zur Verletzlichkeit des Körpers


"Materie ist verletzlich. Auch dies zu spüren, zu lernen, zu sehen, sind wir hier. Wer gelernt hat, wird viel behutsamer, wird liebender mit seinen erzeugenden Kräften umgehen - und erst dann sind wir reifer für andere Seinsdimensionen, in denen wir unsere Gedanken ohne Verzögerung manifestieren, sofort, ungebremst. Hier, in den Bedingungen von Raum, Zeit und Materie, können wir den bewussteren Umgang mit der eigenen Schöpferkraft erlernen - und ihre Auswirkungen auf andere fühlende Wesen bemerken." 


Materie ist verletzlich.

Leiden ist überall, unübersehbar. Ich sehe andere Wesen leiden, ich spüre mein eigenes Leiden. Pflanzen leiden, Tiere leiden, Menschen leiden - Materie ist verletzlich.

 

Glück ist überall, unübersehbar. Ich sehe andere Wesen glücklich leben, ich spüre mein eigenes Glück. Pflanzen blühen, Tiere rennen, Menschen freuen sich - Materie ist heilbar.

 

Beides ist, und beides kann gesehen und erfahren werden. Wozu die Erfahrung des Glücks? Wozu die Erfahrung der Lebensfreude? Wozu die gegenteiligen Erfahrungen von Leid und Schmerz, von Trauer und Einengung? Nun, beides folgt, wie ich meine, einem höheren Sinn, einer höheren Ordnung, dient einer höheren Gewissheit. Denn beide Erfahrungsräume, die negativen wie die positiven, erleben wir nicht ohne erzeugende ICH-Aktivität. Freude und Schmerz passieren, weil das erzeugende Wesen eine unfassbar starke Kraft im Universum darstellt.

 

Ich will hier gerne einmal verweisen auf die unglaublich große Menge an physikalischer "Energie", die allein in der Körpermaterie eines Menschen gebunden ist, um meinen Satz, dass jedes erzeugende Wesen eine gigantische Kraft darstellt, zu stützen. Jeder halbwegs geschulte Physiker wird vorrechnen können, dass die für uns alltäglichen Massen gemäß der Einsteinschen Energie-Masse-Äquivalenz gewaltigen Energiemengen entsprechen: So wiegt eine Ein-Euro-Münze gerade einmal sieben Gramm beziehungsweise 7 × 10-3 kg. Nach Einstein wären dann nur 60 Stücke dieser Münzen nötig, um den gesamten Energiebedarf Deutschlands an einem Tag zu decken (!). Alle Kraftwerke könnten abgestellt werden - soviel Energie ist in dieser Materie gebunden. 60 Münzen á 7 Gramm = 420 Gramm Gesamtgewicht - und wie viel wiegt dein Körper?  Jetzt hast du hoffentlich ein Gefühl für die kaum glaubliche Energiemenge, die allein dein Körper repräsentiert. Eine Frau mit 60 kg Körpergewicht könnte den Energiebedarf Deutschlands für ca. 143 Tage decken. Nicht schlecht, was?!

 

Doch diese gewaltige Menge im Körper gebundene Energie folgt mühelos deinen Gedanken, wenn du etwa beabsichtigst, den Arm zu heben oder von A nach B zu gehen. Welche Energie ist fähig, diese gewaltige Körperenergie zu bewegen? Es ist geistige Energie, die den eigenen Körper bewegt - und auch deshalb sage ich oben, dass "das erzeugende Wesen eine unfassbar starke Kraft" darstellt.

 

Wir können "Materie verletzen" - und dies bedeutet eigentlich, dass wir die in der Materie gebundene Energie "verletzen" können. Dies können wir auf zwei Weisen tun: einmal physikalisch-mechanisch, und dann noch informativ. Physikalisch kann Energie auf Energie wirken, etwa bei Schlägen oder Unfällen - und der für uns sichtbare Körper verformt sich. Doch Energie reagiert auch auf Informationen, also auf geistige Erzeugnisse. Traurige Gedanken schwächen den Körper, zuversichtliche stärken ihn. Jede Krankheit ist daher keine Krankheit des Körpers, sondern zunächst und vorab eine Erkrankung der durch Information veränderten Energie, aus der sich der Körper bildet. Und wir, die erzeugenden geistigen Wesen, geben ständig Informationen in die eigene Körper-Energie. Genauer: Der Körper IST diejenige Form, die in-formiert wird, in die hinein Geistiges sich ergießt. Kein Arm hebt sich von allein, nur der geistige Impuls kann dies bewirken ... 

 

Den Umgang mit der eigenen Energie lernen

Es ist leicht, zu überprüfen, ob wir fähig sind zur Selbstverletzung kraft der eigenen geistigen Energien: Man setze sich in geschützter Umgebung hin, erzeuge negative Gedanken und bemerke seinen Zustand. Jeder Depressive tut dies. Wir können spüren, welche Kraft die eigenen geistigen Erzeugnisse auf uns haben.

 

Wir spüren aber auch, welche negativen und positiven Wirkungen wir anregen können bei anderen Menschen. Diese zeigen uns ihre Freude, ihre Dankbarkeit, ihr Lächeln - oder ihren Schmerz, ihre Wut, ihre Enttäuschung. Ich sage "anregen", nicht verursachen - denn es ist extrem wichtig zu begreifen, dass niemand kausal und direkt ursächlich die Gefühle eines anderen verursacht, sondern lediglich bestimmte Kontexte oder Bedingungen dafür erschafft. Es gibt keinen Gefühlsautomatismus. Wir sind stets frei, auf äußere Bedingungen so zu reagieren, dass wir unsere eigene Aktion bemerken - wir re-agieren nicht, wir agieren. Wir erzeugen aktiv unseren Ausdruck.

 

Die Empfindsamkeit der Materie liefert uns dann ein schnelles Bio-Feedback. Wir spüren sofort Negatives oder Positives. In Folge dessen wiederholen wir bestimmte Aktionen und stellen andere ein. Wir lernen - mit anderen Worten - den immer behutsameren Umgang mit unserer eigenen Schöpferkraft.

 

Hier auf Erden nennen wir dieses Lernen "Bewusstwerdung". Die Bewusstheit, dass ICH es bin, der meine Gefühle erzeugt, die Bewusstheit, dass meine eigenen Gedanken und Gefühle nicht nur mich, sondern auch meine Umwelt beeinflussen ("antriggern"), ist dabei das höchste Gut. Im Umgang mit der fühlenden Materie lerne ich meine eigenen Erzeugnisse kennen. Ich erwache zu mir, zu meiner schöpferischen Kraft.

 

Außerhalb von Raum und Zeit

Eines schönen Tages verlassen wir die Dimension der fühlenden Materie, die zugleich eine Dimension des Raumes und der Zeit ist. Beide Phänomene, Raum und Zeit, sind direkt verknüpft mit unserer Bewusstheit. Einsteins Relativitätstheorie muss erweitert werden um den Faktor "B", um Bewusstheit. Raum und Zeit sind nicht nur relativ zur Geschwindigkeit eines Beobachters (nähert der Beobachter sich der Lichtgeschwindigkeit, verändern sich Raum und Zeit), sondern eben auch relativ zur agierenden Bewusstheit. In außerkörperlichen Zuständen wird genau diese Relation erlebt. Doch was nehmen wir wahr außerhalb von Raum und Zeit?

 

Nun, hier auf Erden laufen die Ereignisse chronologisch geordnet nacheinander ab. Hier bewegen sich Gegenstände und wir selbst uns innerhalb eines Raumes. Doch außerhalb dieser Bedingungen wird all dies nicht mehr passieren, nicht mehr wahrgenommen. Stattdessen bemerken wir Überraschendes: Ereignisse geschehen gleichzeitig, parallel, multidimensional. Wir erleben UNS in mehreren Szenarien gleichzeitig - und dies völlig mühelos. Räume werden zu inneren Zuständen. Zeiten ebenfalls. Wir sehen vergangene und zukünftige Ereignisse - und uns selbst mitten drin. Wir erleben uns als aktive Erzeuger dieser vielen Welten, Erfahrungen, Möglichkeiten. Wir erleben unsere gewaltige Schöpferkraft. 

 

Deshalb scheint es mir eine gute Idee zu sein, schon hier auf Erden bewusster für das eigene erzeugende Wesen ("ICH") zu werden. Hier laufen die Ereignisse noch mit Zeitverzögerung ab; hier können wir Bewegungen im Raum noch beobachten und den Umgang mit unseren eigenen geistigen Kräften studieren. Dort jedoch, eingebettet in völlig andere Seinsbedingungen, sind wir selbst der "raumlose Raum", in dem Ereignisse geschehen - Myriaden möglicher Ereignisse, nicht getrennt durch ein zeitliches Nacheinander, sondern einander beeinflussend und gleichzeitig geschehend. Du aber wirst stets das Zentrum sein. Von dir gehen diese vielen Welten aus, auf dich wirken sie zurück, unendlich verbunden mit den vielen Welten, die andere geistige Wesen erzeugen.

 

Es könnte also wirklich eine hilfreiche Idee sein, schon hier zu erwachen zu einer ich-aktiven Bewusstheit (IBA: "Ich bin aktiv"), zu einer Bewusstheit, in der man sich selbst als ein erzeugendes Wesen erkannt hat. Die verletzliche Materie hilft uns dabei. Leiden hilft uns. Wer das Leiden abschaffen will (Buddha), will die Bewusstheit über das eigene erzeugende Wesen abschaffen. Keine gute Idee ...