Einführung: Die IBA-Sprache, das ICH und das Ich


  • "Mit IBANETIK sage ich, dass meine spirituelle Entwicklung von IBA-unbewusst zu IBA-bewusst verläuft. "
  • "Als eine geistige Wesenheit bin ICH eine erzeugende Quelle und zeige mich selbst durch meine Erzeugnisse."
  • "Alle meine Erzeugnisse sind ICH-Ausdrucke, weshalb sie immer auch selbst-bezüglich sind."
  • "Weil ich glaube, dass Erzeugung vor Wahrheit geht, sehe ich in jeder Wahrheit eine erzeugte Wahrheit. Das gilt natürlich auch für IBANETIK."
  • "Wenn ich meine Bewusstheit nur als wahrnehmend beschreibe, agiere ich unbewusst für mich selbst und meine schöpferische Kraft."
  • "Wenn ich sprachlich mein erzeugendes ICH verschweige, verschweige ich mich selbst."
  • "Ich sehe Objektivität als eine geistige Konstruktion, mit der schöpferische Subjektivität und intersubjektive Übereinkünfte verschwiegen werden."
  • "Wenn ich die Existenz einer subjektfreien Objektivität behaupte, übersehe ich mich selbst." 
  • "Die ich-aktive Sprache ist meine Sprache der Selbstheilung und der gesunden Selbstbewusstheit."  

Bedeutungen und Begriffe

"IBA-Sprache" bedeutet bei mir "ICH-BIN-AKTIV-Sprache" oder auch "ich-aktive Sprache". Mit "Aktivität" meine ich "erzeugend, schöpferisch". Die IBA-Sprache ist eine Sprache, in der das erzeugende Wesen (oder "ICH) sichtbar wird. Mit obigen Beispielsätzen will ich veranschaulichen, wie eine solche Sprache klingt. Doch zunächst möchte ich gerne einige der von mir erzeugten Bedeutungen und Begriffen erläutern:

   

IBA: die Kurzform von "IBANETIK", um schneller schreiben zu können (lacht) - mit den Bedeutungen "Ich-bin-Aktivität" oder "Ich bin aktiv".
Aktivität: die fundamentale schöpferische oder erzeugende Fähigkeit der geistigen Wesenheit. "Ich bin aktiv" bedeutet: "Ich bin nicht nur ein wahrnehmendes, sondern vor allem ein erzeugendes Wesen".
IBA-unbewusst: ein Mensch, der sich seiner erzeugenden Aktivität noch nicht bewusst ist.
Wesenheit: statt "Seele". Wie der Mensch keine Seele hat, sondern eine ist, habe ich nicht eine geistige Wesenheit, sondern bin eine - ein geistiges Individuum mit ICH-Bewusstheit.
Erzeugnisse: nenne ich alle von der Wesenheit erschaffenen geistigen "Formen" wie Gedanken, Gefühle, Bilder, Wünsche, Absichten, Vorstellungen, Ahnungen, Worte, Theorien, Systeme usw.
Quelle: ist die aktiv erzeugende Wesenheit. Als diese erzeugende Quelle bin ICH nicht identisch mit meinen Erzeugnissen. ICH erzeuge Gefühle, bin aber nicht meine Gefühle.
Bewusstheit: eine geistige Fähigkeit, mit der das Wesen sich selbst nicht nur als "wahrnehmend", sondern auch als "erzeugend" bemerken kann.
Konstrukt: siehe Erzeugnis
Wahrheit: der liebende Glaube der erzeugenden Wesenheit an die Wirkung ihrer Erzeugnisse. Pointiert: "Was wirkt, ist wahr".
ICH-Bewusstheit: meine Fähigkeit, mich selbst als schöpferisches ICH zu bemerken (im Sinne der philosophischen Selbstreflektion, Selbstbewusstheit oder auch Selbst-Bemerkung)
ICH: meint die geistige Wesenheit (oft auch "Seele" oder "Selbst" genannt)
Ich (Ego): alle vom erzeugenden ICH erschaffenen und geglaubten Ich-Identitäten oder Selbstbilder. 

Identität: das, was ich zu sein glaube, wenn ich "Ich" sage - oder "ICH".
Bedeutung: ein sinnvolles und Verständnis bewirkendes ICH-Erzeugnis, welches ICH meinen Wahrnehmungen hinzufüge. 

 

Am Begriff "Bedeutung" wird sehr schön sichtbar, dass wir alle erzeugende Wesen sind, wie ich hier behaupte. Denn: Was ist die Bedeutung von Bedeutung? Es gibt sie nicht, die eine, klare, saubere Definition von dem, was Bedeutung bedeuten soll. Stattdessen gibt es viele nützliche, hilfreiche Deutungen von Bedeutung. In IBA-Sprache: "Es gibt viele Erzeugnisse, viele Konstruktionen". Bedeutung IST nicht - Bedeutung wird erschaffen (und erst dann IST sie). Bedeutung ist selbst etwas Be-Deutetes; wir konstruieren viele Bedeutungen von Bedeutung. Das Ziel dieser vielen Bedeutungen scheint mir zu sein, "sinnvolles Verständnis" zu ermöglichen - und zwar in mir selbst als auch intersubjektiv. Die vielen Bedeutungen von Bedeutung sind für mich von innen kommende Konstrukte, die wir aktiv erzeugen. Mit IBA sage ich daher: "Bedeutung kommt nicht von außen, sondern von innen."

 

Natürlich kann ich im Gespräch mit dir die von dir erzeugten und benutzten Bedeutungen hören und aufnehmen. Deine Bedeutungen kämen dann "von außen" auf mich zu. Mein IBA-Satz wäre falsch. Er müsste dann lauten: "Bedeutung kommt von innen und außen." Doch was mache ich innerlich, geistig, wenn ich dir zuhöre und die von dir erzeugten Bedeutungen aufnehme? Nun, ich deute sie (lacht). Vielleicht nehme ich deine Bedeutungen "eins zu eins" auf, vielleicht verändere ich sie, vielleicht verstehe ich sie gar nicht - was auch immer ich mache: Ich bin in erzeugender Weise geistig aktiv und forme stets meine eigenen Bedeutungen. Selbst dann, wenn ich deine Bedeutungen "eins zu eins" übernehme, kann diese Übernahme oder dieses identische Verständnis nur deshalb erfolgen, weil ich geistig entschieden habe, genau das tun zu wollen. Deshalb glaube ich, dass Bedeutung stets von innen kommt (und niemals von außen) und wir alle diese erzeugten Bedeutungen "unseren Wahrnehmungen hinzufügen". Dieser Text ist nicht "gut", weil er gut ist, sondern weil du "gut" erzeugst und hinzufügst. Dieser Text ist auch nicht "schlecht", weil er schlecht ist, sondern weil du "schlecht" erzeugst und hinzufügst. "Erzeugen und hinzufügen" gilt, wie ich glaube, für alle Bedeutungen - und nicht nur dafür.

 

IBANETIK soll natürlich auch etwas bedeuten, soll die von mir erzeugten Bedeutungen transportieren und auf sinnvolle Weise verstehbar machen. Ich bemühe mich, die vielen Bedeutungen von IBANETIK verständlich auszudrücken - doch ich bin mir auch darüber bewusst, dass "für mich verständlich" noch nicht "für andere verständlich" bedeutet. Ein mögliches Unverständnis oder Missverständnis kann also sowohl durch meine Ausdrucksweise entstehen als auch durch diejenigen Bedeutungen, die du hinzufügen wirst (ein unvermeidlicher Vorgang). Dennoch hoffe ich, dass wir "Ähnlichkeit" oder "Annäherung" herstellen können und unsere jeweils erzeugten Bedeutungen nicht all zu weit auseinanderliegen mögen.

       

Ich-aktive Sprache und ICH-Bewusstheit

Aus "Mein Chef nervt mich" wird "Ich nerve mich" wird "Ich erzeuge mein Genervtsein über mich". Aus "Du machst mich wütend" wird "Ich mache mich wütend" wird "Ich erzeuge Wut auf mich". Aus "Ich bin zu dir gekommen, weil du mich darum gebeten hast" wird "Ich bin gekommen, weil ich kommen wollte".

 

Dies sind einige weitere typische Beispiele für eine ich-aktive Sprache. Diese Sprache erzeugte ich umso intensiver, je intensiver meine IBA-Bewusstheit wurde. Typisch für diese Sprache ist ein kausaler Richtungswechsel, wenn es um die Zustände meiner eigenen Innerlichkeit und die Begründung meines Verhaltens geht: Der Finger, mit dem ich früher oft und gerne nach außen deutete, zeigt nun auf mich. Aus meinem Opfer-Bewusstsein wurde ein selbstbestimmtes Täter-Bewusstsein: "Nicht mein Kind-Ich lässt mich leiden, sondern meine aktuelle Deutung der Kindheit." Meine Sprache ist ich-hafter, subjektiver, konstruktivistischer geworden. Gleichzeitig habe ich mit dieser Sprache (und der entsprechenden Bewusstheit) die bislang von mir geglaubte Abhängigkeit von äußeren Reizen extrem verringert. Ängstigende Ohne-Macht-Gefühle habe ich verwandelt in bewusste Eigenmacht-Konstrukte. Aus meinem früheren unbewussten Leiden an diesem und jenem habe ich ein bewusst erzeugtes Leiden an mir selbst gemacht. Wenn ich heute leiden will, erzeuge ich mein Leiden an mir selbst - und lächle dabei. Ich will aber nur selten leiden (lacht). Mit der Bewusstheit, dass ich selbst mein Leiden erzeuge (und dieses Leiden selbst-bezüglich ist, ich also stets an mir leide), verschwand mein Leiden. Unbewusst erzeuge ich es nicht mehr, und wenn ich es bewusst erzeuge, tut es nicht mehr weh.   

 

Meine Sprache und Schriftsprache verstehe ich bei IBANETIK als symbolhaft "herausgedrückte" geistige Erzeugnisse oder Konstrukte. Was zuerst nur für meinen Geist sichtbar war (die eigenen Gedanken, Bilder, Vorstellungen usw.), wird durch das Herausdrücken nun auch für andere Menschen hörbar oder lesbar. Um ich-aktiv sprechen oder schreiben zu können, musste ich lernen, ich-aktiv zu denken. Nun, lernen im Sinne von antrainieren oder "nachplappern" kann man sicher vieles - eine aus schöpferischer Erfahrung heraus agierende ICH-Bewusstheit hat man dann aber noch nicht. Deshalb glaube ich, dass die "wahre" ich-aktive Sprache nicht diejenige ist, die aus einem (antrainierten) ich-aktiven Denken kommt, sondern diejenige, die aus einer ich-aktiven Selbstbewusstheit kommt. Der Unterschied könnte kaum größer sein, denn: Gedanken sind Erzeugnisse - ICH-Bewusstheit aber ist die Selbsterfahrung als Quelle, als geistige Wesenheit. Da nun aber in den "geistigen Welten" wirklich alles mit allem verbunden ist und wechselwirkt, fördert natürlich auch ich-aktives Denken und Sprechen die Herausbildung einer ICH-Bewusstheit. Deshalb biete ich ja auch das IBA-Training an.

 

Ich veränderte mich aber nicht so sehr durch denkerische Vorgänge (das auch), sondern durch ungewöhnliche Selbsterfahrungen. Die Bewusstheit, dass ich eine "erzeugende Wesenheit" bin, entstand aus zwei außerkörperlichen Selbsterfahrungen (AKE). Ich werde später davon berichten (in Kap. 1 und in Kap. 5). Und es war diese vollkommen neue Bewusstheit (die ich hier "ICH-Bewusstheit" nenne), aus der heraus ich anschließend die ich-aktive Sprache und IBANETIK entwickelte.  

 

Das "Dogma der Wahrnehmung", der "Mythos des Gegebenen" und der "Mythos der Wirklichkeit"

Sätze wie "Der Weltuntergang wird kommen" oder "Krankheit ist die Abwesenheit von Gesundheit" erzeuge ich heute als IBA-bewusster Mensch nur noch selten, zumeist dann, wenn ich sie zum Gegenstand meiner Betrachtung machen möchte. Beide Sätze sind erkennbar in einer subjektfreien "Es-ist-so"-Sprache geformt, die eine "objektive Wahrheit" suggerieren möchte. In beiden Sätzen wird die aktive, erzeugende Rolle des Sprechenden vom Sprechenden verschwiegen. Ich glaube, dies geschieht nicht aus irgendeiner üblen Absicht, sondern weil der Sprechende einem Wahrnehmungsdogma folgt: "Seht doch, was ich wahrgenommen habe - wenn ihr das nicht auch sehen könnt, ist eure Wahrnehmung falsch." Dieses "Dogma der Wahrnehmung" entsteht, wie ich glaube, aus einer Bewusstheit, die sich selbst nur als erkennend, abbildend oder wahrnehmend erkannt hat, nicht aber als erzeugend, formend, konstruierend - und wir alle beginnen unser irdisches Leben mit dieser "wahrnehmenden" Bewusstheit. Ich lebte selbst viele Jahre meines Lebens mit dieser Bewusstheit. Mit IBANETIK möchte ich zeigen, dass Bewusstheit nicht nur wahrnehmende, sondern auch schöpferische Fähigkeiten bemerken kann.

 

Da wir alle, wie ich glaube, unser irdisches Dasein mit einer wahrnehmenden Bewusstheit beginnen, beginnen wir es nicht mit einer "IBA-Bewusstheit", also mit der Bewusstheit, ein ich-aktives, erzeugendes Wesen zu sein. Diesen relativen Mangel nenne ich hier "IBA-Unbewusstheit". Meine Entwicklung verlief von IBA-unbewusst hin zu IBA-bewusst. Je IBA-bewusster ich wurde, desto mehr veränderte sich meine wahrnehmende Bewusstheit. Das "Dogma der Wahrnehmung" verblasste. IBA-Bewusstheit ist sich sowohl der wahrnehmenden als auch der erzeugenden Fähigkeiten des eigenen Wesens bewusst. Die Reduktion unseres Wesens auf ihren wahrnehmenden Aspekt wird wachgehalten oder sogar verstärkt durch die in einigen Wissenschaften und spirituellen Schrifttraditionen gepflegte Meinung, dass Subjekt oder Selbst sei störend oder würde gar nicht existieren. In Kap. 3 "Erzeugung geht vor Objektivität" zeige ich am Beispiel der "Geschichte der Objektivität", dass Objektivität eine Konstruktion ist, die "nur wahrnehmen will". Doch wer ist der Konstrukteur dieser speziellen Sichtweise? 

 

Zu diesem Wahrnehmungsdogma gesellt sich in geschwisterlicher Weise der "Mythos des Gegebenen". Dieser Mythos erzählt die Geschichte einer "vorgegebenen" Realität oder Wirklichkeit, die durch "korrekte Wahrnehmung" oder "akkurate Abbildung" oder "richtige Repräsentation" erkannt und beschrieben werden könne. Was er nicht erzählt, ist, dass auch diese Geschichte schöpferisch konstruiert wurde. Wer hat den Mythos erzeugt? Ohne erzeugende Wesen kein Mythos, keine Geschichte. Fügen wir das erzeugende Wesen hinzu, erkennen wir sowohl das Wahrnehmungsdogma als auch den Mythos des Gegebenen als geistige Konstrukte, als nützlich, hilfreich, sinnvoll und bestimmte Wirkungen verursachend - mehr aber auch nicht. Realität oder Wirklichkeit könnte also auch anders als "vorgegeben" existieren und "richtige Repräsentationen" oder "korrekte Wahrnehmungen" könnten auch etwas ganz anders sein als "richtig" und "korrekt". Sie könnten Sichtweisen sein, individuelle Perspektiven, subjektive Deutungen, intersubjektive Glaubenssätze, sinnvoll, hilfreich, absichtsvoll. Doch bevor sie all das sind, sind sie "Erzeugungen". Und das, was viele Menschen als "Wirklichkeit" verstehen, könnte sich als ein "Mythos der Wirklichkeit" erweisen, als ein unbewusstes Konstrukt.       

       

Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Das ICH und das Ich bei IBA ...

Mir hat die babylonische Begriffsvielfalt rund um das "Ich" noch nie gefallen - und auch nicht weitergeholfen. Ich habe in philosophischen, psychologischen, religiösen und spirituellen Texten so viele Ich-Begriffe vorgefunden, dass ich mich bei dem Versuch, die vielfältigen Bedeutungsunterschiede verstehen zu wollen, selbst verwirrte. Da gibt es: das Ich, das Ego, das Selbst, das höhere Selbst, das Wesen, die Seele, das Kind-Ich, die Person, das transpersonale Selbst, das Nicht-Selbst usw. usf. Da soll das Ich gestärkt werden und dort soll es "losgelassen" werden. Hier soll man Christus folgen, dort nur sich selbst, und da ist man selbst "maya", eine Illusion eines unpersönlichen Bewusstseinsstroms, der sich im Nexus von bedingenden Faktoren in eine non-duale Leerheit auflösen möchte. Nun ja ... 

 

Diese Begriffsvielfalt ist selbst schon ein Beleg für die vielen Konstruktionen, die wir erschaffen, glauben, anbieten und diskutieren. Schwierig werden unsere Gespräche, sobald wir versuchen, die "richtige Wahrheit" finden zu wollen. Seit Kant sollte sich herumgesprochen haben, dass wir "das Ding an sich", die "Realität, wie sie wirklich ist", nicht erkennen können, weil wir selbst Teil dieser Realität sind. Mit IBA füge ich hinzu: Das "Subjekt" ist nicht nur passiver, wahrnehmender Teil dieser Realität, sondern eine aktiv erzeugende und Realität mit-erschaffende geistige Kraft.   

 

Bei IBANETIK gibt es nur das ICH und das Ich. Alle anderen hier benutzten Begriffe sind bedeutungsgleich ("synonym") mit diesen beiden Zentralbegriffen: Das geistige Wesen oder die Wesenheit ist das ICH. Selbstbewusstsein ist ICH-Bewusstsein (oder ICH-Bewusstheit). ICH-Bewusstheit ist Ich-Bin-Aktiv-Bewusstheit. Das Ego, von dem man sich in vielen Traditionen "lösen" soll, ist das "Ich". Das Ich ist eine sinnvolle Konstruktion des ICHs (bitte niemals ohne Ego, ohne Ich leben, okay?). Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Meine Antwort: "ICH bin das erzeugende Wesen, dass alle meine Ichs erschafft ..." - Nicht so kompliziert, oder?

Von diesen schöpferischen ICHs gibt es viele, unendliche Trilliarden (mit diesem Hinweis möchte ich den Verdacht einer solipsistischen Ich-Überhöhung verhindern), und sie alle ko-agieren, tauschen Wissen und Erfahrungen aus und erzeugen koordinierte Ereignisse. Und natürlich gibt es bei IBA auch eine unfassbar schöpferische Gottheit, die sich selbst ausdrückende "Quelle aller Quellen" (davon später mehr, in Kap. 10), denn auch das schöpferische ICH ist ein Erzeugnis, allerdings eines, welches seinerseits erzeugen kann. Dass die unfassbare Gottheit ihre Schöpferkraft "trilliardenfach" (also unbegrenzt) an ihre Schöpfungen weitergegeben hat, damit diese nun selbst schöpferisch agieren können, ist eine Erkenntnis, die IBANETIK von allen irdischen Religionen deutlich unterscheidet.

 

Sprachlich habe ich hier das Problem, dass ich eigentlich fast immer "ICH" (oder MIR oder MEIN oder MICH) schreiben müsste, um auf mein erzeugendes Wesen zu deuten. In verschiedenen Übungstexten habe ich dies versucht, doch das Ergebnis gefiel mir überhaupt nicht. Deshalb werde ich hier die allgemein vertraute Schreibweise benutzen und "Ich" oder "ich" schreiben. Gemeint ist damit fast immer das "ICH". Der jeweilige Kontext wird dir helfen, diesen wichtigen Unterschied zu erkennen. 

  

Nicht das Ich entwickelt sich, sondern das ICH.

Im Laufe meines irdischen Lebens glaubte ich irgendwann, viele "Ichs" gehabt zu haben: das Ich, welches eingeschult wurde, war nicht das Ich, welches pubertierte, war nicht das Ich, welches studierte, nicht das Ich, welches sich verliebte, heiratete, sich einen Angestellten oder Unternehmer nannte usw. Parallel zu diesen vielen Ich-Identitäten bemerkte ich aber auch eine innerliche Konstante, ein tieferes Ich-Gefühl, etwas, was "hinter" allen Ichs immer schon anwesend war. Heute weiß ich, dank meiner AKEs, dass dieses Bemerken zutreffend war: "Hinter" allen Ichs ruht das ICH, das eigene Wesen, die eigentliche erzeugende und wahrnehmende Instanz. Heute weiß ich, dass dieses "innere ICH" sich ein "äußeres Ich" erschafft, gewissermaßen ein "nach außen gerichtetes Ich", mit denen es die irdischen Bedingungen wie durch ein "Sehrohr" erkundet und erlebt. Mit jeder konstruierten Ich-Identität macht das ICH-Wesen dann andere Selbsterfahrungen - und wird selbst durch seine Ich-Konstruktionen zu einer Erfahrung für andere Wesenheiten. Heute kann ich das glasklar sehen: Mit jedem Ich, das ICH konstruierte, machte ICH andere Erfahrungen. Mittlerweile ist es so, dass ich schon seit Jahren keinem "Menschen" mehr begegne, keiner "Frau" und keinem "Mann", keinem "Kind" und keinem "Erwachsenen", sondern in allen Menschen erzeugende Wesenheiten in männlichen oder weiblichen Körpern sehe. "Rassismus" ist für mich eine ziemlich schwierige Konstruktion, da ich überall konstruierende Wesenheiten sehe.

 

So etwa, schnell skizziert, möchte ich die Beziehung von "ICH und Ich" zusammenfassen. Wichtig ist mir, mit IBANETIK die Botschaft von den schöpferischen Kräften dieses ICHs zu transportieren. Merke: Dein Kind-Ich, dein Tochter-Ich, dein Vater-Ich, dein Angestellten-Ich, dein geglaubtes minderwertiges Ich, dein egoistisches Ich, dein Guru-Ich, kurz: alle deine vielen Iche sind aktive Konstruktionen deines ICHs - und sie alle sind nützlich, hilfreich und voller Sinn für die Entwicklung dieses ICHs und des "großen Ganzen".

 

Mit dieser IBA-Botschaft will ich daher auch sagen, dass ich eigentlich keine Ich-Entwicklung kenne, sehr wohl aber eine ICH-Entwicklung. Was sich entwickelt, ist nicht so sehr eine erzeugte Identität (die auch, sie soll ja "ausgekostet" werden), sondern vor allem die erzeugende Quelle, das ICH-Wesen selbst. Ich-Konstrukte kommen und vergehen, spielen eine Rolle und verblassen, doch das ICH bleibt. Gut ausgebildete Bühnen-Schauspieler sollten jetzt nicken (lacht). Das Wesen "wächst" vor allem durch Erfahrungen (weniger durch den Erwerb von Wissen) - und mit jeder erzeugten Ich-Identität, mit jeder konstruierten "Person", mit jedem geglaubten Selbstbild gewinnt das ICH-Wesen wertvolle Erfahrungen. Zugleich wirkt es auf diese Weise ganz spezifisch und individuell hinein in die soziale oder kollektive Welt.

  

Fördere deine ICH-Bewusstheit.

Gut so, genug der einführenden Bemerkungen. Wenn du dich nun auf meine IBANETIK-Botschaft einlassen möchtest, dann erwarte bitte kein geschlossenes Denksystem, keine "Theorie von Allem" oder - schlimmer noch - eine "höhere Wahrheit". All das existiert nicht "von sich aus", wie ich glaube, sondern nur als Konstruktion, als geglaubtes Erzeugnis. Versuche lieber, meine Texte als meine Konstruktionen zu sehen, als von mir "erzeugte Wahrheiten". Ich glaube nicht, dass wir Wahrheiten austauschen. Ich glaube, dass wir erzeugte Wahrheiten austauschen, unsere geistigen Schöpfungen. Mittels unserer Konstrukte berühren wir uns, bereichern wir uns, erschaffen wir Trennungen und Verbindungen. Viele Texte sind leider in einer subjektfreien Sprache verfasst, die dir eine "objektive Wahrheit" verkünden wollen, die mit einer "Es-ist-so-und-nicht-anders"-Energie versehen wurden. Diese Autoren verschweigen ihre eigene schöpferische Natur. Sie "halbieren" das Reich Gottes, weil sie ihre Subjektivität ausklammern. Nicht so IBANETIK: Ich versuche, meine schöpferische Subjektivität stets offen und erkennbar hinzuzufügen. Ich verkünde keine objektiven Wahrheiten, sondern subjektive Konstruktionen - und damit zugleich eine neue Idee von Wahrheit. Denn ich frage: "Gibt es irgendeine Wahrheit, die eine nicht-konstruierte Wahrheit ist?" Noch ist niemand aufgestanden und hat gesagt: "Ja, diese Wahrheit hier ist zweifelsfrei nicht erzeugt worden ..."       

 

Es ist also völlig okay, wenn dir IBANETIK nicht gefallen sollte, wenn du anderer Meinung bist, anderen Wahrheiten folgst und andere Erwartungen hast. Denn dann folgst du einfach deinen Schöpfungen, deinen Konstrukten, deinen Erzeugnissen - und deinem Glauben an diese Erzeugnisse. Ich habe weder die Absicht noch die geistige Kraft, deine Erzeugnisse und deinen Glauben ändern zu wollen, denn Veränderungen kann im schöpferischen Raum des Geistes nur die erzeugende Quelle selbst veranlassen, also nur du selbst. Alles, was ich begehre und mit dir beabsichtige, ist die Förderung deiner BEWUSSTHEIT FÜR DICH SELBST - damit du selbst deine Erzeugnisse bewusster bemerken kannst und damit zugleich DICH als jene wunderbare Quelle, die all dies erzeugt. Merke dir bitte: Nur das, was du erzeugt hast, kann von dir verändert werden. Hast du es nicht erzeugt, kannst du es auch nicht ändern. Was ein anderes Wesen erzeugt hat, kannst du nicht ändern. Du kannst andere Wesen nur zur Selbstveränderung anregen, ermutigen. Und das beste Mittel dazu lautet, wie ich glaube: "Hilf dem Anderen, seine Konstruktionen als seine Erzeugnisse zu erkennen und sich selbst als die erzeugende Quelle." Mit anderen Worten: Fördere die I-B-A-Bewusstheit.

 

"ICH bin es, der in mir aktiv ist."

"DU bist es, der in dir aktiv ist." 

 

IBANETIK ist meine Liebesbotschaft für diejenigen, die sich selbst suchen und vielleicht bislang noch nicht finden konnten. Oje, Selbstkorrektur: Ob IBANETIK eine solche Liebesbotschaft IST, weiß ich natürlich nicht. Alles, was ich wirklich weiß, ist, dass ich sie so empfinde und so verstanden wissen möchte. Let's go ...