schließen könnte. Ich selbst forschte danach. Doch ich glaube, wer solches behauptet, findet nicht eine solche Struktur - er konstruiert eine Struktur. Krankheitsbilder sind individuelle Erzeugungen (in kooperativer Gemeinschaft konstruiert). Ich gehe also auch in meinen Behandlungen "strukturlos" vor und versuche, völlig offen für die gerade anwesende Interaktion zu sein und mich nicht durch "technische" Voreinstellungen zu verengen. Das hat mich viel Mühe gekostet, denn kaum etwas ist schwieriger, als sich selbst von eigenen Konzepten zu lösen und sie als bedingt durch das eigene erzeugende Wesen zu erkennen.

 

Dies also ist meine Weltsicht. Ach ja, nirgendwo im ICH-Geist, wie ich ihn kenne, spielt konfessionelle Religion eine Rolle. Eher schon "Spiritualität" im Sinne von zutiefst geistiger Interaktion ko-konstruierender Wesen, extrem vertrauend, spielerisch, freudig. Wie kleine Kinder, da stimme ich Jesus zu, doch auf extrem "hohem" geistigen Niveau, extrem erzeugend und stets bewusst. Das irdische individuelle Unbewusste ist übrigens nicht unbewusst, sondern "anderswo" bewusst, dies nur am Rande. Therapie sollte daher auch nicht so sehr im Unbewussten "herumfummeln", sondern an den Phänomenen arbeiten, die einem Patienten BEWUSST sind. "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", sagt der Volksmund. Okay. Doch viel wichtiger ist: "Was ich weiß, macht mich heiß." Genauer und ICH-aktiver formuliert: "Was ICH erzeuge, macht mich heiß." - Und manchmal eben auch krank ...

 

Du wirst leben, solange Gott lebt, also ziemlich lange. Drum sorge dich wirklich nicht mehr - alles halb so wild, was hier passiert. Wenn du bewusst traurig bist, bist du mir lieber als wenn du unbewusst glücklich wärst. Verstanden?

 

Mit Dank und Freude.