... auf die Medizin der Zukunft


"Die Medizin einer fernen Zukunft wird geistig sein. Sie hat bereits begonnen. Ihre Wirkstoffe werden das liebende Wesen als Quelle, Kraft oder Energie und erzeugende Bewusstheit oder Geistigkeit als formende Qualität sein. Und der Arzt in dieser geistigen Medizin wird niemand anders als der erzeugende Geist des Erkrankten sein."

 

Von der Natur zum Körper zum Geist ...

Vielleicht kann die große Bewegung des Geistigen hier auf Erden gedeutet werden als ein evolutionärer Prozess des relativ Unbewussten über das Bewusste hin zum Überbewussten. Manche, wie die integralen Denker um Ken Wilber und andere Forscher aus der evolutionären Psychologie, glauben dies und präsentieren auch eine Fülle von Belegmaterial für ihre Deutung des Weltgeschehens.

 

Übertragen wir diese Grundidee einer geistigen Evolution auf die evolutionäre Bewegung von Krankheit und Heilung, dann finden sich auch tatsächlich in einer irgendwann "beginnenden" Frühzeit des Menschen (das ist Definitionssache) Hinweise darauf, dass frühmenschliches Verhalten relativ unbewusst versuchte, mit Mitteln der Natur (Kräuter, Pflanzen, Tinkturen etc.) Krankheiten zu lindern. Mit der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins setzten dann - vermutlich etwas später - heilerische Vorstellungen ein, die man mit "Glaubenskraft" beschreiben könnte: Geglaubt wurde an alles Mögliche, an Naturgeister, viele Götter und Halbgötter, an heilende Schamanen und Medizinmänner. Erst etwa im 19. Jahrhundert setzte dann mit der zunehmenden Individualisierung des menschlichen Geistes ("Aufklärung") das ein, was wir als wissenschaftliche Medizin bezeichnen: Bakterien, Penicillin, chemische Wirkstoffe, Gene, Strahlung usw.

 

Medizin, so könnte man grob vereinfacht sagen, entwickelte sich von der Orientierung an der äußeren Natur mitten hinein in eine Orientierung am Körper, an der Materie. Dort befinden wir uns gegenwärtig - und die moderne körperbasierte Medizin hat vielen Menschen das Leben retten und verlängern können. Diese Entwicklung scheint (fast) parallel verlaufen zu sein mit der geistigen Entwicklung: vom frühen Unbewussten zur modernen Bewusstheit. Und die Zukunft? Was wird - nach diesem Schema - morgen am Horizont stärker auftauchen, weil es heute schon begonnen hat?

 

Nun, wenn die Entwicklung der menschlichen Bewusstheit eine Transformation durchmachen kann hin zum "Überbewussten", dann kann damit vieles gemeint sein, doch in jedem Falle wäre dies eine Entwicklung hin zu mehr Geistigkeit. Tatsächlich sind die Anfänge ja schon gemacht: Nie war unser Wissen über Psychosomatik, über Placebo- und Hypnose-Medizin, über Geistiges Heilen, über Neuroimmunologie und - ganz allgemein - über den Einfluss geistig-seelischer Prozesse auf den Körper so groß wie heute. Dieser Prozess wird ebenso wenig aufzuhalten sein wie die Entwicklung der Naturmedizin hin zur wissenschaftlichen Medizin. Die Zukunft der Medizin wird geistig sein.

 

Doch was entwickelt sich eigentlich, wenn Geistiges sich entwickelt?

 

Was meint Entwicklung von Bewusstsein?

"Bewusstsein entwickeln", so heißt es oft, bedeutet: "mehr Bewusstheit". Das ist natürlich wenig aussagekräftig. Mehr Bewusstheit, okay - doch worüber bloß? Die von mir sehr geschätzte "Integrale Philosophie" versteht darunter nicht nur, aber vor allem anderen, den Erwerb von Wissen. Insbesondere müsse man "integral informiert" sein, müsse also zusätzliches Wissen über die Integrale Philosophie erwerben (in diesem Falle ein ziemlich komplexes und nicht für alle Menschen verstehbares Wissen). Ich habe da so meine Bedenken: Wenn Bewusstheit sich entwickeln und eine wesentliche Voraussetzung dafür das Wachstum "kognitiven Wissens" sein soll, dann fürchte ich mich ein wenig vor dieser Zukunft. Denn mit diesem Wachstumstreiber wird allzu oft gemeint, dass der Mensch "nach außen" blicken soll - und eifrig lernt, Datenstoff aufnimmt, Wissen akkumuliert. Wir sind mitten drin in dieser Bewegung: im Informationszeitalter, wo ausgelaugte junge Menschen Wissen in einer Menge aufsaugen sollen, dass ihr Verständnis kaum noch nach kommt. "Ich kotze bloß alles wieder raus, was ich mir reingezogen habe ..." - diese Aussage habe ich schon von einigen Studenten verschiedener Fachbereiche hören dürfen. Oberfläche, Quantität, blasser Schein - ohne Tiefe, ohne Bedeutung, ohne Gehalt, ohne eigenes Verstehen, so etwa.

Scheinbar ist ja die Vermehrung von Wissen auch geschehen bei der großen Entwicklung hin zur Moderne und zur Wissenschaft: Plötzlich wollte der Mensch Wissen und Erkenntnis gewinnen, wollte sich nicht mehr mit den "alten Wahrheiten" zufrieden geben. Also scheint der Erwerb von Wissen tatsächlich der entscheidende Treiber für die Entwicklung des Geistes zu sein ...

 

Ich möchte auf etwas anderes hinweisen: Nicht auf das zunehmende Wissen über die Natur und die Materie, sondern auf eine Entwicklung, die dieser Hinwendung möglicherweise vorausging - und deshalb der eigentliche Treiber gewesen sein könnte. Ich möchte hinweisen nicht auf die Erweiterung von "äußerem Wissen", sondern auf das Wachstum von "innerem Wissen". Mit anderen Worten: Das "Mehr" an Bewusstheit könnte eine Zunahme von Selbst-Bewusstheit gewesen sein.

 

Dann aber lautete die Antwort auf die Frage: "Mehr Bewusstheit, okay - doch worüber bloß?" nicht "mehr Wissen", sondern mehr Selbstbewusstheit. Oder in meinen Worten: mehr ICH-Bewusstheit. Und dann würde auch nicht so sehr ein Mehr an "Wahrnehmung" oder kognitiver Erkenntnis im Fokus stehen, sondern ein Mehr an "Erzeugung". Nicht nur die Frage, was der Geist alles wahrnehmen und verstehen kann, sondern was er alles erzeugen kann, würde dann auftauchen und sich als eigentlicher Wachstumstreiber herausstellen.

 

Unbewusstheit sucht außen - Bewusstheit innen.

Tatsächlich könnte die eingangs skizzierte medizinische Evolution auch mit einer geistigen Bewegung parallel verlaufen sein, in deren Mittelpunkt das Maß oder der Grad an Bewusstheit über DAS EIGENE WESEN gestanden hat. Heute wissen wir, dass relativ unbewusstes Verhalten korreliert mit der Verortung möglicher Verursacher im Außen. Typisch ist dafür eine vom eigenen Ich wegweisende Es-Sprache: "Es hat mir weh getan ..." oder, positiver: "Es hat mich geheilt." Eine solche (Un-)Bewusstheit schaut also nach draußen: Warum dann nicht auch in der menschlichen Frühzeit in die Natur? Ich glaube, dieser Zusammenhang ist ziemlich deutlich.

Mit Beginn der Moderne setzte vor allem ein Phänomen sehr deutlich ein: die Loslösung des Menschen aus seiner religiösen und sozialen Gebundenheit. "Freiheit" tönte es von überall, Sklaverei wurde (formell wenigstens) abgeschafft, Monarchien stürzten, Kasten- und Standeswesen verloren an Kraft, Menschenrechte wurden definiert - das Individuum tauchte stärker auf als je zuvor und mit ihm die "freie Entfaltung der Persönlichkeit". Sind vielleicht auch diese Strömungen die Folge einer zunehmenden Bewusstheit ÜBER SICH SELBST gewesen - oder sind sie die Folge von Wissenserwerb? Vielleicht beides, doch mir scheint, dass vor allem eins in der Zeit passiert ist: Der Mensch hat immer stärker begonnen, über sich nachzudenken (und dazu verhilft auch die Erforschung des Äußeren).

 

Wo Unbewusstheit außen suchte (Naturmedizin, Götter und Geister), wendet sich zunehmende ICH-Bewusstheit langsam davon ab und rückt näher an sich selbst heran: Krankheit kommt nun nicht mehr von der bösen Natur oder von strafenden Göttern, sondern vom eigenen Körper - dort sitzen Viren und Bakterien, defekte Gene und alle möglichen bio-chemischen Prozesse, die irgendwie nicht richtig funktionieren. Doch der nächste evolutionäre Schritt folgte sofort: Mit der weiteren Individualisierung der Bewusstheit entstehen psycho-somatische Konzepte, rücken Krankheit und Heilung noch näher "nach innen". Deshalb glaube ich, dass die Zukunft der Medizin noch weiter nach innen blicken wird, hinein in den Geist selbst. Und die Voraussetzung dafür wird eine zunehmende ICH-Bewusstheit sein.

 

"Bewusstheit erweitern", das würde dann vor allem anderen bedeuten, die eigene ICH-Bewusstheit zu fördern (und würde Lehrer und Lehrerinnen erfordern, die diesen Prozess vorantreiben). Ich leiste dazu mit IBANETIK einen Beitrag - und die Ergebnisse ermutigen mich. Sobald der ERZEUGENDE Aspekt in der eigenen ICH-Bewusstheit erkannt worden ist, verändert sich tatsächlich nicht nur die seelische Befindlichkeit, sondern auch die körperliche.

 

Wenn Sie dabei sein wollen, diesen Prozess zu unterstützen, kommen Sie zu IBANETIK, zum monatlichen IBA-Kreis. Vielen Dank.