IBA-Sichtweise auf ... Physik und Kosmos


Die erzeugten Naturgesetze in Physik und Kosmologie

Meine wichtigste Bemerkung möchte ich gleich zu Beginn bringen. Sie beruht auf der Unterscheidung von "wahrgenommener" und "mitgeteilter" Wahrheit (siehe Kap. 1 "Erzeugung geht vor Wahrheit"), die ich beide als "erzeugte Wahrheiten" beschrieb: Alle bislang formulierten "Naturgesetze", physikalischen Formeln und kosmologische Modelle sind selbstverständlich keine "erkannten" oder "wahrgenommenen" Modelle, sondern von uns konstruierte Vorstellungen, Ideen oder Theorien. Das liegt nicht etwa an der "Natur der Sache", sondern an der Natur des Subjekts, welches ich hier als ein schöpferisches Wesen beschreibe. Dieses Subjekt (also ich und du) ist wesenhaft bedingt, begrenzt oder limitiert und unter anderem mit einer "erzeugten Form der Wahrnehmung" ausgestattet (Kap. 2 "Erzeugung geht vor Wahrnehmung"). 

Daraus folgt nicht nur, dass alle (!) wissenschaftliche Theorien "vorläufige" sind, dass wir uns der Wirklichkeit stets modellhaft "annähern" und dass jede empirische Theorie, wenn sie eine empirische Theorie sein möchte, sich - wie es der kritische Rationalismus fordert - auf "Falsifizierbarkeit und Verifizierbarkeit" überprüfen lassen kann, sondern vor allem, dass jede empirische Theorie "falsifizierbar" ist. Dies folgt u.a. auch aus der Wissenschaftslogik, die erkannt hat, dass jede (!) Logik von Bedingungen abhängig ist, die sie selbst logisch nicht erklären kann, die also außerhalb des "Systems der Logik" liegen. Was "außerhalb" jeder Logik liegen könnte, haben wir besprochen: das erzeugende Subjekt. Logik ist ein Erzeugnis, das Subjekt seine schöpferische Quelle. Und die Quelle liegt "außerhalb" ihrer Erzeugnisse.

 

Anders formuliert: Jedes "Erzeugnis" ist zwangsläufig begrenzt und partiell, weil es subjektabhängig ist (es sei denn, man behauptet, eine subjektfreie "objektive" Sicht zu besitzen, was ein Ding der Unmöglichkeit ist und schnell falsifiziert werden kann). Jedes Konstrukt, jede Theorie, jedes Modell und jede Formel ist limitiert, übersieht stets irgendetwas, geht von ebenfalls konstruierten Setzungen ("Axiomen") und Bedingungen aus und ist damit "partiell", also ganz fundamental verbesserungsfähig - eine direkte Konsequenz der Falsifizierbarkeit. Und der tiefere Grund für all das ist das erzeugende Subjekt, nicht aber die Größe oder Komplexität des Untersuchungsgegenstands - denn auch "Größe" oder "Komplexität" sind relative Bedeutungen. Und wozu sind sie "relativ"? Richtig, zum schöpferischen Subjekt. Was uns heute "komplex" erscheint, könnte uns in einer fernen Zukunft "einfach" erscheinen - dies aber nur dann, wenn sich dieses Subjekt verändert haben wird. Wie verändert es sich? Durch Selbsterfahrung und IBA-Bewusstheit.

 

Daniel Whiteson, Professor für Physik an der University of California, der auch am europäischen Kernforschungszentrum CERN forschte, und Jorge Cham, Comiczeichner, dessen Cartoons u.a. in der New York Times, der Washington Post und im Scientific American veröffentlich werden, haben ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, in dem sie die astrophysikalischen Fragen unserer Zeit humorvoll und leicht verständlich erklären: "no idea - keine ahnung! Vorletzte Antworten auf die letzten Fragen des Universums" (Bertelsmann 2018, 462 Seiten). Es geht um Physik, Quantenphysik und das Universum - also genau unser Thema.

 

"Wir wissen ungeheuer wenig."

"95 % des Universums fehlen uns. Was ist Zeit? Was ist der Raum? Was "Dunkle Materie" und "Dunkle Energie"? Was ist Schwerkraft und warum ist sie so schwach? Können wir das Universum überhaupt verstehen?" - In diesem Stil beschreiben und erklären Whiteson und Cham mit viel Lust und Freude, dass wir kaum Antworten, aber sehr, sehr viele ungeklärte Fragen haben. Sie zeigen, wie vermessen die Vorstellung ist, dass wir Menschen darüber Bescheid wüssten, was im Universum vor sich geht. Immerhin, so der Klappentext zum Buch, "(erhält) der Leser ... eine Ahnung davon, warum wir es nicht wissen".

 

Ich bezweifle nicht, dass der Leser diese Ahnung erhält. Doch welche Ahnung? Ich vermute, dass die allermeisten Leser ahnen werden, wie ungeheuer komplex und schwierig "die Sache" ist, das Universum, die Quantenphysik, Energie und Materie, Raum und Zeit. Das ist in der Tat, was Whiteson und Cham auf wunderbare Weise vermitteln und mit "frechen" Cartoons untermalen. Was sie nicht vermitteln, ist die Bedingtheit des schöpferischen Subjekts. Diese Ahnung, dass es an uns und nicht so sehr an der Sache liegen könnte, vermitteln sie nicht. Kein Vorwurf, nur eine Beschreibung: Sie selbst sagen, dass derartige Untersuchungen wohl Sache der Philosophie wären und nicht von Physikern. Deshalb kommt bei ihnen das erzeugende Subjekt weder erkenntnistheoretisch noch ontologisch erkennbar vor.

 

Gemeinsam mit ihnen rufe ich jedoch nicht dazu auf, das Handtuch zu werfen und alles Erkenntnisstreben und alle Wissenschaften wegen unserer wesenhaften Bedingtheit zu beenden. Im Gegenteil, ich stimme ihren abschließenden Worten voll und ganz zu: "Werden wir eines Tages fähig sein, solche grundsätzlichen und wesentlichen Fragen über das Universum zu beantworten? Wir wissen es nicht. Aber es wird gewiss ein aufregendes Abenteuer werden." Und ich füge mit IBA gerne hinzu: "Wenn wir nicht nur die wesentlichen Fragen zu beantworten suchen, sondern auch die wesenhaften, dann wird es ein noch aufregenderes Abenteuer."

 

Fügen wir uns hinzu.

Fügen wir also das unbekannte Subjekt dem Universum hinzu. Mit IBANETIK versuche ich genau dies zu tun: Es gibt ein erzeugendes Wesen, ein schöpferisches ICH, eine wirkende Kraft. Dieses Subjekt ist Ursache und Bedingung aller menschlichen Erkenntnis. Alle Theorien sind unvermeidlich falsifizierbar, nicht weil die Empirie zu komplex ist, sondern weil dieses schöpferische Subjekt IST.

 

Eine neue Sichtweise, diese IBA-Sicht? Ich glaube nicht (für manche wohl, vielleicht für Erkenntnistheoretiker nicht). Spätestens seit Kant ist das erkennende Subjekt als "unüberwindbares Hindernis" vielen Menschen bewusst. Doch "erkennendes Subjekt" ist nicht gleich "schöpferisches, erzeugendes Subjekt", nicht wahr? Dieses füge ich mit IBANETIK hinzu: Bewusstheit kann das eigene Wesen nicht nur als wahrnehmend bemerken, sondern auch als aktiv erzeugend.  Tja, und dann, erst dann, könnten Universum und Naturgesetze nicht etwas sein, was wir wahrnehmen und erkennen, sondern etwas, was wir in Wechselwirkung mit dem Universum ko-erschaffen. Pointiert: Wir erschaffen gemeinsam mit der Wirklichkeit, was wir dann in der Wirklichkeit sehen und erkennen. Wahrlich, ein aufregendes Abenteuer ...