F & A: Wozu machst du das?


Ich schreibe viele Texte, mache demnächst vielleicht auch einige Videos, lade seit 8 Jahren zu einem spirituellen Heil-Kreis ein, führe individuelle Coachings durch - und zumeist geht es dabei um Selbstbewusstheit, um Ich-bin-aktiv-Bewusstheit. Wozu mache ich das? Warum mache ich keinen "normalen" Job? Oder lege mir einen Kleingarten zu? Was sind meine Absichten? Warum schweige ich nicht einfach und lebe mein glückliches Leben weiter? Darum wird es hier gehen, in diesem netten Gespräch ...   

 


Wozu machst du das, Carsten?

Carsten, was treibt dich an?

Na, ich mich selbst. Niemand zwingt mich, weder die Gesellschaft noch die Umstände noch meine Frau, die Kanzlerin auch nicht. Vielleicht schiebt Gott mich innerlich in eine bestimmte Richtung und in tausend andere nicht, doch falls ja, dann hat er vergessen, mir das mitzuteilen (lacht) ...

Okay, verstanden. Aber du hast doch einen Plan, eine Absicht, ein Ziel oder so?

Ohne Absichten würde wohl kaum irgendetwas geschehen, nicht wahr? Selbst mein täglicher Gang zur Toilette ist das Ergebnis einer geistig erzeugten Absicht, aber das nur nebenbei. Ja, ich will eine Botschaft verbreiten, weil ich glaube, dass sie vielen Menschen helfen kann, ein besseres Leben zu führen. Nicht mehr, nicht weniger.

Es geht dir dabei nicht um dich, um Ruhm, Ehre, Ansehen und Geld?

Doch, ich erwarte den Nobelpreis für Spiritualität, das Bundesverdienstkreuz am goldenen Hosenband, wöchentliches Rederecht bei Markus Lanz und mindestens 10 Millionen Euro jährlich.

Hab schon verstanden. Andere Frage: Wobei kann deine Botschaft helfen?

Ich sagte, ein besseres Leben zu führen. Ich sagte nicht, was ein besseres Leben ist. Das unterscheidet IBANETIK von allen mir bekannten spirituellen Botschaften, die stets mit speziellen moralischen Regeln oder Verhaltensweisen verbunden werden. Im Christentum sollst du "lieben", im Buddhismus "den rechten Weg gehen", im Kapitalismus sollst du "leistungsfähiger" werden, in der westlichen Psychologie "authentischer" und bei Ken Wilber "integraler von Stufe 9 aus leben". All das existiert nicht in meiner Botschaft.

Sondern?

Auch bei mir gibt es ein Sollen: Ich möchte, dass du selbst-bewusster für dein eigenes schöpferisches Wesen wirst. Das nenne ich IBA-bewusster werden. Und dann wirst du ganz allein erschaffen, was du für ein besseres Leben hältst. Ich bin völlig ungeeignet, dir da reinzureden.

IBA steht für "Ich-bin-aktiv", nicht wahr?

Ja, und gemeint ist: "Ich bin es, der in mir erzeugend aktiv ist". Ich möchte, dass viele Menschen genau dies in sich entdecken. Sie sollen mir nicht glauben, das würde ohnehin nicht funktionieren, sie sollen meine Botschaft überprüfen und allmählich aus eigener Erfahrung heraus bestätigen.

Könnten sie auch nicht-bestätigen, anderer Meinung sein?

Nein. Sie werden meine Botschaft bestätigen, es sei denn, sie prüfen nur oberflächlich, was stets bedeutet, sie wollen nur schnell und oberflächlich prüfen. Dann aber haben sie kein Interesse, was kein Problem ist, sondern ihre gute Wahl getroffen.

Ganz schön selbstbewusst, Carsten. Was macht dich da so sicher?

Meine außerkörperlichen Selbsterfahrungen als erzeugende, geistige Wesenheit. Ich bin sicher. Meine Botschaft ist gesichert.

Doch das war nur deine Selbsterfahrung. Kann es nicht sein, dass andere Selbsterfahrungen möglich sind?

Nein, so weit ich blicken kann, kann das nicht sein. Jeder Mensch ist eine geistige Wesenheit, ohne jede Ausnahme. Und jede Wesenheit ist schöpferisch, hochkreativ, extrem aktiv, leidenschaftlich kooperierend und lebt auch ohne den irdischen Körper wunderbar.

Okay, das lass ich mal so stehen. Du möchtest also nur, dass wir alle IBA-bewusster werden, sonst nichts. Keine Gebote, keine Moral, keine Verhaltensweisen, keine Sekte, kein Verein, nichts sonst?

Exakt. Je bewusster du für dein erzeugendes Wesen wirst, desto freudiger wirst du dich aus dem "Regenbogen Gottes" bedienen, wie ich das pointiert nannte. Das ist alles, was ich will.

Der "Regenbogen Gottes" - was soll das sein?

Meine Metapher für wesenhafte Vielfalt und Fülle, für den inneren Raum deiner schöpferischen Möglichkeiten. Irdische Moral oder andere religiöse und spirituelle Botschaften wählen zumeist nur einige Farben aus diesem Regenbogen aus und erklären damit alle anderen Farben als weniger wichtig, weniger spirituell, weniger göttlich, weniger erstrebenswert, ja, manche sogar als hinderlich für den eigenen Weg. Das tue ich nicht und werde ich auch nie tun.

Kannst du ein Beispiel nennen?

Klar, nehmen wir den großen Reichtum unserer Gefühle. Wir haben sie eingeteilt in "positive" und "negative", in erwünschte und unerwünschte, in liebe und garstige. Der Christ soll lieb, nett, freundlich und verzeihend sein, nicht aber wütend, aggressiv oder depressiv. Riecht nach Sünde, sind aber gleichwertige Farben des inneren Regenbogens. Menschen leugnen manche Gefühle, weil sie befürchten, dann nicht mehr dazu zu gehören. Bei IBANETIK sind sie alle nicht nur herzlich willkommen, sondern sollen sogar alle erzeugt werden - allerdings bewusst.

Und dann? Was habe ich dann davon?

Jetzt muss ich wohl ein wenig technischer werden, weil viele ja noch gar nicht wissen, wie es sich anfühlt, seine Wut, seine Trauer, seine Angst und seine Depression bewusst zu erzeugen. Es scheint dann etwas Magisches zu geschehen: Bewusst erzeugte Gefühle kommen weicher, sanfter, helfender, konstruktiver daher - sie verletzen nicht, weder dich selbst noch andere. Das gilt für alle Farben des Regenbogens, für alle Gefühle und Gedanken. Deshalb fürchtest du auch keine Farbe mehr, sondern erfreust dich an ihr. "Weites, üppiges Land" - so fühlst du dich dann. Ganz wesenhaft. Du hängst nicht mehr sklavisch an bestimmten Farben oder Gefühlen, weil du eine reichhaltige Auswahl in dir bemerkst. 

Wie muss ich mir das vorstellen?

Besser ist erfahren als vorstellen. Also IBA anwenden, prüfen, testen, und sich dabei selbst sehr genau bemerken. Wer das nicht macht, der muss seine Vorstellungskraft bemühen: Wir alle kennen einen wütenden Menschen. Wir schrecken zurück, da kommt etwas kräftiges, unangenehmes, zerstörendes aus diesem Menschen. Wir glauben nicht, etwas helfendes, konstruktives, gutes zu bemerken. Hat sich die Wut gelegt und ist die Luft wieder rein, steht der Wütende oft selbst peinlich berührt da, als wolle er alles rückgängig machen. Was wir hier erleben, ist eine unbewusst erzeugte Energie, die wir "Wut" nennen. Sie kam scheinbar "über mich", sie hatte den Menschen voll im Griff - und verunreinigte die Luft. Bewusst erzeugte Wut hingegen kommt mit einer anderen Träger-Energie daher. Sie kommt "gut" daher, sie hat eine erkennbar helfen wollende Botschaft. Sie kann auch intensiv sein, doch sie zerstört kein Porzellan.

Unbewusst erzeugt kommt sie schlecht daher, bewusst erzeugt aber gut - warum?

Die Wesenheiten, die wir alle sind, sind wesenhaft gut. In uns ist nichts Schlechtes. Nur das, was ich "Gutheit" nenne. Bewusstes erzeugen setzt diese "seelische" oder wesenhafte Gutheit frei: Die erzeugte Wut fühlt sich in der Tat gut an. Sie hilft. Sie schadet nicht. Es wird dir Freude bereiten, sie bewusst zu erzeugen, wann immer du situativ glaubst, dass sie hilfreich sei. 

Wenn in uns nichts Schlechtes ist, wie du sagst, wieso kommt unbewusste Wut dann schlecht rüber?

Weil sie nicht die Wut der Wesenheit ist, sondern der aktuellen Ich-Identität. Denn auch das jeweils aktuelle "Ich" kann erzeugen. Doch tut es dies durch eine "verengte" Form. Dies ist der erste Grund. Je enger, je dichter, je geschlossener eine Ich-Identität ausgestaltet wurde, desto heftiger fällt diese schlechte Wut aus, wenn - und jetzt kommt der zweite Grund - dieses Ich wütend wird, und zwar auf sich selbst.

Auf sich selbst? Ich dachte immer, ich werde auf meine Frau wütend, nicht auf mich.

Ja, auch so ein unbewusstes Phänomen. Da alle Erzeugnisse aus unserem eigenen Wesen stammen, sind alle Erzeugnisse stets selbst-bezüglich, wie man so schön sagt. Sie haben mit uns zu tun, sie informieren über uns. Der Wütende glaubt, auf andere wütend zu sein, doch er ist wütend auf sich, weil er seine Ohnmacht spürt. Jeder kann das überprüfen. Die Ich-Identität möchte etwas nicht, sie fühlt sich vielleicht angegriffen oder missverstanden oder beleidigt oder nicht ernst genommen und möchte das unbedingt ändern - klappt aber nicht. Also Wut. Würde die Ich-Identität sich nicht ohnmächtig erleben, sondern mächtig, würde sie keinen Grund haben, auf sich wütend zu sein. Das zerdepperte Porzellan ist ein Symbol für das ohnmächtig erlebte Ich.

Okay, das könnte mir einleuchten. Doch warum kommt diese Wut dann schlecht daher, warum nicht weniger gut?

Na ja, weniger gut kann schon schlecht sein, nicht wahr? Kommt darauf an, wie viel weniger. Sie kommt tatsächlich schlecht daher, mit einer verstörenden und zerstörenden Energie, weil die Ich-Identität sich in ihrer Existenz bedroht fühlt. Sie hat große Angst. Sie will sich nicht inaktiv, passiv und ohnmächtig erleben, sie will aktiv sein, machend. Diese Bedrohung scheint aber nicht von innen zu kommen, sondern von außen, von der Frau, vom bösen Chef, was weiß ich. Und dann ist es eine gute Idee, diese Bedrohung zu vernichten, ihr Einhalt zu gebieten, sich mit großer Energie blockierend hinzustellen. Und schon ist die Luft unrein. Dicke Luft ...

Hmmh, ne Menge Holz. Aber ich verstehe immer noch nicht, wieso sich die bewusste Energie dann anders zeigt?

Ich-Identitäten können bedroht werden, die Wesenheit jedoch nicht. Deshalb erwidert sie auch nicht mit zerstörender Energie. Das Ich kann sterben und wird auch sterben, das ICH - groß geschrieben - nicht.

Jetzt wird's noch komplizierter. Wer zur Hölle ist das ICH?

Du, wenn deine Bewusstheit sich verlagert hat und du dich als erzeugendes Wesen erkannt hast. Dann sagst du nicht mehr "Ich", sondern "ICH", was sprachlich natürlich nicht unterschieden werden kann, nur schriftlich. Sobald du dich nicht mehr identifizierst mit einem Ich-Bild, mit einem Konstrukt, wie wir auch sagen, bist du nicht mehr angreifbar in dieser Identität. Das ist kein leichter Weg, es dauert, doch du wirst dich belohnen mit diesem Weg.

Ich weiß nicht. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Klingt schon ein wenig kompliziert, oder? Kann ich nicht einfach so leben, wie ich gerade bin, ob nun mit Ich oder ICH, das ist doch egal, oder?

Ja sicher, du kannst leben wie du das willst, glasklar. Doch manche Menschen wollen nicht mehr so leben, wie sie leben, wollen auch nicht mehr sein, was sie glauben zu sein. Sie sind durstig nach Veränderung, nach Verbesserung, wollen mehr Sinn und Freude in ihrem Leben, wollen weniger leiden, weniger Ängste. Für diese Menschen habe ich eine Botschaft. 

Danke, Carsten, das soll für heute reichen. Und jetzt, was wirst du jetzt machen?

Jetzt werde ich eine letzte Zigarette genießen, dann etwas Freude erzeugen auf mein Bett, noch ein wenig lesen, dann das Licht löschen, die Augen schließen und meditieren, wie jeden Abend. So werde ich etwa noch eine oder zwei Stunden sehr entspannt, nicht müde und voll bewusst daliegen und mich selbst beobachten. Dann werde ich einschlafen, werde luzide Träume erleben und am nächsten Morgen erholt aufwachen. Ich danke dir für das Gespräch. Tschüss ...