... über Männer und Frauen


Männer pflegen ihr Ich und vernachlässigen das Wir - Frauen pflegen das Wir und vernachlässigen ihr Ich. Männer betonen Ergebnisse zu Lasten von Beziehungen - Frauen betonen Beziehungen zu Lasten von Ergebnissen. Männer haben das "aggressive" Testosteron, Frauen die "Beziehungsdroge" Oxytocin. - Ich lese oft derartige Erklärungen für männliches und weibliches Verhalten. Sie kommen scheinbar "objektiv" daher, hübsch verpackt in wissenschaftlichen Kleidern  - und sind doch nichts anderes als die unbewussten Konstrukte der erzeugenden Perspektive ihrer Autoren.


Männer und Frauen sind die Formen erzeugender Wesen.

Hallo Gott, bist du ein Mann?

Nö. Zu langweilig.

Dann  bist du eine Frau?

Ach Carsten, nicht schon wieder dieses irdische Zeugs ...

Okay, dann eben himmlisches Zeugs: Du bist beides, stimmt's?

Schon besser. Aber viel zu eng, viel zu reduziert, viel zu menschlich gedacht, mein Lieber.

Was bist du dann?

Das frage ICH mich manchmal auch (lacht). ICH bin so ungeheuer viel, im Grunde alles.

Das hilft mir auch nicht wirklich. Wann ist denn nun ein Mann ein Mann und eine Frau eine Frau?

Oh, das ist einfach: Ab dem Moment ihrer Wahl.

Ich habe gewählt ein Mann zu sein?

Nein. Du hast nur die Bedingungen und Symbole gewählt, um als Mann erscheinen zu können. Dein geistiges Sein ist wesenhaft umfassender.

Mit der Wahl meines Körpers und meines Umfeldes habe ich mich also auf "Mann" spezialisiert?

Yepp. Und manche von euch bereuen ihre Wahl sehr schnell und fühlen sich mit ihrem Wesen dann nicht mehr wohl: Manche Männer wollen dann wie Frauen agieren und manche Frauen eher wie Männer. Auch eine aufregende Selbsterfahrung, nicht wahr?

Bestimmt aufregend, ja. Doch ich frage mich, ob ich mich dann nicht auch wie eine Frau verhalten kann und eine Frau sich wie ein Mann benehmen kann. Ist das denn möglich?

Mann, bist du aber engstirnig. Na sicher ist das möglich. Als geistige Wesenheiten seid ihr sehr frei in eurem Selbstausdruck. Schranken und Grenzen setzt ihr euch selbst durch eure Glaubenssätze und eure kollektiven Muster. Die könnt ihr natürlich allesamt überwinden. Nur die einmal gewählte körperliche Grenze oder Bedingtheit könnt ihr nicht überwinden: Frauen gebären, Männer nicht.

Bei uns gibt es so spirituelle Ideen wie die von der "mystischen Hochzeit" oder "Einswerdung" oder "Verschmelzung" mit Gott, mit dem Höchsten. Und da heißt es oft, dass erst dann, wenn das Männliche wie das Weibliche und das Weibliche wie das Männliche geworden ist, eine solche Hochzeit oder Höherentwicklung erfolgen könne ...

Wirklich? Oh je, ICH hätte euch doch nicht so lange unbetreut lassen sollen. Was sind denn das für komische Geschichten?

Was soll daran komisch sein? Sagtest DU nicht selbst, dass wir beides aktivieren können, weil wir geistige Wesen sind, erzeugende Wesen?

Nein, das sagte ICH nicht. ICH sagte, dass ihr bewusst eine Wahl getroffen habt, um spezielle Erfahrungen machen zu können - und dass manche von euch ihre Wahl bereuen und diese dann im Körper korrigieren wollen. ICH sagte, dass ihr fähig seid, im Körper euer umfassenderes Wesen zu bemerken, trotz aller körperlicher und kultureller Schranken. ICH sagte, dass ihr geistig sehr frei seid, um diese selbsterzeugten Glaubensschranken zu überwinden. ICH sagte nicht, dass ihr dadurch eine Verschmelzung oder Einswerdung mit MIR erreichen werdet. - Ist ja lächerlich, wie sollte denn etwas Erzeugtes jemals identisch werden können mit ihrer erzeugenden Quelle?

Na, durch Loslassen des Egos, durch Ent-Identifikation, durch Aufhebung der Dualität - so etwa ...

Junge, was redest du denn da? Wer erzählt euch denn diesen Quark?

Na ja, wir hatten und haben da so einige, die fest daran glauben und die den Leuten immer wieder sagen, dass sie "eins mit dem Höchsten" werden könnten, wenn sie nur dies oder jenes tun würden.

Ignorieren, Carsten. Bin ganz verblüfft, mir fehlen die Worte ... ! Nun ja, auch diese Menschen haben edle Absichten bei ihren schöpferischen Akten. Sie erzeugen Vorstellungen und glauben fest daran. Diejenige Quelle, die zur Erzeugung solcher Ideen fähig ist, kann jedoch niemals aufgelöst oder losgelassen oder verschmolzen werden. ICH lasse doch nicht zu, dass meine eigenen Schöpfungen sich aus eigenem Willen wieder auflösen. Wozu soll denn das gut sein? Bewusstsein kann sich alles Mögliche vorstellen, sogar seine eigene Auflösung, doch wirklich vergehen kann bewusstes Sein nicht. Dann müsste ja auch ICH vergehen können ... (lacht)

Na, da bin ich aber beruhigt. Soll reichen für heute, Gott. Ich gehe dann mal wieder ein bißchen "Mann" spielen, angereichert mit einigen weiblichen Erzeugnissen (lacht). Treffe mich gleich mit einer Wesenheit, die den Körper einer Frau gewählt hat und ziemlich genervt ist von ihrem aktuellen Leben. Mal schauen, was sie so erzeugen wird ...

Ja, viel Spaß euch beiden. Ein Tipp: Wenn ihr eure Spiele extrem bewusst spielt, dann machen sie besonders viel Spaß. Du spielst "Mann" und sie spielt "Frau" - und beide wissen darum. Herrlich, nicht wahr?

Ich fürchte, ihre Bewusstheit für sich selbst ist noch nicht so weit. Sie glaubt fest daran, eine Frau zu sein, was immer das auch sein soll. Sie ist sich ihrer eigenen Konstruktionen noch nicht bewusst. Ich habe vor, ihr zu ein wenig mehr Bewusstheit über sich selbst zu verhelfen.

Gute Idee. Und wie machst du das?

Ich stelle Fragen. Dann stößt sie schnell an die ihr unbewussten Grenzen ihres eigenen Denkens - und spürt innerlich genau diese Berührung. Dann biete ich ein, zwei neue Möglichkeiten an und bitte sie, diese zu überprüfen und selbst zu einer Antwort zu finden. Gelingt ihr das, hat sie ab diesem Moment ihre Bewusstheit aus eigener Aktivität heraus erweitert - und dann wird's immer lustig, weil jenseits der eigenen Denkgrenzen dann ein hübsches Paket neuer Fragen und Ahnungen und Möglichkeiten auftaucht.

Ja, so ist das. Immer mehr, immer weiter, grenzenlos, unendlich. Irgendwie wie ICH, nicht wahr?

Yepp, wie DU. Mach's gut ...