ICH-Bewusstheit: Yogananda und das ICH


IBANETIK ist die Botschaft von der erzeugenden ICH-Aktivität.

IBANETIK ist ein neues Wort, noch nie dagewesen, eine Verbindung aus "ICH-bin-aktiv" (abgek.: IBA) und "Noetik" (hier neu geformt als "Netik"). Das Wort Noetik ist abgeleitet vom griechischen Wort noētós (deutsch: geistig wahrnehmbar) und bedeutet "Lehre vom Denken, vom Erkennen geistiger Gegenstände". Ergänzen wir "Netik" mit "ICH-bin-aktiv", erhalten wir das, was IBANETIK bedeutet:  IBANETIK – Botschaft vom geistigen ICH, das sich selbst als aktiv erzeugend wahrnehmen kann.


Yoganandas ICH-Erfahrung

Paramahansa Yogananda (* 5. Januar 1893 in Gorakhpur, Bengalen; † 7. März 1952 in Los Angeles, USA) war ein indischer Yoga-Meister, Philosoph und Schriftsteller. Er lehrte vor allem "im Westen" über "Selbstverwirklichung" und "kosmisches Bewusstsein".

 

Seine vollkommen veränderte Selbsterfahrung gleicht in hohem Maße dem von mir beschriebenen "ICH". Wenn wir statt "Selbst-Verwirklichung" einfach "ICH-Verwirklichung" sagen, und an Stelle seines "kosmischen Bewusstseins" von einer extrem "erweiterten" Fähigkeit zur Wahrnehmung sprechen, liegt sein Bericht auch sprachlich recht nahe bei IBANETIK, der Botschaft vom aktiv erzeugenden ICH. Bitte beachten Sie beim Lesen, dass auch Yogananda nicht von einem "Ich-Verlust", nicht von einer "Ich-Auflösung" oder einem transzendenten "Nicht-Ich" spricht, sondern stets seine anwesende ICH-Perspektive bemerkt. Hier sein Bericht - und meine farblichen Hervorhebungen machen diejenigen Phänomene sichtbar, die auch wesentlich für IBANETIK sind:  

"Mein Körper wurde wie unbeweglich angewurzelt. Der Atem wurde aus meinen Lungen gesogen wie von einem grossen Magneten. Seele und Verstand verloren ihre körperliche Gebundenheit und strömten heraus wie ein fliessendes Licht aus jeder Pore. Das Fleisch war wie tot. Doch war ich mir in meiner intensiven Bewusstheit klar, dass ich niemals vorher voll am Leben gewesen war. Mein Identifikationssinn war nicht länger eng an einen Körper gebunden, sondern umfasste die umgebenden Atome. Menschen auf entfernten Strassen schienen sich über meine eigene ferne Peripherie zu bewegen. Die Wurzeln der Pflanzen und Bäume erschienen durch eine dunkle Transparenz des Bodens, und ich sah den inneren Fluss ihrer Säfte.

 

Meine normale Sicht war jetzt zu einer riesigen sphärischen Sicht geworden, alles gleichzeitig wahrnehmend. Durch meinen Hinterkopf hindurch sah ich die Menschen weit die Rai Ghat Lane heruntergehen. Ich bemerkte auch eine weisse Kuh, die sich leise näherte. Als sie das Ashram-Tor erreichte, beobachtete ich sie wie durch meine physischen Augen. Nachdem sie die Steinmauer passiert hatte, sah ich sie immer noch.

 

Alle Objekte in meinem Panorama zitterten und vibrierten wie schnelle Filmbilder. Mein Körper, der Körper des Meisters, der Hof, die Möbel, der Flur, die Bäume, der Sonnenschein, sie wurden erfasst, bis sie in einem leuchtenden Meer verschmolzen. Das einigende Licht änderte sich mit den materialisierten Formen, das Gesetz von Ursache und Wirkung in der Schöpfung zur Geltung bringend.

 

Ein Ozean der Glückseligkeit erwachte auf den ruhigen endlosen Ufern meiner Seele. Ich bemerkte, dass der Geist Gottes unerschöpfliche Glückseligkeit ist.   ... das ganze Universum schimmerte schwach erleuchtet wie eine nächtliche Stadt in der Unbegrenztheit meines Seins ...

 

Die göttliche Streuung der Strahlen wurde aus einer ewigen Quelle ausgegossen. Wieder und wieder sah ich die schöpferischen Strahlen sich in Konstellationen kondensieren, und sich dann in die Zungen von transparenten Flammen auflösen. Durch rhythmische Umkehr entstanden unzählige Welten. ...

Glückseliges AMRITA, Nektar der Unsterblichkeit, pulsierte durch mich wie eine quecksilberähnliche Flüssigkeit. Ich hörte die schöpferische Stimme Gottes ertönen wie AUM, die Schwingung des kosmischen Motors.

 

Plötzlich kehrte der Atem in meine Lungen zurück. Mit fast unerträglicher Enttäuschung bemerkte ich, dass meine Unbegrenztheit verloren ging. Einmal mehr war ich begrenzt auf den Käfig meines Körpers, nicht leicht an den Geist angepasst. Wie ein unartiges Kind war ich von meinem makrokosmischen Zuhause weggelaufen und hatte mich in meinen engen Mikrokosmos eingesperrt.

(Quelle: Yogananda beschreibt seine erste Erfahrung des Kosmischen Bewusstseins in seinem klassischen Buch "Autobiografie eines Yogi" (Kap. 14). Yogananda weist in seinem zweiten Lehrbriefabschnitt darauf hin, dass seine Lehre auf dem Wissen des Pantanjali und der Johannes-Apokalypse fusst.)

 

Das erfahrbare ICH

In uns existiert ein geistig-seelisches ICH, welches trotz seiner "Gebundenheit" und "Begrenztheit" durch den eigenen Körper intensiver erlebt, erfahren und erkannt werden kann. Der gleiche Satz mit der gleichen Bedeutung noch einmal klarer formuliert: Du kannst DICH bereits zu irdischen Lebzeiten anders erfahren, mit einer intensivierteren Selbstbewusstheit, mit einer anderen Identität, mit gesteigerten Fähigkeiten der Wahrnehmung (etwa von Gleichzeitigkeit) und der ich-aktiven Erzeugungskraft (schöpferische Strahlen). Das ist die grundlegende Bedeutung meiner IBANETIK-Botschaft.

 

Die inneren Merkmale dafür, dass man dem eigenen ICH-Wesen näher gekommen ist, sind zunehmende Freude am eigenen Sein, sind stärkende Glückseligkeit, wachsende Individualität ("Eigen-Sein"), abnehmende Angst und Furcht, eine nicht verletzende ICH-aktive Sprache, erweiterte Bewusstheit für die EIGENEN Prozesse, dadurch erweitertes Verständnis für die Aktivitäten des Mitmenschen, ein unzerstörbares Wissen um die Einheit-in-Vielfalt und natürlich eine nicht mehr schwindende Liebe, die man nicht mehr "hat" oder begehrt, sondern zunehmend IST.

 

Aus diesem immer stabiler werdenden ICH-Zustand heraus bemerkt man permanent eine subtile oder "feinstoffliche" Lebensenergie IN SICH SELBST - und die Fähigkeit, diese lebendige Energie durch erzeugende Akte verändern zu können. Das "Mysterium des Lebens" ist nun, dass man diese wahrhaft göttliche Lebenskraft in sich nicht etwa verändert wie irgendein äußeres Objekt, mit dem man nicht besonders viel zu tun hat (wie man etwa Wasser umleiten, blockieren oder verfärben könnte), sondern dass man durch erzeugende Akte SICH SELBST damit verändert. Jeder Mensch wirkt durch seine erzeugten Gedanken, Gefühle, Ich-Zustände, durch seine Sorgen, Wünsche, Vorstellungen, kurz: durch seine eigenen geistigen Erzeugnisse, auf die eigene Lebensenergie. Wie auch Yogananda sagt, handelt es sich dabei um "schöpferische Strahlen, die unzählige Welten entstehen ..." lassen - und exakt diese Fähigkeit besitzen auch wir, in erheblich verminderter Weise, durch den eigenen Körper begrenzt, durch unsere aktuelle Ich-Bewusstheit limitiert. Wo Gott ganze Welten entstehen lassen kann, können wir nur unsere "kleinen Welten" entstehen lassen - und die in uns fließende Lebensenergie, die WIR SIND, verleiht uns dazu die nötigen Fähigkeiten. Wir lassen daher tatsächlich auch im eigenen Körper entstehen, was wir innerlich (zumeist unbewusst) erzeugen, fühlen, als gewichtig bedeuten usw.

 

Wenn wir dazu fähig sind, sind wir auch dazu fähig, entsprechende "heilende" Wirkungen freizusetzen. Der Weg zum aktiven, erzeugenden ICH ist gleichbedeutend mit der Stärkung der eigenen Heilkraft.

 

Niemand behauptet, dass dieser Weg ein leichter Weg ist, ein schneller Weg ist, ein "garantierter" Weg. Doch er ist möglich, er ist durch eigene Anstrengungen erfahrbar, er wartet nicht in einem "seligen Jenseits" auf uns, sondern ist schon hier erreichbar, greifbar, spürbar. IBANETIK will dir ein helfendes Angebot sein, der ICH-Heilkreis will dir eine entsprechende spirituelle Gemeinschaft bieten und ich, der ich all dieses vorantreibe, ein Wegweiser, ein aufrichtiger Seelen-Freund, der nicht zu viel versprechen möchte, aber entschieden auch nicht zu wenig.

 

Finde DICH!

 

Mit Dank

Carsten Rachow