Geist: Erzeugnisse


"Der Bergsteiger in Tibet braucht eine andere Landkarte als der Taucher im Atlantik, um sein Ziel finden und sich orientieren zu können. Das Geistige in uns erstellt unsere Landkarten je nach unseren Lebensbedingungen und -erfahrungen: Vorstellungen, Urteile, Bewertungen, Pläne, Vermutungen usw. Es erstellt aber auch unsere Selbstbilder - und manchmal sind wir als Bergsteiger im Ozean unterwegs (lacht)."


Mit unserem Geist denken wir, überlegen wir, bewerten wir, lernen wir, was wir als vernünftig und als unvernünftig erkennen wollen. Mit anderen Worten: wir erzeugen geistige Bilder. Diese machen wir durch Sprache und Tat im Außen für uns und für andere sichtbar. Wir nehmen die erzeugten Bilder anderer Wesen wahr und diese nehmen unsere Bilder wahr. Wo der Geist tanzt, tanzen Erzeugnisse.

 

Doch kein Mensch ist seine Erzeugnisse (es sei denn, er glaubt fest daran). Erzeugnisse sind stets "kleiner" als ihre erzeugende Quelle. Erzeugnisse sind Aspekte, Facetten, Farbausdrucke derjenigen ICH-Wesenheit ("Seele"), die in erzeugender Weise aktiv geworden ist.  

 

Bewusstheit über das eigenen aktive Wesen und den eigenen erzeugenden Geist hilft, diese Behauptungen zu überprüfen. Benutze auch ich Landkarten? Selbstbilder? Erzeugnisse? Beherrschen meine Erzeugnisse mich - oder ICH meine Erzeugnisse? Wie frei bin ICH von meinen eigenen Bildern? Welchen inneren Bildern folge ich eigentlich (unbewusst)?

 

Diese Arbeit an der ICH-Bewusstheit ist wichtig, weil es sein könnte, dass die eigenen geistigen Erzeugnisse sich wie unsichtbare Strukturen oder Gewichte auf das eigene Wesen legen - und die eigene Lebendigkeit verformen. Dann leidet das Wesen des Menschen, sein Herz - doch es leidet dann weniger an sich als vielmehr an den unsichtbaren geistigen Strukturen, die fest geglaubt werden.

 

Die folgenden Texte in "Geist: Erzeugnisse" sollen helfen, das eigene Denken und Urteilen und Erzeugen einmal etwas distanzierter zu betrachten - und zu lockern. Altes und gewohntes Denken verschwindet nicht einfach so; es braucht parallel dazu bereits eine Ahnung des Neuen, andernfalls hält jeder Mensch am Gewohnten fest.

 

Dies ist, was ich Ihnen von Herzen wünsche: Die Kraft zur Erzeugung neuer Bilder, neuer Bewertungen, neuer Vorstellungen, wenn Sie mit ihrem aktuellen Leben nicht zufrieden sind.

 

Ihr

Carsten Rachow