IBA-Sichtweise auf ... Corona


Die erzeugte Gefährlichkeit

"Infektiosität ist nicht gleich Gefährlichkeit.

Politiker, Ärzte und Virologen erkennen nicht, wie sie beides gleichsetzen."

 

Ob etwas "gefährlich" ist oder nicht, ist offensichtlich eine zunächst subjektive Einschätzung, mithin ein geistiges Erzeugnis. Damit möchte ich beginnen: Ob, und wenn ja, wie gefährlich das Corona-Virus ist, ist für mich eine individuell beginnende und sich dann kollektiv bestätigende Konstruktion: keine wissenschaftliche Wahrheit, kein objektives Urteil, sondern eine geistige Konstruktion. Das Virus ist keine Konstruktion, es hat eine reale Eigenexistenz. Doch seine Gefährlichkeit ist eine Konstruktion. "Gefährlichkeit" ist demnach nichts, was wir im Virus finden werden. Wir finden Gefährlichkeit in uns, als bewertende Vorstellung. 

 

Ich will hier nicht die Gefährlichkeit des Virus für den Menschen bestreiten. Ich will sagen, dass es DIE Gefährlichkeit nicht gibt, außer als geglaubte (Massen-)Konstruktion. Für manche Menschen war und ist das Virus nicht nur gefährlich, sondern sogar tödlich. Für andere war und ist es das nicht. "Gefährlichkeit" ist wahrlich ein gefährliches Konstrukt: Es wirkt sehr stark, vor allem dann, wenn man es nicht als Konstrukt erkennt, sondern als "stehende Wahrheit". Was ich sehe mit Blick auf das Corona-Geschehen in Deutschland, ist nicht nur ein äußeres Virus, sondern auch ein "inneres Virus". Im IBA-Kreis sagte ich zu Beginn der Epidemie: "Jetzt wird eine kollektive Angst erschaffen werden." Und wo Angst erzeugt wird, kommt auch recht bald "die Gefährlichkeit" um die Ecke. 

 

Die erzeugten Statistiken

Die Tabelle zeigt einen Ausschnitt der offiziellen RKI-Daten zur Corona-Infektiosität in Deutschland. Diese (und andere) Tabellen werden offensichtlich erzeugt. Für mich ist nicht so interessant, was sie zeigen, sondern was sie nicht zeigen. Deshalb werde ich nach und nach weitere Tabellen hinzufügen, alle ergänzt durch meine eigenen Zahlen und Schätzungen. Auf Genauigkeit kommt es mir hier nicht an. Ich will das Prinzip der Konstruktion sichtbar machen - und wie durch das Weglassen von Informationen eine bestimmte "Gefährlichkeit" von Corona dargestellt wird und andere Einschätzungen nicht gefördert werden. Zunächst Tabelle 1: 

Tab. 1: COVID-19                                      offizielle RKI-Fallzahlen in Deutschland                             Stand: 14.10.2020
Bund Anzahl Infizierte Fälle in den letzten 7 Tagen Todesfälle
Gesamt: 334.585 26.163 9.677

Wer nun - nach 7 Monaten Corona - das unsichtbare Konstrukt "Gefährlichkeit" als "inneres Virus" schon in sich trägt, ob als Politiker, Arzt, Wissenschaftler oder Bürger, der wird diese aktuellen Daten mit eben dieser selbst-erzeugten Sicht lesen und bewerten. Er wird diese Daten als "gefährlich" bewerten. Der Punkt ist nun, dass seit Monaten diese Daten berichtet und diskutiert werden, andere jedoch kaum. Dass sich jemand auf der Basis anderer Daten zu einer anderen Konstruktion von "Gefährlichkeit" entscheidet, ist hier nicht mein Ziel. Jeder kann gerne bei seinen Erzeugnissen bleiben - nur wissen sollte man, dass es sich um Erzeugnisse handelt. Nun zu Tabelle 2: die gleichen RKI-Daten, aber mit meinen kleinen Ergänzungen (in blau):  

Tab. 2: COVID-19 plus                                 Fallzahlen in Deutschland                                                  Stand: 14.10.2020
Bund Anzahl Infizierte Fälle in den letzten 7 Tagen Todesfälle
Gesamt: 334.585 26.163 9.677
in %: 100,0 7,8 2,9

in % von 80,0 Mio.

Gesamtbevölkerung

0,4 0,03 0,01

Die gleichen RKI-Zahlen, nur jetzt nicht als absolute, sondern auch als relative Zahlen (ausgedrückt durch die Prozentangaben). Relative Zahlen sind die Zahlen, die eine Aussagekraft ermöglichen, denn nur sie stehen "in relatio", in Verbindung oder Beziehung zur jeweiligen Realität. Absolute Zahlen sind nett, aber bedeutungslos. Test: Was sind 1.000,- Euro? Nichts. Bedeutungslos. Erst "in relatio" zu dir selbst erhält die Zahl eine Bedeutung: Sind 1.000,- Euro viel oder wenig für dich? Wenn du sie bezahlen musst, könnte sie "viel" sein, wenn du sie bekommen sollst als Gegenwert für deinen neuen Porsche, dürfte sie "sehr wenig" sein. Die Relation macht's. So auch bei den RKI-Fallzahlen.

   

Die erste (und recht heftige wirkende) Konstruktion der RKI-Leute ist eine Unterlassung: Sie bieten keine relativen Daten. In meiner Zeit als Geschäftsführer hätte ich meinen Controller ermutigt, sich einen anderen Job zu suchen, wenn er mir nur mit absoluten Zahlen gekommen wäre. Nun ja. Ich habe sie hinzugefügt und erst jetzt sehen wir, das 2,9 % der Infizierten sterben oder 0,01 % der Gesamtbevölkerung. Erst jetzt sehen wir, dass 0,4 % der Gesamtbevölkerung insgesamt infiziert sind - aber deshalb noch nicht erkrankt. Viel oder wenig, gefährlich oder ungefährlich? Jeder erzeugt subjektiv, doch mit Tabelle 2 hätte er einige Farben mehr auf der Palette, nicht wahr?

 

Nun zu Tabelle 3: Hier tauchen jetzt die Gesundeten auf, eine Zahl, die das RKI nicht melden kann, weil sie nirgendwo zentral erfasst wird. Außerdem gibt es Unsicherheiten bei der Diagnose. Dennoch gibt es belastbare Zahlen über Gesundete aus einigen deutschen Kreisen, von der John Hopkins University und aus China. Sie alle erlauben mir, für Deutschland näherungsweise eine Quote von 90,0 % anzunehmen. Was ich zeigen will, würde auch mit einer Quote von 80 oder 75 % funktionieren.

Ein Infizierter ist noch kein Erkrankter, er kann erkranken oder weitgehend symptomfrei sein. Ergo sollten die symptomfreien Fälle auch nicht zu den 90 % Gesundeten gezählt, weil sie ja niemals erkrankten, sondern nur infiziert waren. Diese Unterscheidung ist jedoch nirgendwo abgebildet worden. Unter "Gesundete" fallen hier demnach beide, also Infizierte, die kaum Symptome zeigten und Erkrankte, die jetzt wieder gesund sind. Ich setze beide Gruppen willkürlich mit jeweils 50 % an. Diese Schätzwerte baue ich nun ebenfalls ein in Tabelle 3. Die Spalte "Fälle in den letzten 7 Tagen" habe ich weggelassen; ich benötige sie nicht für meine Zwecke:  

Tab. 3: COVID-19 plus-plus                      Fallzahlen in Deutschland                                                   Stand: 14.10.2020 
Bund Anzahl Infizierte Todesfälle Gesundete aktuell Infizierte

davon:

symptomfrei

davon:

erkrankt

Gesamt: 334.585 9.677 301.127 23.782 11.891 11.891
in %: 100,0 2,9 90,0 7,1 50,0 50,0

in % von 80,0 Mio.

Gesamtbevölkerung

0,4 0,01 0,38 0,03 0,015 0,015

Ich würde nun Probleme haben, "Gefährlichkeit" zu konstruieren. Wäre Tabelle 3 in ähnlicher Form frühzeitig öffentlich kommuniziert und in den Talk-Shows diskutiert worden, hätten wir vermutlich auch kollektiv ein anderes Massen-Konstrukt. Selbst dann, wenn das Corona-Virus die komplette Bevölkerung "durchseuchen" würde, wäre ich bei diesen relativen Zahlen nicht besorgt. Ich war es im Übrigen von Anfang an nicht. Der öffentliche Diskurs über "Corona" verläuft seit Monaten und fast täglich unter Würdigung der grauen Zahlen; die blauen Daten werden noch nicht einmal als "fehlend" bemerkt.

 

Die "Relativierung" von absoluten Zahlen ist, wie oben gezeigt, ein unerlässliches Hilfsmittel zur Bewertung und Einordnung. Der oft gehörte Vorwurf, Relativierung sein "schönreden" ist unredlich und verkennt den eigentlichen Vorgang, der darin besteht, bestimmte Zahlen durch die Zuhilfenahme anderer Kontexte (sprich: Relationen, Beziehungen) aussagekräftiger zu machen. Deshalb abschließend noch Tab. 4, in der ich die ebenfalls vom RKI stammenden Daten zur Influenca- oder Grippesaison 2017/18 verwende, um einen weiteren Kontext sichtbar zu machen (Quelle:  https://www.tagesschau.de/inland/grippe-129.html): 

Tab. 4: COVID-19 plus-plus-plus                      Fallzahlen in Deutschland                                         Stand: 14.10.2020 
Bund Anzahl Infizierte Todesfälle Gesundete

Grippe:

sicher Infizierte

davon:

Todesfälle

Gesamt: 334.585 9.677 301.127 9.000.000 25.100
in %: 100,0 2,9 90,0 100,0 0,28

in % von 80,0 Mio.

Gesamtbevölkerung

0,4 0,01 0,38 11,3 0,03

Hier wird nun sichtbar, dass die Grippe mit einer deutlich höheren Infektiosität daher kam (11,3 % gegenüber 0,4 % bei Covid), was vermutlich jeder aus der alltäglichen Erfahrung bestätigen kann. Sie kam aber auch mit einer deutlich geringeren Gefährlichkeit: die Todesrate betrug nur 0,28 % gegenüber 2,9 % bei Covid. Bezogen auf die Sterblichkeit ist Covid also etwa 10 mal tödlicher als Influenca.

 

Mein Fazit: Covid ist deutlich lebensgefährlicher als Influenca, vermutlich weniger infektiös (der Vergleich hinkt wegen der bereits wirkenden Eindämmungsmaßnahmen, die es bei Influenca nicht gegeben hat), vielleicht aber auch in gleichem Maße infektiös. Die deutlich höhere Lebensgefahr von Covid hat öfter Intensivpflege (bis hin zur Beatmung) zur Folge als bei Influenca, weshalb eine Überlastung des Gesundheitssystems droht. Andererseits haben - vielleicht ähnlich wie bei Influenca - etwa 90 % aller Covid-Infizierten keine größeren Probleme (sie gesunden schnell bzw. zeigen kaum Symptome). Mit diesen Daten könnte ich die faktischen Berufsverbote, die faktischen Geldeinnahmeverbote, die millionenfachen Existenzängste und die 350 Milliarden (plus 900 Milliarden Staatsgarantien), die der wirtschaftliche Shutdown bereits gekostet haben, nicht rechtfertigen. Ein Teil dieses Geldes würde genügen, um ausreichend Intensivkapazitäten und Fachpersonal zu finanzieren - ohne größere wirtschaftliche Blockaden. Wenn ich aber die Gesundungsquote von 80 oder 90 % nicht im Blick habe, dann habe ich eine weitaus höhere Gefährlichkeit im Blick und werde solche Maßnahmen (die mittlerweile laut vielen Verfassungsrechtlern gegen fundamentale Verfassungsartikel verstoßen, dieser juristische Hinweis nur am Rande) rechtfertigen. So die deutsche Politik - und ich befürchte, dass sie mit diesem von hoher Gefährlichkeit getränktem Blick in die Herbst-/Wintersaison gehen wird. Ich kann diesen Blick verstehen - doch ich hätte einen anderen. 

 

Einige Ärzte scheinen auch einen anderen Blick auf das Virus zu haben: https://vera-lengsfeld.de/2020/10/21/wie-sinnvoll-sind-corona-massnahmen-ein-offener-brief-an-bundeskanzlerin-merkel/#more-5601

 

Wir erschaffen unsere Erfahrungen.

Corona ist für mich ein Paradebeispiel für "kollektive Konstruktion", für eine massenhafte Ko-Schöpfung. Leider weitgehend IBA-unbewusst, ohne massenhaftes Bewusstsein dafür, dass wir gerade schöpferisch aktiv sind. Haben wir deshalb Schaden angerichtet? Auch das ist eine Frage, die jeder anders beantworten kann. Die 350 Milliarden Euro zusätzliche Kosten für den Steuerzahler sind schon üppig; die ungezählten Existenzängste und andere Sorgen ebenfalls. Auf jeden Fall haben wir eine Menge Erfahrungen erschaffen.

 

Ob und warum derartig ergänzende und relativierende Daten nicht erhoben wurden, kann ich nicht beantworten. Die schlimmste Variante wäre, dass solche Daten existieren (wenigstens als Schätzwerte), aber absichtlich nicht diskutiert wurden ("Verschwörungstheorie"). Ich tippe jedoch auf IBA-Unbewusstheit: Februar/März gab es noch keine belastbaren Daten, aber "furchterregende" Bilder aus China und Südeuropa. Die Sorgen waren allerorten groß. Schnell war klar: Da kommt kein Virus, da kommt ein "gefährliches" Virus. Doch die damals sehr schnell erzeugte "Gefährlichkeit" ist anschließend erkennbar kaum überprüft worden, sie hat sich als Massen-Konstrukt verdichtet. Und ich fürchte, es wird lange dauern, bis wir willens sind, unseren Glauben an dieses Konstrukt zu ändern.

Ich wage eine Vorhersage, weil ich weiß, wie langwierig es ist, unbewusste Konstrukte zu verändern: Der Massen-Glaube an die Gefährlichkeit wird bleiben. Doch andere Leiden (quasi die mit-erschaffenen "Nebenwirkungen" der Virus-Therapie) werden zunehmen. Und erst, wenn dieses andere Leiden stärker wirken wird als das Virus-Leiden, werden wir zu neuen Vorstellungen hinsichtlich des Virus finden. Seine unverändert geglaubte Gefährlichkeit wird niemand rückblickend korrigieren wollen; alle werden bei ihrem geglaubten Konstrukt bleiben. Mit Blick auf das parallel wachsende andere Leiden wird es jedoch nun einen guten Grund geben, um zu anderen Auffassungen gelangen zu können. Das "andere Leiden" könnte durch vieles sichtbar werden: Massenarbeitslosigkeit, soziale Unruhen, explodierende Verschuldungen (öffentlich wie privat), Insolvenzen, Suizide u. ä. Ich glaube, dass es im Frühjahr 2021 so weit sein könnte.  

 

Erschaffen wir teilweise unsere Wirkungen, unsere Wirklichkeit, unsere Realität? Ich glaube schon, und ich wäre glücklicher, würden wir dies zukünftig IBA-bewusster tun.