... über Erleuchtung und Heilung


„Meister, wann bin ich erleuchtet?“

 „Wenn du die höchste Stufe des Seins erreicht hast.“

 „Und die lautet wie?“

 „Sei ohne Selbst, ohne Ich, agiere selbstlos.“

 

So sprechen "Meister", die sich ihrer eigenen erzeugenden Natur noch nicht bewusst geworden sind (und, ganz nebenbei, deshalb auch nicht heil sind).


Hi Gott, bist du erleuchtet?

Nö.

Wie bitte? Soll wohl ein Scherz sein ...

Nö. Du formulierst passivisch und fragst mich, ob ich erleuchtet sei. Dann aber müsste es ein Licht geben, welches mich träfe, mich beleuchtete, mich erhellte, mich durchströmte. Das ist natürlich nicht möglich. Denn ich bin ja selbst dasjenige Licht, welches alles Existierende erleuchtet.

Kannst du denn nicht dich selbst als erleuchtet, als erhellt, als angestrahlt, als vom Licht durchdrungen bemerken? 

Nein. Ich kann mich ja nicht selbst beleuchten (lacht). Ich kann nur meine Schöpfungen als vom Lichte berührt bemerken. Also etwa dich ... (grins)

Aber dich selbst bemerkst du nicht als erleuchtet?

Korrekt. Nur das von mir scheinbar Getrennte bemerkt mich als lebendiges Licht. Meine Erzeugnisse sind es, die mich als liebendes Licht bemerken können. Und zwar innerlich, als eine unsichtbare, aber fühlbare Kraft, Energie oder Strömung, als ein ewiges Begehren. Ich selbst hingegen bemerke mich nicht so. Ihr müsstet dies eigentlich kennen: Wenn ihr euer physikalisches Licht durch eine Vakuumröhre schickt, könnt ihr es nirgendwo sehen. Licht ist unsichtbar. Es bleibt solange unsichtbar, wie es auf ein Luftteilchen trifft. Erst dann wird es durch Absorption und Reflektion sichtbar. So ähnlich geht es mir auch. Erst durch meine Schöpfungen werde ich sichtbar, fühlbar, bemerkbar - und dies insbesondere auch für mich selbst. Ich bemerke mich gewissermaßen durch alles Existierende, also auch durch dich, lieber Carsten. Dein Selbstgefühl ist Teil meines Selbstgefühls. 

Okay. Aber sag' mir: Wie ist denn dann deine Selbstbemerkung, dein Selbstgefühl, wenn du nicht auf ein Teilchen triffst? Wie fühlst du dich ohne deine Erzeugnisse? Ich meine, irgendetwas von dir muss doch wissen, dass es dich gibt? Du musst doch wissen: "Ah, das hier bin ich." Oder etwa nicht?

Oh, sorge dich nicht darum. Ich weiß recht genau, dass es mich gibt und was ich so drauf habe. Okay, manchmal bin ich auch von mir selbst überrascht - aber du kennst mich ja nun schon eine Weile: Ich liebe mich so sehr, dass ich einfach alles von mir annehme, wertschätze und liebe, egal, was ich gerade so aus meinem unsichtbaren Lichte heraus geboren habe. 

Mann, dann muss es dir aber gut gehen - mit dir selbst.

Jo. Bin ganz zufrieden mit mir. Übrigens: Genau diese Fähigkeit habe ich euch allen ja auch mitgegeben. Bin ja unsichtbar in euch. Ihr alle könnt ebenfalls lernen, eure eigenen Erzeugnisse anzunehmen, zu lieben und zu schätzen - und dann mit euch zufrieden sein.

Das sagst du so einfach in deinem jugendlichen Überschwang (lacht). Okay, ich kenne dieses Selbstgefühl auch, manchmal fühle ich mich mit mir ganz zufrieden. 

Siehst du? Na, und dann bist du erleuchtet. Dann fühlst du etwas von mir in dir.

Nee, ne?! So leicht, so schnell, so einfach ... Wenn ich mit mir zufrieden bin, soll ich erleuchtet sein? Ich dachte immer, um erleuchtet zu leben, müsse man sein halbes Leben meditiert haben, müsse sein blödes Ego transzendiert und irgendwie zu einer glückseligen Leere geworden sein?

Also, ich habe nie meditiert. Und mein Ich oder Ego transzendieren? Nee, ich agiere ja dauernd aus meinem Ich heraus. Wieso sollte ich es dann loswerden sollen? Und "Leere" bin ich ganz sicher auch nicht. 

Wer oder was bist du dann?

Fülle, alle nur denkbaren Möglichkeiten, alle Existenzen, bewusste Energie in unendlicher Brillanz, Lebendigkeit und Aktivität. Ich bin permanent am erzeugen, sende permanent mich selbst aus, gebe dadurch stets allen meinen Schöpfungen mich selbst mit, doch dies natürlich nicht in voller Gänze. Ihr zum Beispiel seid bewusst, weil ich es bin. Ihr könnt erzeugen, weil ich es kann. Ihr könnt wahrnehmen, weil ich es kann. Und lieben könnt ihr auch, nicht wahr? Dreimal darfst du raten, warum?

Hab's verstanden. Aber nochmal zurück zur Erleuchtung: Wenn ich mit mir zufrieden bin, bin ich erleuchtet? Bin ich denn dann auch heil, gesund, lebendig usw.?

Wenn du mit dir zufrieden bist, bist du mit dir im Frieden. Du fühlst dann diesen inneren Frieden. Dein Dasein, dein Leben, deine Existenz, deine Position im Universum, alles was du tust, was du sagst, was du fühlst, deine Beziehungen, die Welt um dich herum - du fühlst Frieden. Was fühlst du dann nicht? Richtig, Unfrieden, Gewalt, Störung usw. Fühlst du diesen Frieden IN DIR, bist du automatisch innerlich gesund, heil und ganz. Denn mehr als dich selbst kannst du nicht fühlen. Fühlst du aber nur Fragmente von dir, wirst du Unfrieden in dir bemerken. Viele Menschen erkranken und leiden, weil sie bemerken, dass sie selbst nicht in der Gänze und nicht in der Fülle lebendig sind, die innerlich vorhanden ist. Sie sind deshalb unzufrieden mit sich und der Welt um sie herum. Die permanent von ihnen ausgehende Eigenstrahlung oder Wesensenergie ist dann etwas holprig, sperrig, zäh, schwer, traurig usw. - und trifft in jeder Sekunde auf die lebendigen Zellen des eigenen Körpers. Diese folgen sehr brav den inneren Impulsen und so verändert sich der eigene Körper allmählich entlang der vom eigenen Wesen ausgehenden Energien. Eure Körper werden ein Leben lang relativ gesund bleiben, wenn ihr mit euch im Frieden seid. Dies ist der Zusammenhang von Erleuchtung und Heilung.

Allerdings, das räume ich gerne ein, ist leicht erkennbar, wie schnell dieser selige Friedenszustand durch innere und äußere Einflüsse ins Wanken kommen kann. Doch ihr besitzt permanent innere Reparaturkräfte, das haben viele von euch völlig vergessen. Jeder von euch ist fähig, eigene Unzufriedenheiten auszugleichen, zu heilen, neu auszubalancieren. Dazu müsst ihr allerdings an die Existenz eures "ICHs" glauben. Denn von dort gehen eure Energien aus, dort ist ihre Quelle, dort habe ich mich eingepflanzt und versorge euch permanent mit lebendiger Energie.

Ich bin platt. Großes Kino, Gott. Kompliment. Hast ja doch was drauf (grins) ...

Stopp, noch keinen Applaus, da kommt doch noch was ... Ich bin noch nicht fertig, Carsten. Hast du denn eine Ahnung, wie du dauerhaft und stabil diesen inneren Frieden herstellen kannst, wie du ihn erreichst?

Tja, ich würde hier gerne "ja" sagen, aber ich fürchte ...

Hab ich mir gedacht. Schau, die meisten Menschen denken sofort, sie müssten irgendwie positive Zustände anstreben und negative vermeiden. Also streben sie nach Glück, Ruhe, Erfolg, Humor, Miteinander, Verständnis, Harmonie usw. - all dies, weil sie diesen inneren Frieden mit sich selbst suchen. Ergo strengen sie sich auch an, negative Energien wie Unglück, Lärm, Versagen, Spott, Kampf und Gegeneinander zu vermeiden. Doch das ist nicht, was ich eingangs beschrieb, als ich vom inneren Frieden sprach.

Upps, ich höre ...

Erinnerst du dich, dass ich von mir sagte, ich würde mich so sehr lieben, dass ich alle meine Schöpfungen annehme, wertschätze und umarme? Siehst du, und wenn ich "alle" sage, meine ich auch alle. Ihr aber tut das nicht. Ihr trennt in gute und schlechte Energien. Ich tue das nicht. Wovon ich also hier spreche, ist nicht eine besondere Begabung zur Herstellung positiver Zustände, Ereignisse oder Gefühle. Ich spreche davon, ALLE Phänomene, die von euch ausgehen und die ihr wahrnehmen könnt, zu lieben und mit ihnen im Frieden zu sein.

Das ist unmöglich. Wie soll das denn gehen?

Ihr seid, wie du ja schon weisst, erzeugende Wesen. Ihr könnt euch selbst beim Akt des Erzeugens bemerken, beobachten. Es gibt also in euch eine Instanz oder Geistigkeit, die sich selbst beobachten kann, während sie erzeugt. Wer oder was ist diese beobachtende Geistigkeit? Nun, dies seid ihr. Ihr seid nicht euer Körper, in dem ihr agiert. Ihr seid auch nicht eure Gedanken, die ihr ebenso erzeugt wie ihr eure Gefühle erzeugt. Ihr seid dasjenige Wesen, aus dem heraus diese Erzeugnisse geschehen - und diesen inneren Vorgang könnt ihr mühelos bemerken. Ihr bemerkt euch dann als Quelle, nicht mehr so sehr als Körper, als Gedanke, als Gefühl. Diese Selbstbemerkung als Quelle oder als ICH ähnelt nun ziemlich stark meiner eigenen Selbstbemerkung. Und es ist diese Selbstbemerkung, in der eine von mir stammende tiefe Qualität pulsiert: Frieden!

Von diesem Reichtum sprach ich, Carsten. Wenn du also ALS dieses erzeugende ICH agierst, wenn deine Selbstbewusstheit und deine Selbstidentität DORT liegen und nicht mehr so sehr in deinen Erzeugnissen, dann wirst du auch die scheinbar negativen Erzeugnisse wie Unruhe, Streit, Spott, Wut, Gegeneinander usw. mit anderen Augen wahrnehmen - und sie anders erzeugen. Du wirst sie nicht mehr vermeiden wollen wie der Teufel das Weihwasser. Du wirst sehen und spüren können, wie sich in allen Erzeugnissen in dir und um dich herum, seien es nun positive oder negative, die gleiche Urkraft, die gleiche Sehnsucht und die gleiche Liebe zeigen möchte: Frieden! Aus diesem friedvollem Seinszustand heraus, der nur in der erzeugenden Selbstbewusstheit als ein erzeugendes ICH-Wesen lebendig bemerkt wird, wirst du dann je nach Lage BEWUSST wütend, BEWUSST störend, BEWUSST streitend agieren können - doch niemals werden deine Erzeugnisse dann gefährlich oder verletzend werden für diejenigen Wesenheiten, die dich so bemerken. Denn erwachte Bewusstheit tötet nicht! Zufriedene ICH-Bewusstheit liebt. Unentwegt. Es hört niemals auf, Carsten. Denn ich bin immer da ...

Das ist zu viel für mich, Gott. Lass stecken, okay? Ist mir zu hoch, verstehst du? Ich ahne da was, aber ich begreife dich einfach nicht. Muss das alles erst einmal sacken lassen. Können wir eventuell später ...

Klar doch. Bin immer erreichbar. Und sorry, wenn ich zu viel ausgepackt habe. Passiert mir öfters. Muss mich dann selbst bremsen und das ist bei meiner lebendigen Schaffensfreude gar nicht so einfach. Also, mach's gut bis zum nächsten Mal, Carsten.