IBA-Sichtweise auf ... Ökologie


Gehört der Mensch zur schützenswerten Natur?

"Ökologie" will ich hier verstanden wissen als einen Begriff, der die Botschaft transportiert: "Wir Menschen sollten unsere natürliche Umwelt schützen." In diesem Sinne ist ökologisches Verhalten umweltschützendes Verhalten, es versucht, die ganze "Natur" (Erde, Wasser, Luft, Klima, Pflanzen, Tiere) vor menschlichem Verhalten zu schützen - möglichst "nachhaltig und systemisch", also langwirkend und Wechselwirkungen in Ökosystemen beachtend.

 

So verstanden, versucht Ökologie zunächst nicht, den Menschen vor menschlichem Verhalten oder vor dem "Verhalten" der Natur zu schützen. Umweltschutz ist zentral nicht Menschenschutz, sondern Naturschutz. Das hat mich immer schon irritiert, vermutlich deshalb, weil ich mich als Teil dieser schützenswerten Natur betrachte. So konnte ich aber auch besser begreifen, warum so manche Umweltschützer so rabiat gegen Menschen vorgehen - schließlich gehören die ja nicht zur schützenswerten Natur, nicht wahr? Eher schon zu den vielen Bösen, die die Natur schädigen - und da kann man ja schon mal "menschenschädigend" vorgehen, oder?

 

Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass Umweltschutz nicht gegen die Menschen, sondern nur mit ihnen geschehen kann. In Deutschland waren die gemeinsamen Anstrengungen sehr erfolgreich, die "grüne Bewegung" war und ist wichtig und in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie hat seit 1980 die entscheidenden geistigen Impulse zur Veränderung des Bewusstseins gesetzt, konsequent und gegen viele Widerstände. Die Qualität unserer Luft, unserer Flüsse und Seen und anderer Parameter hat sich seit den 1970er Jahren spürbar verbessert - und dies hat kein "Grüner" geschafft, sondern wir alle. Doch vieles bleibt noch zu tun, wie die aktuellen Diskussionen um die Nitratbelastung unserer Böden und die Kohlendioxid-Emissionen zeigen. Wir brauchen Lösungen, die nicht nur die Natur schützen, sondern auch die Menschen - das wäre dann NATUR-Schutz, also Natur + Mensch.

 

Manche sagen, der Mensch raubt die Natur aus, verbrennt die Wälder, verpestet die Luft, erwärmt sogar das Klima und schädigt so nicht nur sich selbst, sondern auch die Natur, andere Lebewesen und Pflanzen, das ganze Ökosystem, "Mutter" Erde. Ich würde anders formulieren: Alles wechselwirkt miteinander in dieser NATUR. Große Tiere fressen kleine Tiere, Bäume stoff-wechseln mit den Böden, mit Pilzen, mit Luft und Sonne, alles wirkt miteinander auf verschiedene Weisen. Wir Menschen stoff-wechseln ebenfalls kräftig mit, unsere Atemluft und die Endprodukte unseres Nahrungsstoffwechsels vermischen sich tonnenweise mit der Natur. Endlich "frisst" auch die Erde uns; wir "stoff-wechseln" mit ihr und geben unsere Körpermaterie "zurück". Milliarden gestorbener Körper haben sich im Laufe der Geschichte mit der Erde vermischt - ein großes Geben und Nehmen, nicht wahr?

 

Wenn ich "Ökologie" denke, dann versuche ich, ein größeres Bild aufzumachen. In diesem Bild gibt es ein gigantisches Miteinander, ein schöpferisches Miteinander, jeweils unter leicht verschiedenen Bedingungen. Ich sehe nicht den tätigen Menschen, der eine untätige Natur ausplündert - ich sehe eine miteinander wechselwirkende NATUR. Und darin spielt der Mensch seine Rolle wie sie die Ameisen, die Eisbären, die Bäume und die Vulkane spielen. Wer muss hier wen schützen in diesem größeren Bild? Wer ist der Gute, wer der Böse, wenn wir ihn nicht unbewusst konstruieren? Hm, schwierig ...   

 

Ökologie - ein schöpferisches Miteinander?

Es ist so ein bisschen wie ein Fußballspiel: Zwei Teams, und eines wird wahrscheinlich verlieren - doch wenn der Gewinner auf die Idee käme, zukünftig den Verlierer "beschützen" zu wollen, käme kein Spiel mehr zustande, nicht wahr? Es liegt in der Natur des Spiels, dass, wenn es gespielt wird, einer verlieren und einer gewinnen wird. Würde deshalb jemand das gesamte Spiel untersagen wollen oder solange spielen lassen, bis es "unentschieden" steht ? Wohl kaum.

In der NATUR spielen wir auch alle miteinander. Die Natur gibt und sie bekommt - der Mensch nimmt und gibt. Mal "gewinnt" dieser, mal "verliert" jener. Ich glaube nicht, dass es im Fußball wirkliche Verlierer und Gewinner gibt (außer, man konstruiert das so), sondern kreative Mitspieler und ein gemeinsames Spiel. Anders gesagt: Wer Verlierer und Gewinner (die es ja tatsächlich gibt) im Blick hat, der hat vielleicht den größeren Kontext des gemeinsamen Spiels nicht im Bewusstsein. Wie beim Fußball, wo es hauptsächlich für die hartgesottenen Fans Gewinner und Verlierer gibt und weniger ein gemeinsames Spiel und mitspielende Akteure, so gibt es für mich auch beim Umweltschutz hartgesottene Fans, die Räuber und Beraubte, Täter und Opfer, Gute und Böse sehen - aber nicht das gemeinsame schöpferische Spiel aller Beteiligten. Insofern bin ich ziemlich entspannt, was die "ökologische Frage" angeht.

 

Fußball wird nach gemeinsam vereinbarten Regeln gespielt. Ändern alle Beteiligten die Regeln, ändern sie das Spiel. Spielen wir auch in der NATUR - also Natur plus Menschen - nach gemeinsam vereinbarten Regeln? Und würden Regeländerungen das gemeinsame Spiel verändern? Ich glaube ja. Deshalb lohnt es sich vielleicht, auf die Regeln zu blicken, die ich sehe. Die wichtigste Regeländerung: Erweitere deine Bewusstheit zu einer schöpferischen Bewusstheit - dann wirst du vielleicht ein anderes Spiel sehen.

 

Da ich nach meinen beiden AKEs einen erweiterten Blick in ein schöpferisches Universum (besser: "Multiversum") werfen durfte und in der Materie keine "toten" Partikel, sondern "geistige Schöpfungen, die ihrerseits erzeugen" sehe, sollte es nicht verwundern, wenn ich auch das ganz große Spiel der NATUR als ein schöpferisches Miteinander wahrnehme. Und damit meine ich ein geistiges, ein informelles Miteinander. Unsere Gedanken und Gefühle wirken auf die Natur, nicht nur unsere konkreten Taten - und die Natur wirkt auf unsere Gedanken und Gefühle. Ich glaube, dass alle Mitspieler sich wechselwirkend permanent neue Bedingungsräume für "Selbsterfahrung" und für "ko-schöpferische Erfahrung" erschaffen. Weder wird der Planet untergehen noch die Natur noch das Pflanzen- oder Tierreich - und auch wir Menschen nicht. Aber gemeinsam erschaffen wir permanente Bewegung, Veränderung, neue Bedingungen und Einflüsse, mit anderen Worten: Wir alle erfreuen uns unserer kreativen Möglichkeiten. Es mag sein, dass einzelne Pflanzen- und Tierarten aussterben, doch das Bewusstsein, welches diese Arten schöpferisch formte, kann nicht aussterben - es wird nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten suchen. So auch der Mensch, wenn er gestorben ist: Auch seine Bewusstheit sortiert sich neu, lebt weiter, bleibt weiterhin schöpferisch kreativ. Ich kann nicht einsehen, warum es Bäumen, Ameisen und Eisbären anders ergehen sollte.

 

"Schwärme von Bewusstseinsfunken", alle schöpferisch, alle lebendig, alle formend, alle miteinander kreativ - innerhalb des pulsierenden Diamanten war ich selbst ein solcher "Funke", Teil eines gigantischen Orchesters. Herrlich! Ich glaube nicht, dass wir uns um das Fortbestehen dieses schöpferischen Spiels sorgen müssen. DIESE Regeln können wir kaum ändern - doch wir können lernen, das Spiel zu sehen. Also: mehr Gelassenheit, mehr Miteinander, keine Angst, keine Weltuntergangsstimmung, sondern mehr Freude und Bewusstheit am gemeinsamen Gestalten. 

 

So sehe ich auch den "Klimawandel" und freue mich über das Wort, denn tatsächlich "wandelt" sich das Klima, mehr nicht. Veränderung und Wandel aber sind unerlässliche Grundbedingungen des LEBENS. Ohne Veränderung, ohne Bewegung, ohne Wandel gäbe es eine unsichtbare "Grenze", einen erreichbaren Grad an Perfektion oder Vollkommenheit - das Ende jedes Lebens, das Ende jeder schöpferischen Kreativität. Der Wandel wird zu neuen schöpferischen Bedingungen oder Kontexten führen, das ist alles - und das schöpferische Spiel des Lebens wird munter weitergehen. Wozu diese Ängste? Wie viel Furcht erzeugt ihr da? 

 

Neu? - Vielleicht, vielleicht nicht. In jedem Falle aber mein Erzeugnis, dass Konstrukt meiner schöpferischen Selbstbewusstheit.