Eine neue Psychologie


 "Wo Es war, soll Ich werden."

(Freud)

"Wo Ich war, soll erzeugendes ICH werden."

(Rachow)


Einführende Vorüberlegungen

Ist das herrschende Weltbild in einer Kultur religiöser Natur, dann wird die Psyche der Mitglieder dieser Kultur von Göttern, Engeln und anderen metaphysischen Entitäten ("ewige Ideen") kausal beeinflusst. Ist es materalistischer Natur, sind es Synapsen, Hormone, Botenstoffe und neuronale Gehirnmaterie, die für psychische Prozesse verantwortlich gemacht werden. Die Dominanz des gerade herrschenden Weltbildes in einer Kulturgemeinde ist maßgeblich für unsere konkreten Forschungen und Entdeckungen, für die reale Verteilung von Ressourcen, Anerkennung und Status.

 

Doch Weltbilder fallen nicht vom Himmel. Wir erzeugen sie, je nach Zeitalter, Kultur, Wissensstand. Wir erzeugen unsere Weltbilder und dann glauben wir an ihre Wirksamkeit. Dies tun wir solange, bis sich begründete Zweifel an der Wirksamkeit des Weltbildes einstellen: Warum leidet unsere Seele noch immer, obwohl wir doch täglich brav den Göttern Opfer bringen? Wieso bin ich noch immer depressiv, obwohl ich schon seit Jahren Medikamente schlucke? Doch Zweifel allein genügen uns nicht, um bestehende Weltbilder kritischer zu betrachten und sie schließlich abzulegen. Wir benötigen auch eine Alternative. Soll das Alte abgelöst werden, muss das Neue schon am Horizont erkennbar sein.

 

Um dieses Neue geht es mir hier. Ich habe im Grunde mein ganzes Leben mit großer Leidenschaft die unbekannte Landschaft des Geistes zu verstehen versucht. Begriffe wie "Seele", "Bewusstheit" oder "Geist" waren und sind noch immer Reizworte für mich und ich erwecke sofort mein Interesse. Mit 16 las ich Hermann Hesse, danach Lauster, Lao-Tse, studierte die Bibel, wurde getaufter Mormone und Zeuge Jehovas (weil ich religiöse Behauptungen innerhalb einer solchen Gruppe erfahren und überprüfen wollte; danach verließ ich sofort alle Gruppierungen), machte allein in dunklen Wäldern und mehrtägigen Klausuren tiefe Selbsterfahrungen, wanderte mit dem Rucksack durch halb Europa, studierte östliche Schriften wie das Tibetische Totenbuch, nahm mir Freud und C.G. Jung vor, studierte die Werke großer Philosophen, absolvierte "nebenbei" mein wirtschaftswissenschaftliches Studium und erkundete anschließend - dermaßen gerüstet - menschliches Verhalten im Alltag des Lebens, in Betrieben, Vereinen, zahllosen Gesprächen. Als Unternehmensberater und danach als Mitglied der Geschäftsleitungen mittelständischer Unternehmen erkannte ich schnell den tieferen Zusammenhang von Unternehmenserfolg und menschlicher Psyche. Es ist eine ökonomische Blindheit großen Ausmaßes, dass in unseren Wertebilanzen ausgerechnet der wertvollste Aktivposten nicht dargestellt und damit nicht gewürdigt wird: die schöpferische Kraft der arbeitenden Menschen.

 

Als 1995 Ken Wilbers "Eros Kosmos Logos" in Deutschland erschien, stürzte ich mich angeregt durch seine Empfehlungen kurzentschlossen in tägliche Meditationen, um die eigene Innerlichkeit noch genauer zu erkunden. Ich habe ganze Nächte meditiert, habe Unmengen luzider Träume bewusst erlebt und extrem seltene Ich-Zustände durchgemacht (formlos, grenzenlos, weiter Raum). Dann kamen Kosmologie, Quantenphysik und weitere buddhistische Werke in meine Privatbibliothek, die mittlerweile mehrere hundert Bücher quer durch alle Wissensgebiete enthält. Ausgelöst durch schwere menschliche Enttäuschungen, die ich erleiden und an denen ich reifen durfte, und durch die unheilbare ALS-Erkrankung (ALS = "amyotrophe Lateralsklerose") meiner geliebten Schwiegermutter wendete ich mich 2008 dem geistigen Heilen zu, studierte zwei Jahre bei Drossinakis in Frankfurt und nahm teil an internationalen Heilerkongressen in Griechenland und Bulgarien sowie an 15 wissenschaftlichen Messungen meiner geistig-energetischen Kräfte (siehe dazu: "Körper: Heilung"). 2009 erlebte ich zwei außerkörperliche Erfahrungen und andere seltsame Phänomene, die ich nur als "himmlisch und wunderbar schön " bezeichnen kann. Ich eröffnete eine eigene Heiler-Praxis, behandelte in der Schweiz, Polen, Österreich und in halb Deutschland, führte ungezählte "Seelengespräche" und stieß dabei immer wieder auf die großartige geistige Eigenmacht der Patienten, ihre tief empfundenen Überzeugungen, Vermutungen, Annahmen, Wünsche und Befürchtungen. Diese Erfahrungen ließen mich ungemein neugierig werden auf eben diese individuellen Kräfte - und seitdem widme ich meine Arbeit diesem Thema. IBANETIK ist die (vorläufige) Essenz dieser Arbeit: die frohe Botschaft über die geistig-seelischen Heilkräfte des Menschen. Und diese sind ohne Ausnahme individueller Natur, oder - wie IBANETIK formuliert - im eigenen ICH angesiedelt (nicht in der irdischen Ich-Identität). Was ich damit sagen will:

Wenn ich hier heute über Psychologie spreche und schreibe, dann tue ich dies aus etwa 40 Jahren bewusst erlebter und durchdachter Erfahrung heraus und zusätzlich wissend um die fundamentalen Botschaften, Glaubenssätze oder Lehren, die als herrschende Weltbilder daherkommen. Ich spreche mir selbst eine gewisse Erfahrungskompetenz zu und aus dieser Kompetenz heraus formuliere ich eine einfache Überzeugung: Wir brauchen dringend eine neue Psychologie.

 

Wir sind geistige Wesen.

Eine neue Psychologie benötigt ein neues Weltbild, einen neuen gedanklichen Kontext, einen neuen Rahmen - womit ich wieder bei meiner Eingangsbemerkung gelandet bin. Die früher sehr wirkmächtigen religiösen Vorstellungen der Menschen sind heute weitgehend abgelöst worden durch die modernen Bilder, die Wissenschaft, Forschung, Industrie und Gesundheitswesen täglich verkünden, und diese modernen Bilder und Überzeugungen sind wirkmächtig. Diese Bilder sind weitgehend materialistische Bilder, die auf dem Primat der Materie und der völlig haltlosen Theorie einer "subjektfreien" Objektivität basieren. Sätze wie "Das Gehirn denkt" sind direkte Folgen dieses Weltbildes - und sie müssen dringend verhindert und korrigiert werden. IBANETIK formuliert verglichen damit völlig neu: "ICH erzeuge meine Gedanken."

 

Was Menschen tief innerlich wirklich glauben und fühlen, steht auf einem anderen Blatt, einem viel wichtigeren, doch die herrschende Praxis ist dominiert von materialistischen Vorstellungen. Medizin, Psychiatrie und Psychologie sind getränkt mit materialistischen Erklärungen und Begründungen (und die Lehre an unseren Universitäten leider ebenfalls) - entsprechend werden viele therapeutische Ansätze dominiert von Chemie und Tablette und einer zunehmenden Hilflosigkeit der Therapeuten im Umgang mit geistig-seelischen Phänomenen, also mit dem fühlenden Wesen gegenüber. Was ihnen und auch den leidenden Menschen fehlt, ist ganz offensichtlich eine praktikable Landkarte von denjenigen inneren Kräften, die wir mit Begriffen wie Geist, Seele und Bewusstheit zu beschreiben versuchen. Ein Mitglied des Direktoriums einer führenden Psychiatrieklinik wandte sich hilfesuchend an mich, weil es unter Depressionen litt - und mutigerweise offen aussprach, dass weder es noch die gesamte Klinik irgendeine brauchbare geistig-seelische Theorie besäßen. Es selbst (das Mitglied; ich schreibe hier bewusst verschleiernd, um die Anonymität zu schützen) habe im Studium und anschließend in der konkreten Praxis immer nur biochemische und materialistische Therapien erlernt und angewendet, doch genau die hätten nicht geholfen. Malkurse, Trommelkurse, Arztgespräche - alles nur Beiwerk, Beschäftigungstherapie, ohne erkennbare Theorie, ohne nachhaltige Wirkungen. Zum Schluß läuft alles auf eine medikamentöse Therapie heraus. Aus vielen Gesprächen mit Patienten, die bereits mehrere Therapien hinter sich hatten, weiß ich, dass diese Episode kein seltener Einzelfall ist, sondern eher die Spitze eines leidenden Eisberges. Wir brauchen dringend eine neue Psychologie, ein tieferes Verständnis über diejenigen Kräfte und Mechanismen, die individuell ursächlich sind für sicht- und spürbares Leiden.

 

Ich werde hier eine solche Landkarte erstellen, und sie wird - darin liegt das Neue - biochemischen oder materialistischen Vorgängen kaum Beachtung schenken, sondern allein geistig-seelische Energien in den Fokus stellen. Sie wird wirkend sein, denn sie hat dies bereits bewiesen: Nicht nur in meiner Praxis, sondern überall auf der Welt, sind psychische und körperliche Erkrankungen geheilt worden - von den Betroffenen selbst. Auch körperliche Symptome sind zurückgegangen oder ganz verschwunden, weil die Betroffenen geistig aktiv wurden. Alle in verschleiernder Sprache so genannten "Placebo-Effekte" beweisen die Wirkkraft des EIGENEN Geistes. Denn natürlich wirkt hier kein "Placebo", sondern einzig und allein das erzeugende geistige Wesen - nur genau DAS wird durch die fast schon inflationäre und seichte Verwendung des Begriffes "Placebo" verdeckt und verschleiert. Würden alle Patienten oder Testpersonen, die in den Genuß eines "Placebos" kamen, anschließend ausrufen, nicht das Placebo habe etwas bewirkt, sondern SIE SELBST, wir wären einen großen Schritt weiter auf dem holprigen Weg hin zu mehr Bewusstheit über die eigenen geistigen Möglichkeiten.

Geistig bewirkte Heilungen geschehen also bereits und dies ohne schädliche Nebenwirkungen, ohne eine einzige Tablette, ohne horrende Arztkosten (die zumeist von der Solidargemeinschaft finanziert und deshalb nicht bewusst werden, aber natürlich vorhanden sind und uns alle schädigen). Dass Psyche ("Seele") und Körper ("soma") miteinander wechselwirken, ist bereits gut erforscht und hat zur Herausbildung von zwei entsprechenden Fachrichtungen innerhalb der Medizin geführt: "Psychosomatik" nennt sich die eine, "Somatopsychologie" die andere. Die eine untersucht geistig-seelische Einflüsse auf den Körper, die andere körperliche Einflüsse auf das Geist-Seele-Gefüge des Menschen. In beiden Richtungen wird bereits anerkannt, dass der Mensch ein "geistiges Wesen" ist - doch aus welchem Weltbild heraus?

 

Viele Fragen sind noch völlig offen: Beeinflusst der Körper wirklich Geist und Seele - oder beeinflusst Geist sich selbst, in einer eher rückbezüglichen oder reflexiven Weise? Was bedeutet "Beeinflussung": Betont es den wahrnehmenden oder den erzeugenden Aspekt des Geistes? Werden körperliche Phänomene wahrgenommen und erzeugt dann der Geist eigene Phänomene - oder verursachen körperliche Signale mehr oder weniger direkt geistige Phänomene? Welche Gewichtung zwischen Geist und Körper könnte hier vorliegen, welche Kausalitäten existieren? Ist der Geist fähig, Körpersignale in verschiedener Weise zu bedeuten - und bewirken diese individuellen Be-Deutungen dann etwas im eigenen Körper? Sind wir "Opfer" unserer biochemischen Prozesse und fühlen deshalb unsere Gefühle, weil "das limbische System etwas macht" - oder fühlen wir unsere Gefühle, weil wir geistig "etwas machen", weil wir aktive und erzeugende Wesen sind?  

 

Wir sind erzeugende geistige Wesen.

Eine neue Psychologie wird sich nur dann bilden können, wenn die herrschenden Weltbilder grundlegend in Frage gestellt werden. Wie die alten Götter vom Materialismus fast verdrängt wurden, wird auch der Materialismus verdrängt oder relativiert werden - ganz einfach deshalb, weil er nicht fähig ist, alle relevanten Phänomene zu erklären. Doch welche Kraft wird dazu fähig sein? Welches neue Weltbild wird bessere Erklärungen, bessere Therapien, weniger Kosten und mehr Gesundheit mit sich bringen? Denn das wird die Bedingung sein für die erfolgreiche "Manifestation" dieses Neuen: Es muss sich behaupten können in der Realität des menschlichen Lebens, es muss besser sein als seine jeweiligen Vorgänger. Ich denke, dieses neue Weltbild wird sich entfalten um einige wichtige Schlüsselbegriffe herum - und diese möchte ich hier skizzieren und zur Diskussion darüber einladen. Und natürlich wird das zentrale und wirkmächtigste  Zauberwort das geistig-seelische "ICH" sein, aus welchem jeder Menschen heraus sehr viel aktiver und formender und erzeugender agiert als heute gemeinhin angenommen wird ...

 

In der Online-Akademie werde ich nach und nach einige hinweisende Seiten für psychologisch Interessierte veröffentlichen. Die tiefere Ausarbeitung werde ich nur in der IBANETIK-Akademie denjenigen zur Verfügung stellen, die aktiver mitarbeiten, ernsthafter studieren und an sich forschen wollen, also den aktuellen und zukünftigen Mitgliedern des ICH-Heilkreises. Der Grund: Diese neue Lehre oder Landkarte kann nicht einfach kognitiv konsumiert werden (also durch reines Textstudium verstanden werden), sondern benötigt die persönliche Erfahrung. Sie muss erfahren, gefühlt, selbst gespürt, überprüft und verinnerlicht werden - andernfalls wird weder ein Patient noch ein Therapeut diejenige innere Tiefe erreichen, die für die Erzeugung positiver geistiger Wirkungen benötigt wird. Das alles möchte ich tun in den kommenden Monaten und Jahren, Schritt für Schritt, wie es mir meine Möglichkeiten erlauben. Schauen Sie also öfter mal vorbei, wenn Sie interssiert sind.

 

"Wir sind erzeugende geistige Wesen, die in und mit einem Körper hier agieren" - dieser Satz wird das neue Weltbild einleiten, aus dem heraus Seele, Geist und Bewusstheit neu verstanden werden können. Das geistige Wesen (oder Seelen oder Persönlichkeiten) besitzt eine ICHheit, die nicht nur passiv wahrnehmend, sondern in erstaunlicher Weise auch aktiv erzeugend ist. Und es folgt in allen (!) seinen Bestrebungen einer inneren Kraft, die sie selbst nicht erzeugte, sondern die seinem geistig-seelischen Wesen von einer noch wirkmächtigeren Quelle mitgegeben wurde, der unfassbaren Liebe in seinem "Herzen".

 

Mit Dank für Ihr Interesse

 

Ihr

 

Carsten Rachow

Frankfurt, im Oktober 2016