Heilender IBANETIK-Dialog


"Heilung ist stets Selbst- oder ICH-Heilung. In dieser Ausbildung lernen Sie, die eigenen Heilkräfte zu entfalten. Wer an sich erfahren hat, was er wie innerlich veränderte, um zu gesunden, wird Kranken und Leidenden erfahrungsbasiert völlig andere Hinweise geben."

(Carsten Rachow)


Depression

Ich leide an Depression. Ich nehme seit Jahren Tabletten, doch das hilft nicht. Mein Körper ist matt, müde, ohne Energie. Können Sie mich heilen?

Nein.

Oh je ...

Was macht Sie so depressiv?

Ach, keine Ahnung. Mein Leben ist doch sinnlos. Meine Frau hat mich verlassen, ich bin arbeitslos, habe kein Geld mehr, ich weiß nicht ...

Okay, verstehe. Jetzt hören Sie mir bitte genau zu und antworten Sie bitte so gut es Ihnen möglich ist: Wollen Sie ohne Depressionen leben? Wollen Sie gesund werden?

Äh ... ja klar, das will ich.

Gut. Dann bitte ich Sie jetzt für die nächsten 5 Minuten um Ihr ganzes Vertrauen. Ich bitte Sie, genau das zu machen, was ich Ihnen sagen werde. Wollen Sie das mal probieren?

Äh .... ja, okay, ich vertraue Ihnen.

Danke dafür. Es wird nur Gutes passieren (lacht), keine Sorge. Ich frage Sie noch einmal: Was macht Sie so depressiv? Sie nannten vorhin drei Faktoren: Ihre Frau hat Sie verlassen, Sie haben keinen Job mehr und Sie haben kein Geld mehr. Versuchen Sie nun, den für Sie wichtigsten Faktor zu benennen. Welcher Faktor ist für Sie der schlimmste?

Hmmh ... schwer, hängt alles irgendwie zusammen, aber ... ich würde sagen, meine Frau, ja, das tut mir sehr weh ...

Okay, danke. Habe ich Sie richtig verstanden? Die Tatsache, dass ihre Frau etwas getan hat, nämlich Sie zu verlassen, tut Ihnen weh?

Genau. Das macht mich traurig, depressiv.

Okay. Da gibt es also eine Kraft außerhalb von Ihnen - und diese Kraft macht etwas mit Ihnen?

Ja, genau. Hätte meine Frau das nicht gemacht, wäre ich nicht depressiv.

Okay. Dann ist ja klar, wie Sie gesunden können: Diese äußere Kraft müsste sich verändern. Ihre Frau müsste zu Ihnen zurückkommen, nicht wahr?

Genau. Doch da kann ich gar nichts tun. Was soll ich tun?

Korrekt. Sie können wenig tun. Wenn Ihre Frau nicht will ...

... bin ich machtlos. Kann Sie ja nicht an den Haaren herbeischleifen.

Scheiße, nicht wahr?

Ja, große Scheiße.

Diese Kraft, die da von außen kommt und etwas mit Ihnen macht, die Sie also depressiv macht, die ist das Problem, nicht wahr?

Ja. Ich mache mich ja nicht selbst depressiv.

Ja, leider nicht.

Wie bitte?

Na ja, ich dachte gerade, wenn Sie sich selbst depressiv machen könnten, wenn Sie also die Kraft dazu hätten - nur mal angenommen -, dann wäre das gar nicht so schlecht.

Wieso?

Nun, wenn Sie die Kraft hätten, sich selbst depressiv zu machen, dann würde ich mal vermuten, hätten Sie auch die Kraft, dies nicht mehr zu machen. Wenn aber, wie Sie mir berichten, die depressiv machende Kraft von außen auf Sie einwirkt, dann hätten Sie wirklich schlechte Karten.

Hmmh ... aber genau das fühle ich, schlechte Karten, alles Scheiße, und ich völlig machtlos.

Was fühlen Sie denn jetzt?

Genau das. Ich fühle mich mies, schlapp, traurig, ach ...

Wegen welcher äußeren Kraft? Welche äußere Kraft ist jetzt hier anwesend und macht Sie depressiv? Bin ich das etwa? Ihre Frau kann es nicht sein, die ist nicht hier. Also bitte: Welche äußere Kraft macht jetzt und hier etwas mit Ihnen?

Hmmh ...

Oder machen Sie etwas? Schauen Sie mal in sich hinein: Machen Sie innerlich etwas?

Ja, ich denke dauernd an meine Frau und an ...

 

*****

 

Ich nehme an, die zur Heilung führende Richtung obigen Gespräches sollte nun klar sein. Schritt für Schritt führt der Helfer oder Therapeut den Leidenden zu einer Neuausrichtung des eigenen Geistes, zu neuen Einsichten und Erkenntnissen. Dies kann sehr schnell geschehen oder sehr viel Zeit und Hinweise benötigen, je nach Einzelfall. Doch das Ziel ist klar und wird vom Helfer konsequent verfolgt: Irgendwann erkennt der Leidende seine innere Aktivität. Irgendwann begreift der Leidende, dass nicht äußere Kräfte auf ihn einwirken, sondern nur er selbst. Irgendwann wird er aussprechen: "Ich mache mich selbst depressiv. Ich unterdrücke mich." - Dieser sehr ich-aktive Satz ist der magische Moment, ist gleichbedeutend mit der nun einsetzenden Heilung, die natürlich eine Selbstheilung ist, angeregt und ermutigt durch den Helfer.

 

Kurz bevor dieser erkennende Satz erzeugt wird, fühlt der Leidende einen inneren Widerstand gegen diesen Satz. Was er nun fühlt, ist der Zusammenbruch eines alten geistigen Gebäudes, seiner eigenen Glaubenssätze - und dies ist nicht einfach. Ganze "Nester" von scheinbaren Wahrheiten brechen nun auf, verlieren ihre Kraft und Gültigkeit - und neue geistige Nester, in denen sich das Wesen sinnvoll einrichten kann, sind noch nicht da, existieren noch nicht. Der befreiende Satz: "Ich mache mich selbst depressiv" verlangt daher sofort nach Unterstützung, nach Begleitung, nach weiteren sinnvollen Glaubenssätzen, andernfalls würde der Leidende wieder zurückfallen in sein gewohntes Denken: "Etwas anderes als ich macht mich depressiv ..."

 

Die wichtigste Unterstützung, die der Leidende nun bekommen muss (!), betrifft die sofort in ihm auftauchende Frage: "Warum? Warum und wozu könnte ich mich selbst depressiv gemacht haben? Ich bin doch nicht bekloppt ..."

Die erkannte Eigenaktivität ("Ich mache ...") muss nun abgesichert werden durch Sinn. Der Helfer lenkt daher den erzeugenden Geist des Leidenden SOFORT auf diese Sinnkomponente - und fragt: "Wenn du dich selbst unterdrückt hast, hattest du dafür einen schlechten oder einen guten Grund?" Leicht erkennbar, soll diese Frage den unbewussten Schuldkomplex erhellen und den Leidenden erkennen lassen, dass er nicht aus schlechten Gründen handelte ("Ich bin schuldig."), sondern aus guten Gründen. Seine Beweggründe, seine Motive und seine Handlungen, die allesamt in den Zustand "Depression" mündeten, sollen nun als berechtigte, erlaubte und gute Erzeugnisse erkannt werden. Wenn der Leidende erkennt, dass er aus guten Gründen Depression erzeugte, befreit ihn diese Erkenntnis von jeglicher Schuld - und erst dann kann der neue Glaubenssatz "Ich mache mich selbst depressiv" als eine gute Aktion angenommen werden. Erst dann kann der Leidende befreit auflachen, kann mit sich ins Reine kommen und den Wert seiner erzeugenden Macht annehmen.

 

Das ist IBANETIK, die heilende Kraft des eigenen erzeugenden ICH-Geistes ...