III. Lebensgeld statt Grundeinkommen


1. Neues Denken: Mensch statt Arbeit; Zufluss statt Einkommen

2. "Rotes" Lebensgeld statt "blaues" Grundeinkommen

3. Wie viel Lebensgeld könnten wir auszahlen?

4. Gesellschaftliche Folgewirkungen des Lebensgeldes


Neues Denken: Mensch statt Arbeit; Zufluss statt Einkommen

„Wir wollen den Wert des Geldes zukünftig direkt

an den unermesslichen Wert des Menschen binden.“

(neue Selbstbewusstheit und Stimme des Volkes)

 

Ein „höherer“ Wert als die Bindung des Geldwertes an den Menschenwert ist geistig kaum denkbar, denn der Menschenwert hat eindeutig spirituellen Charakter. Gut so: Je höher ein Wert hängt, desto schwerer kann er politisch attackiert werden. Auch der Schuldgedanke war religiös-spiritueller Natur und hatte die Kraft, sich 6.000 lange Jahre zu halten …

Die neue und dringend benötigte geistige Koppelung des Geldes an den Menschenwert setzt die geistige Entkoppelung des Geldes von der Arbeit voraus. Marxs Versuch, den unsichtbaren Wert des Menschen über seine Arbeitskraft sichtbarer zu machen, war einerseits ein Fortschritt, andererseits reduzierte er damit den Menschenwert auf seinen Arbeitswert. Der Mensch ist schon von Geburt an voller Wert, nicht erst dann, wenn er arbeitet. Die Geldpolitik der Zukunft soll kein Geld an den Menschen auszahlen, weil er zur Arbeit fähig ist, sondern weil er Mensch ist.

Die enorme geistige Herausforderung besteht darin, dass wir geistig noch eine zweite Entkoppelung vornehmen müssen: Zur vollen geistigen Freilegung des Menschenwertes muss dieser Wert nicht nur befreit werden von dem Gedanken der Arbeit, er muss auch befreit werden von dem Gedanken des Einkommens. Prüfen Sie sich selbst: Wie viele Menschen, die besser verdienen als andere, sind wirklich frei davon, sich deshalb als "wertvoller" zu halten? Ich muss doch ein wertvollerer Mensch sein und ein wertvolleres Mitglied der Gemeinschaft, wenn ich mehr verdiene, oder etwa nicht? Mein hohes Einkommen symbolisiert doch quasi meinen höheren Wert, oder etwa nicht?

Prüfen Sie auch andersherum: Wie viele Menschen glauben weniger wertvoll zu sein als andere, weil sie ein kleines Einkommen beziehen oder dauerhaft gar kein Einkommen haben? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie kaum Geld haben gegenüber denen, die davon ausreichend besitzen?

 

Arbeit und Einkommen - beide Begriffe sind geistig so eng miteinander verbunden, dass jeder Mensch, der an Arbeit denkt, auch an Einkommen denkt, und denkt er an Einkommen, denkt er an Arbeit. Mehr noch: Beide Begriffe sind bewusst und unbewusst direkt mit dem "Blut des Lebens“, also mit der Herstellung eines stetigen Zuflusses von Geld, verbunden. Noch deutlicher formuliert: Wer an Arbeit denkt, denkt eigentlich nicht an Arbeit, sondern an Geldmittel. Wer an Einkommen denkt, denkt nicht an Einkommen, sondern an Geldmittel. Wer Arbeit und Einkommen geistig gekoppelt hat, denkt an Geldmittel.

 

Nur sehr wenigen Menschen ist es vergönnt, nicht jeden Tag an die Sicherung des Zuflusses von Geldmitteln denken zu müssen. Die Sorge vor einer Störung des lebenswichtigen Geldmittelzuflusses (etwa durch Arbeitslosigkeit, niedrigeres Einkommen, Krankheit, Rente usw.) ist eine enorm starke Kraft: Menschen erkranken vor Sorge, erniedrigen sich auf dem Arbeitsmarkt, ziehen sich aus sozialen Räumen zurück, verlieren Lebensfreude  usw. usw.

 

Doch diese geistigen Verbindungen oder Koppelungen sind glücklicherweise kein Naturgesetz, sondern wurden von Menschen geistig konstruiert. Warum sollen Geldmittel nur dann zufließen können, wenn sie an Arbeit und Einkommen gekoppelt sind? Warum soll ein Mensch etwas "schuldig" sein müssen, will er Geldmittel besitzen? Diese rein konstruierten Bindungen müssen also zuerst geistig und dann gesellschaftspolitisch gelockert werden.

 

Wir alle müssen uns vorstellen können, dass die Zentralbank der Zukunft mit dem unantastbaren Lebensgeld keinen Kredit auszahlt, sie zahlt auch keinen Lohn aus, sie überweist keinerlei Einkommen – sie zahlt einen Teil desjenigen Wertguthabens aus, welches jedem Menschen schon innewohnt. Sie garantiert - von uns allen demokratisch legitimiert - einen lebenslangen Zufluss an Geldmitteln.

 

Arbeit und Einkommen wird es auch dann noch geben. Die "alte" geistige Welt soll nicht verschwinden: Wer mehr Geldmittel haben möchte, soll arbeiten gehen, soll Einkommen erzielen. Auch das "alte" Schuldgeld soll nicht verschwinden: Wer Kredite zur Finanzierung von Ideen ("Investitionen") benötigt, soll sie nach herkömmlichen Regeln bekommen. Doch das Lebensgeld soll aus einer neuen geistigen Welt kommen, soll neuen Bindungen  folgen - es soll, wie ich eingangs zeigte, tatsächlich ein neu erschaffenes Geld sein, kein Kreditgeld, sondern ein Wertgeld, lebenslang abrufbar für jeden Menschen.

 

"Rotes" Lebensgeld statt "blaues" Grundeinkommen

"Das Grundeinkommen muss erwirtschaftet werden.

Nicht so das Lebensgeld - es wird einfach erschaffen."

 

Wer sich nun - in edler Absicht - für ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE) ausspricht, der begibt sich allein durch seine Wortwahl hinein in diejenige "alte" Begriffswelt, die es gerade zu verändern gilt. Einkommen ist an Arbeit gekoppelt, Arbeit an Leistung, Gesundheit, Jugend, Produktivität usw. Deshalb ertönt auch sofort (und völlig berechtigt) die immer gleichlautende Kritik: Das Grundeinkommen müsse "erwirtschaftet" werden; es sei ungerecht; es belaste diejenigen, die es bezahlen müssen; es fördere die Arbeitsfaulen usw. Wer "Grundeinkommen" sagt, berührt die alten geistigen Koppelungen und erzeugt damit geradezu diejenigen Kritiken, die es den Befürwortern eines BGE so schwer machen.    

 

Zwar deutet das BGE in eine scheinbar völlig neue sozialpolitische Richtung, doch da das BGE hinsichtlich seiner Finanzierung unverändert an die alten Begriffe Schuld, Arbeit und Einkommen gekoppelt ist, bedeutet dieser Geldtransfer nur die Fortsetzung des alten Schuldenspiels in neuen Gewändern. Für den politischen Gegner ist es ein Leichtes, hier zu obsiegen: Er braucht nur von der "sozialen Hängematte" und den vielen "arbeitsfaulen Menschen" zu reden, und schon ist ein solches Grundeinkommen kaum mehrheitsfähig. Stellt der Kritiker noch die Frage, wie das BGE finanziert werden soll, ist der Drops gelutscht. Denn natürlich müsste ein solches Grundeinkommen letztlich über Kreditgeld finanziert werden.

 

Wer also die alten Begriffskoppelungen antriggert, braucht sich nicht zu wundern, wenn er auf ein geistiges Spielfeld gezogen wird, auf dem er nicht gewinnen kann. Wer "Grundeinkommen" sagt, muss sich unvermeidlich den aktuellen ökonomischen und finanzwirtschaftlichen Sachzwängen stellen. Wer "Lebensgeld" sagt, muss dies nicht: Denn das Grundeinkommen stammt aus der alten Welt von Schuld und Kredit und muss deshalb tatsächlich "erwirtschaftet" werden (deshalb Begriffe wie Arbeit, Einkommen, Leistung etc.) - das Lebensgeld hingegen stammt aus einer neuen Welt, in der es einfach "erschafft" wird, als Geldsymbol, gebunden an den Menschenwert.

 

An dieser Stelle möchte ich zwei Farben einführen: "Blau" für die aktuelle Welt des Schuldgedankens, des Kreditgeldes, für die Welt von Arbeit, Einkommen, Rente, Vermögen und Kreditwürdigkeit - und "rot" für die neue Welt des Wertgedankens, des Lebensgeldes, für die Welt von Guthaben, Geldzufluss, Sicherheit, Gemeinschaft und Menschenwürdigkeit.

 

Die geistige Aufgabe liegt dann darin, die blaue Welt zu ergänzen mit einer roten Welt. Sie liegt darin, nicht mit Begriffen der blauen Welt eine rote Welt erschaffen zu wollen. Sie liegt darin, neue rote Begriffe zu erzeugen und sie mit Kraft und Inhalt zu füllen. Das blaue Geld ist heute zu 100% ein auf dem Schuldgedanken basierendes Kreditgeld - das neue rote Geld wird zu 100% ein auf dem Gedanken des wertvollen Menschen beruhendes Lebensgeld sein.

 

Wie viel Lebensgeld könnten wir auszahlen?

Nach meinen ersten Berechnungen könnte in Deutschland ein Betrag von monatlich 2.000,- € geldpolitisch völlig problemlos an jeden Bürger ausgezahlt werden. Ob dies gesellschaftlich gewollt wird, können nur egalitäre demokratische Prozesse offenbaren; geldtheoretische und wirtschaftswissenschaftliche Unmöglichkeiten sehe ich nirgendwo. Die konkrete Einführung und Umsetzung eines solchen Lebensgeldes kann dann durch sachkundige Experten unterstützt werden. Insgesamt spreche ich von 24.000,- € pro Jahr und Bürger, was bei 80,0 Mio. deutschen Bürgern zu einem Gesamtbetrag von nur 1,92 Bio. € führt (=1.920 Milliarden €). Was für den Laien wie eine unfassbar große Geldsumme klingt, ist für den Ökonomen oder Geldpolitiker ein relativ kleiner Betrag angesichts der gegenwärtigen Geldmengen, die schon erschaffen wurden.

 

Für die benötigten 1,9 Billionen müsste weder die "blaue" Geldmenge M3 erhöht noch müssten zusätzliche Schulden gemacht werden. Was wie ein Wunder klingt, wäre tatsächlich ein Wunder in der blauen Welt, nicht aber in der neuen, roten Welt: Erstens existiert bereits eine unvorstellbar große Geldmenge in der Eurozone und wir müssten lediglich prüfen, welche Teile davon wir "umwidmen" oder "umbuchen" könnten: Aus blauem Geld werde rotes Geld! Bei den Geschäftsbanken schlummern Hunderte von Milliarden Euros an bereits genehmigtem blauem Zentralbankgeld, die nicht abgerufen und mittels Kreditvergaben weitergeleitet werden.

 

Diese Milliarden könnten sowohl bei der EZB als auch bei den Geschäftsbanken bilanzunschädlich umgebucht werden: aus den aktivierten Kreditforderungen der EZB würde ein abrufbares (Wert-)Guthaben oder "Lebensgeld" werden; aus den passivierten Zentralbankkrediten bei den Geschäftsbanken würde ein "Tender-Konto" oder ein "Zufluss-Konto" für das jeweils abgerufene Lebensgeld werden. Neu wäre, dass das rote Lebensgeldguthaben nicht der EZB gehören würde und auch nicht den Geschäftsbanken, sondern den Menschen. Die Banken fungieren nur "treuhänderisch"; sie dienen uns allen dann als Verteiler von Lebensgeld, sie verbuchen die Geldflüsse - doch sie sind nicht Eigentümer dieser 1,92 Billionen.

 

Anmerkung:

Vergleichbare und völlig unschädliche Umbuchungsvorgänge wären auch vorzunehmen bei der sogenannten "Vollgeld-Politik", wie sie etwa in der Schweiz gefordert wurde. "Vollgeld" bedeutet, dass die Notenbank volle Gewalt über die Geldschöpfung erlangen soll. Diese hat sie heute nicht, weil auch die Geschäftsbanken Geld erschaffen können. Dieses "Giralgeld" der Geschäftsbanken würde im Rahmen einer Vollgeldpolitik einfach "umgewidmet" oder umgebucht und als Zentralbankgeld notiert werden. Analog dazu wäre auch eine Umbuchung von Zentralbankgeld in Lebensgeld unproblematisch.       

 

Zweitens werden diese 1,9 Billionen, falls wir sie doch ganz oder teilweise neu "schöpfen" müssten, nicht wie bisher als Kreditgeld, sondern als neues Guthabengeld erschaffen und in den Geldkreislauf eingespeist. Durch diese völlig neue Form der Geldschöpfung wird die aktuelle Schuldenlast um keinen Euro vergrößert, da es sich ja nicht mehr um Kreditgeld handelt. Stattdessen wird die Schuldenlast verkleinert, weil jetzt zusätzlich zu den Schuldkrediten eine neue, lastenfreie Liquidität in der Welt ist, die natürlich auch zur Schuldentilgung genutzt werden kann.

Doch selbst dann, wenn das rote Geld nicht zur Tilgung von blauen Krediten verwendet würde, würde sich die bei der EZB bilanzierte Schuldenlast verringern, weil der Saldo aus blauem Kreditgeld und rotem Lebensgeld kleiner ist als die blaue Schuldenlast. Ein Beispiel: Nehmen wir an, die aktuelle blaue Geldmenge M3 in der Eurozone betrüge 15,0 Bio. Euro. Dann sind exakt in dieser Höhe Kredite oder Schulden innerhalb des Geldsystems in der Eurozone (Geldmenge = Schuld). Erschaffen wir nun zusätzlich 2,0 Bio. rotes Geld in der Form eines Guthabens, saldieren sich bei der EZB Schuldengeld und Guthabengeld auf 13,0 Bio. Einheiten. Saldiert würden also Geldmenge und Schuldenlast nicht steigen, obwohl wir 2,0 Billionen Euro zusätzlich zur Verfügung haben. In der alten, blauen Welt würde die Erschaffung von zusätzlichem Zentralbankgeld von 2,0 Bio. Euro sofort und zwangsläufig sowohl die Geldmenge als auch die Schuldenlast erhöhen - in der neuen, roten Welt nicht.

 

Dieses "monetäre Wunder" ist nur möglich, weil wir die blaue Kreditwelt ergänzt haben um eine neue, rote Wertewelt. Kein Staatshaushalt müsste sich bei der EZB höher verschulden, sondern lediglich die dort für seine Bürger gebuchten Guthaben abrufen. In Deutschland würde dies idealerweise über die schon existierenden Geldverteilungsstationen Bundesbank und Geschäftsbanken geschehen können, unterstellt, die Bürger würden bei letzeren auch zukünftig ihre privaten Konten führen.

 

Gesellschaftspolitisch könnte Deutschland natürlich auch eine Staffelung des Lebensgeldes beschließen: Der volle Betrag (hier: 2.000,- € monatlich) könnte etwa erst ab dem 16. Lebensjahr abgerufen werden. Beginnend mit der Geburt würden dann bis zum 16. Lj. alle 4 Jahre jeweils additiv 25 % abgerufen werden können. Bei diesem Modell hätte eine Familie aus 2 Erwachsenen und 2 Kleinkindern unter 4 Jahren einen monatlichen Zufluss von Lebensgeld in Höhe von 2 x 2.000,- plus 2 x 500,- = 5.000,- €. Und kein einziger Euro dieses Lebensgeldes müsste "erwirtschaftet" werden, müsste anderen Menschen "abgenommen" werden durch Steuern oder Abgaben, müsste über Kredite finanziert werden. Warum? Weil wir neues rotes Geld "ganz oben", bei der EZB, erschaffen - weil wir rotes Guthaben erzeugen.

 

Exkurs zum menschlichen Körper:

In unserem Körper fließt ebenfalls "blaues" (venöses) und "rotes" (arterielles) Blut. Beide "Sorten" werden benötigt, damit der Kreislauf funktioniert: Das blaue, belastete, sauerstoffarme Blut muss durch die Venen zur "Quelle" zurückfließen; das rote, frische, sauerstoffreiche Blut muss durch die Arterien aus der "Quelle" herausfließen. Die geldpolitische Analogie ist offensichtlich: Bislang haben wir mit dem blauen Geld nur belastetes Geld, nämlich Kreditgeld, im Kreislauf. Folge: Das System leidet. Deshalb sollten wir den blauen Geldkreislauf ergänzen mit frischem, roten Geld. Folge: Das System gesundet.   

 

Die geldpolitische Hauptaufgabe der EZB wäre unverändert die Wahrung der Geldwertstabilität, also die Steuerung der Geldmenge M3 relativ zum BIP. Da nun zwei Sorten Geld im Umlauf sind (rotes und blaues Geld), muss die EZB natürlich einen "unsaldierten" Blick auf ihre Zahlen werfen. Sie würde sehen: Im Umlauf wären 15,0 Bio. blaues Kreditgeld plus 2,0 Bio. rotes Lebensgeld. Sie würde unverändert das BIP sehen und könnte unverändert eine "gesunde" Relation zwischen M3 und BIP herstellen, um damit Inflation bzw. Deflation zu steuern. Im BIP, also in der Realwirtschaft, würden sich die gesellschaftlichen Folgewirkungen des roten Lebensgeldes messbar niederschlagen: Vielleicht sinkt das BIP, vielleicht steigt es. Vielleicht fördert das Lebensgeld die Bequemlichkeit der Menschen, vielleicht fördert es ihre Vitalität, Kreativität und den Gemeinschaftsgeist. In beiden Fällen könnte die EZB Inflation und Deflation bekämpfen und die Geldmenge verkleinern bzw. vergrößern. Da die Geldmenge M3 sich nun aus zwei Geldformen zusammensetzt, hätte die EZB auch zwei Geldmengen zu steuern, eine blaue und eine rote.

 

Für die Bürger dürfte insbesondere die Steuerung der roten Geldmenge wichtig sein. Denn das rote ULG muss natürlich ebenfalls als eine dynamische, relationale Größe begriffen werden. Schon die von mir genannten 2.000,- € sind eine relationale Größe, abgeleitet aus den deutschen Verhältnissen. Für Portugal oder Italien wird man sicher andere ULG-Beträge ermitteln. Wichtig ist stets nur, dass die nationale Kaufkraft beachtet und die positiven wie negativen Einflüsse des ULG auf das nationale BIP berücksichtigt werden.

 

Der Bürger wird also schnell verstehen, dass das ULG gesenkt werden muss, wenn das nationale BIP dauerhaft sinkt, was bei gestiegener Bequemlichkeit der Bevölkerung durchaus der Fall sein könnte. Umgekehrt kann das ULG erhöht werden, wenn das BIP wächst, die Menschen also produktiver sind, und insgesamt keine Inflations- bzw. Deflationsgefahren bestehen. Ich persönlich rechne ökonomisch mit einer deutlichen Stärkung der Konsumausgaben, erhöhter Inlandsnachfrage, Kapazitätsproblemen in einigen Branchen und insgesamt positiven Effekten - seelisch-psychologisch erwarte ich eine enorme Entlastung im ganzen Land, denn überall werden Menschen nun aufatmen und ohne größere materielle Stigmata  leben können: Arme, Rentner, Arbeitslose, Kranke, Familien, Studenten, Arbeiter usw. usf.     

 

Gesellschaftliche Folgewirkungen des Lebensgeldes

Mit der Auszahlung des unantastbaren Lebensgeldes sind viele positiven Wirkungen verbunden. Ich will das Offensichtliche hier nicht groß beschreiben, sondern mich darauf beschränken, in loser Reihenfolge auf einige Verbesserungen hinzuweisen:

  1. Das böse Image der Banken könnte sich wandeln: Banken würden „Auszahler von Lebensgeld“ werden. Welch‘ ein Aufatmen bei den vielen wertvollen Menschen, die in den Banken arbeiten und ebenso fürchten, morgen arbeits- und geldlos auf der Straße zu sitzen. Mit dem ULG werden auch sie in die Lage versetzt, angstfreier leben zu können.
  2. Plötzlich wäre jeder Bürger ein kreditwürdiger Mensch. Nichts liebt die Bank mehr als den Beamten, der einen Kredit möchte. Warum? Sind die investiven Ideen eines Beamten besser als die anderer Menschen? Ist sein unternehmerischer Weitblick besser? Was macht den Beamten kreditwürdiger als den Freiberufler? Die Antwort ist simpel: Die Bank weiß, dass dem Beamten lebenslang Geld zufließen wird, denn der Staat bezahlt ihn, also wir alle. Eine bessere Sicherheit gibt es kaum. Es ist allein der gesicherte Zufluss an Geld, der den Kredit besichert. Exakt diese Sicherheit hätten nun alle Menschen, da ihnen lebenslang ihr ULG zufließen würde. Die Folge könnte nicht nur ein deutliche Konsumbelebung sein (die Leute würden ihr Geld nicht groß sparen, sondern ausgeben, weil sie ja wissen, dieses Geld fließt stetig …), sondern auch eine erhöhte Kreditnachfrage.
  3. Das ULG belebt nicht nur den Menschen, sondern auch die von Menschen gebildeten Gemeinschaften. Wir könnten eine angstfreiere Gesellschaft aufbauen. Krankheiten würden nachlassen. Menschen hätten eine Zukunft, könnten aufatmen. Die Konjunktur würde belebt. Das BIP würde steigen. Und die Sozialausgaben des Staates würden sinken(!), weil mit dem ULG viele Sozialtransfers überflüssig werden. Bürokratien könnten abgebaut werden.
  4. Die unverständliche Komplexität des deutschen Sozialversicherungs- und Steuerrechts liegt wie eine schwere Last auf den Bürgern. Beide Bereiche könnten erheblich verschlankt werden. Beide Bereiche unterdrücken heute diejenigen, denen sie eigentlich helfen wollen. Nichts ist ungerechter als ein System, welches nicht verstanden wird. Dann braucht man Experten („Steuerberater“) und schon wieder ist man abhängig. Das ULG wird auch diese Bereiche verändern.
  5. Arbeitsmärkte würden "ehrlicher" werden. Ungeliebte Jobs werden teurer werden; die Gehälter werden dort steigen. Beliebte Jobs werden billiger werden. Generell werden Gehälter netto steigen, nicht aber brutto. Die Personalkosten für Unternehmen werden nicht steigen, sie könnten sogar sinken: Da Sozialabgaben weitgehend entfallen werden, kann entweder das komplette Brutto als Netto ausgezahlt werden (was eine deutliche Gehaltserhöhung wäre), oder das Brutto kann reduziert werden, da der Arbeitnehmer ja auch noch das ULG bekommt. Die Preise werden sich also allmählich neu bilden.
  6. Die Menschen werden demokratischer, selbstbewusster und informierter leben. Natürlich wird der Bürger schnell verstanden haben, dass sein monatliches Lebensgeld nicht erwirtschaftet werden muss, sondern ein separat erschaffenes Geld darstellt. Die Existenz des roten Geldes ist nicht an das BIP gekoppelt - seine relationale Kaufkraft aber sehr wohl: Legen sich alle Bürger eines Landes auf die faule Haut, wird das ULG wertloser. Das gemeinschaftliche Interesse der Bürger an der Herstellung gesunder Relationen zwischen ULG, Geldmenge und BIP wird daher zunehmen.

 

Wir alle könnten uns kein besseres Gesellschaftsprojekt wünschen. Das unantastbare Lebensgeld hat die Kraft, Menschen in ihren Herzen zu berühren und die Gesellschaft zu verändern. Von Schuld hin zum Wert, von Jesus über Marx hinein in eine bessere Zukunft – das ist, was wir alle begehren, verkünden und erschaffen sollten.

 

Allein in Deutschland warten wenigstens 25,0 Mio. Menschen auf diesen befreienden Weckruf …