Kap. 10: Welt-Ethos: Der schöpferische Imperativ?


Der Diamant-Impuls: Schöpferisch statt kategorisch denken

"Fördere erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen.

Vermeide alles, was erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen verhindert, einengt oder mindert." 

 

Ich habe lange versucht, die vielen neuen Einsichten und Erfahrungen aus meinen beiden AKEs zu ordnen, zu kategorisieren, einen verbindenden Sinn und vor allem ein "Wozu das alles?" entdecken zu können. Doch natürlich "entdeckte" ich diesen Sinn und dieses Wozu nicht einfach in mir - ich formte beides, ich erschuf beides. Mir ist vollkommen klar, dass ich hier keine "wahrgenommene" Wahrheiten mitteile, sondern meine Konstruktionen. Ich gebe nicht weiter, was mir ein "göttliches Wesen" einflüsterte und ich bin auch kein "Sprachrohr" für die Stimme irgendeines "höheren Wesens". Hier spreche nur ich, der ich versuche, aus dem Reichtum meiner Erlebnisse und Erfahrungen eine Botschaft zu destillieren. Diese Botschaft ist, wie alles, was schöpferische Wesen mitteilen können, ein Konstrukt. Deshalb, noch einmal und immer wieder: "Erzeugung geht vor Wahrheit" - versuche bitte, diesen Merksatz auch auf mich und IBANETIK anzuwenden. Mache dir immer wieder bewusst, dass du hier keine "Wahrheit", sondern eine "erzeugte Wahrheit" vor Augen hast.

 

Und damit bin ich schon mitten drin im Thema dieses letzten Kapitels. Wozu das alles? Ich hoffe, dass ich mit meiner Botschaft einen erkennbaren "schöpferischen Impuls" mitteilen konnte. Ich habe versucht, fast jedes Kapitel mit der Überschrift "Erzeugung geht vor ..." beginnen zu lassen, um diesen Impuls sichtbar zu machen. Ich durfte mich als schöpferisches, kreatives, erzeugendes Wesen bemerken und ich glaube, dass dies unser aller Natur ist. Wir erzeugen - und wir tun dies aus verschiedenen Graden der Bewusstheit heraus: Der eine ist sich dessen sehr bewusst, der andere in keinster Weise. Ich selbst kann mein bisheriges irdisches Leben entlang dieser Richtung sortieren: Ich startete IBA-unbewusst und veränderte mich hin zu einer erkennbaren ICH-BIN-AKTIV-ERZEUGEND-Bewusstheit. Und je länger ich dieses Konstrukt meiner eigenen Entwicklung überprüfte, desto mehr konnte ich es auch bei anderen Menschen sehen (typisch für die Sicht durch eine geistige Konstruktion hindurch). Obwohl mir also meine selbst-erzeugte Konstruktion bewusst ist, glaube ich, eine allgemein wirkende Richtung oder Entwicklung konstruiert und mitgeteilt zu haben.

 

Ich glaube dies, weil die wesentlichen Erfahrungen, die mich zu diesem Konstrukt führten, keine irdischen Erfahrungen waren. Was ich im Diamanten erleben durfte (und leider nur noch partiell erinnere), waren Eindrücke (mir wurde etwas "eingedrückt"), die aus einer anderen Dimension kamen. Wozu das alles? Sollte das nur mir gelten? Sollte ich schweigen oder sollte ich berichten? Nun, das Ergebnis ist bekannt, ich habe begonnen zu berichten: "Du könntest eine geistige Wesenheit sein. Deine Bewusstheit könnte nicht nur wahrnehmende, sondern auch schöpferische Fähigkeiten haben. Du könntest ein ICH sein, welches seine Ichs erschafft. Deine Gedanken und Gefühle könnten auf deinen Körper wirken. Gemeinsam könnten wir Wirkendes erschaffen, Wirklichkeit." 

 

Diese Grundbotschaft folgt einem "schöpferischen Imperativ". Sie folgt nicht einer speziellen moralischen oder ethischen Kategorie. Sie folgt auch nicht - wie es etwa Hegel und Kant betonten - der "Vernunft". Ich könnte auch an dieser Stelle sagen: "Erzeugung geht vor Vernunft" (lacht), um zu verdeutlichen, dass auch das, was wir als "Vernunft" oder "Verstand" bezeichnen, eine geistige Konstruktion ist. Ich folgere daraus unter anderem, dass auch die Unvernünftigen und Unverständigen ihren Wert und ihre Würde besitzen, denn auch sie sind schöpferische Wesenheiten. Die Welt "vernünftig" sehen zu wollen, vermittelt uns eine durch die Brille einer konstruierten Vernunft wahrgenommene Welt - nicht DIE Welt. Auch unvernünftige Sichten sind wertvoll. 

 

Der mir mitgeteilte "Diamant-Impuls", dass ich ein schöpferisches Wesen bin, wirkt seit diesen Erfahrungen wie ein Imperativ, wie ein "Befehl" in mir: "Sei schöpferisch. Erzeuge. Tue dies bewusst." Deshalb ist IBANETIK meine Botschaft von der "bewussten Erzeugung", von einer wesenhaften geistigen Aktivität, die in uns allen lebendig ist, wie ich zutiefst glaube. Dieser Impuls veränderte nicht nur mich, sondern natürlich auch meine Weltsicht: Ich hörte auf, nach "Kategorien" zu suchen, nach dem richtigen Ideal, der höchsten Wahrheit, dem sinnvollsten Sinn, der besten Religion oder der schönsten Philosophie. Ich dachte nicht mehr "kategorisch" - ich dachte "schöpferisch". In meiner Selbst-Bewusstheit wurden meine erzeugenden Akte immer sichtbarer. Ich wurde gelassener, "tiefen-entspannt", wie die Teilnehmer meiner IBA-Gruppe sagen, und natürlich sehe ich auch meinem irdischen Ende mit Vorfreude entgegen. Ich freue mich schon jetzt darauf, meinen Körper ablegen und in anderen Welten weiter schöpferisch aktiv sein zu dürfen.   

 

Vor aller Moral: Nicht Bewusstheit fördern, sondern erzeugende ICH-Bewusstheit

Viele Menschen weltweit versuchen, ihr Bewusstsein zu "transzendieren", zu erweitern, zu verfeinern. Zumeist ist damit das Bemühen um eine veränderte Wahrnehmung gemeint. Sie wollen mehr sehen, mehr verstehen, feiner und genauer und komplexer wahrnehmen. Vielleicht ist es Haarspalterei, wenn ich hier sage, dass diese angestrebte Erweiterung des "wahrnehmenden" Bewusstseins zumeist mit einer bestimmten Blickrichtung versehen wird: nämlich nach außen, weg vom Wahrnehmenden. "Gott sehen können" heißt in dieser Vorstellung immer auch, "Gott außerhalb von mir sehen zu können". Mit IBA möchte ich diese "wahrnehmende Blickrichtung" ergänzen und sagen: "Wir können auch auf uns blicken." Dann entdecken wir, dass wir nicht nur wahrnehmende Wesen sind, sondern hochaktive, schöpferische Wesen. Wir entdecken unsere Eigenaktivität. Wir blicken auf uns, nicht auf "Gott". Seltsamerweise zeigt sich dann aber etwas "Göttliches", wie ich noch zeigen möchte.

 

Mein "Blick nach innen", meine außerkörperliche Selbstwahrnehmung als schöpferisches Wesen, offenbarte mir "ICH bin die Quelle aller meiner Erzeugnisse" und ich wusste sofort, dass ich wesentlich "Quelle" bin, nicht aber "Erzeugnis": "ICH bin nicht meine Gedanken, nicht meine Gefühle, nicht mein Körper. ICH bin die erzeugende Quelle". Der vom Diamant ausgehende Impuls "Sei schöpferisch. Erzeuge. Tue dies bewusst." führte in Kombination mit meiner Selbstwahrnehmung als "erzeugende Quelle" zu einem einfachen Gedanken: "Fördere erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen. Vermeide alles, was erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen verhindert, einengt oder mindert". Es ist dieser Gedanke, den ich hier als "schöpferischen Imperativ" ausspreche und von dem ich glaube, dass er eine weitreichende und vielleicht sogar universelle Anwendbarkeit haben könnte. 

 

Dieser schöpferische Imperativ ist nicht an ein spezielles Konstrukt gebunden. Er ist nicht abgeleitet aus einer schon erzeugten Vorstellung vom "guten Verhalten". Er ist "quellengebunden"; er deutet auf das erzeugende Wesen, bevor es irgendein Konstrukt erzeugt hat. Und damit ist er kein moralisches Gebot und keine bevorzugte Verhaltensnorm im engeren Sinne. Dieser Imperativ spricht das schöpferische Sein an, nicht das konstruierte Sollen.

 

Dagegen ist etwa "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ein wunderschönes Gebot, eine echte Orientierung - doch zugleich auch eine Regel, die schon an ein bestimmtes Konstrukt gebunden ist, nämlich an eine bestimmte Vorstellung von Selbstliebe: Was ist, wenn ich mich selbst nicht lieben kann? Wie werde ich den Nächsten dann lieben? Was ist, wenn ich mich nur "im beruflichen Erfolg" lieben kann? Liebe ich dann nur die beruflich Erfolgreichen - und die vielen Erfolglosen nicht? Eine andere konstrukt-gebundene Regel besagt: "Was du nicht willst, das man dir tut, dass füge auch keinem anderen zu". Auch diese Regel ist gedacht als helfende Orientierung, ist ein uns ausrichtendes Gebot - doch sie ist gebunden an einen schon erzeugten Nicht-Willen. Jemand, der etwa schon konstruiert hat: "Ich möchte nicht kritisiert werden", könnte daraus folgern: "Deshalb kritisiere ich auch andere nicht". Konstruiert wurde in diesem Falle "Kritik ist schlecht für mich" - doch eine solche Konstruktion bedeutet dann auch, dass der helfende Wert von Kritik nicht gefördert werden wird. Ein anderes Wesen könnte konstruieren: "Kritik ist gut und insbesondere konstruktiv vorgetragene Kritik" und nach der moralischen Regel dann folgern: "Da ich nicht destruktiv kritisiert werden will, will ich andere auch nicht destruktiv kritisieren." Die Anwendung dieser konstrukt-gebundenen Regel würde also zu zwei sehr verschiedenen Verhaltensweisen führen: Der eine würde gar nicht kritisieren wollen, der andere würde nur destruktiv nicht kritisieren wollen - und beide könnten sich auf die gleiche moralische Regel berufen. Deshalb glaube ich, dass der schöpferische Imperativ "vor aller Moral" ist, vor allen Konstrukten, er spricht keine speziellen Erzeugnisse an, sondern die Quelle selbst, das schöpferische Wesen. Er ist dadurch "weniger eng", weiter, offener und ermöglicht so die Verwirklichung eines sehr viel breiteren und bunteren Verhaltensspektrums.  

 

Die Mitteilung "Fördere erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen. Vermeide alles, was erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen verhindert, einengt oder mindert"  ist natürlich auch eine Konstruktion, doch sie fordert kein bestimmtes Verhalten, keine bestimmte Moral, sondern eine bestimmte Bewusstheit (!) über das eigene Wesen. Um diese bestimmte Bewusstheit fördern zu können, ist nur die Blickrichtung "nach innen" erforderlich und die Selbsterkenntnis als "erzeugende Quelle". Und was das konkrete menschliche Verhalten betrifft, so scheint es mir fast so, als ob ich ausrufen wollte: "Tue, was immer du willst, in welcher Situation auch immer, doch tue, was du tust, immer aus der Bewusstheit heraus, dass du dein Tun erzeugst. Und genau das teile anderen immer wieder mit, damit auch sie zu dieser erzeugenden Bewusstheit finden." So etwa. Ein spezielles moralisches Verhaltensgebot kann ich dabei nicht unmittelbar ablesen. Ich sage nicht: "Liebe" oder "vergebe" oder "sei freundlich". Denn ich würde mit diesem schöpferischen Imperativ ja auch sagen können: "Sei wütend" oder "hasse" oder "sei unfreundlich" oder "sei ängstlich" - doch erzeuge diese Zustände oder Verhaltensweisen BEWUSST. Anders ausgedrückt: Ich bevorzuge hier keine spezielle moralische "Verhaltens-Farbe" aus dem Regenbogen, sondern will die innere Regenbogen-Fülle insgesamt ermöglichen - durch bewusste Erzeugung.  

 

Jetzt kommt der für mich schwierigste Teil, weil er extrem "subtil" ist. Jetzt kommen "die Gottheit" und "das bewusste Wesen". Jetzt kommt ein "göttliches Ethos". Jetzt wird es schwer für mich, die passenden Worte zu finden.  

 

Gutheit vor Erzeugung: Liegt im Wesen ein göttliches Ethos?

Vielleicht hilft mir an dieser Stelle, was ich in meiner Botschaft immer empfohlen habe: "Nutze ich-aktive Sprache." Dann mache ich das jetzt mal und formuliere die Überschrift zu diesem Absatz neu: "Liegt in mir ein göttliches Ethos?" Konzentriere dich, Carsten, erinnere dich an dich innerhalb des Diamanten. Sprich nur von dir. Was war da in dir? "Okay, ich habe MICH bemerkt". Wie hast du dich bemerkt? "Zutiefst "gut"." Woher kommt dieses Gute? "Keine Ahnung, war schon da, in mir." Wurde dir dieses Gute gegeben? "Könnte sein, ja." Wer oder was hat dir dieses Gute gegeben? Flüsternd: "Gott".

 

Was ich sagen will: Ich habe mich wesenhaft, als geistiges Wesen, als zutiefst durchdrungen von "Gutheit" (was immer das auch sein soll) bemerkt - und war nicht im Geringsten irritiert darüber. Und weil ich außerkörperlich auch dieses unfassbare schöpferische Miteinander erleben durfte, dachte ich augenblicklich: "Wir sind alle gut. Alle sind und alles ist ... gut." Vielleicht ist "Gutheit" nicht das passende Wort, vielleicht trifft es auch "Schönheit" ("Wahrheit" sowieso) - doch wichtiger als das passende Wort ist mir, dass ich nicht von einer speziellen Tat, einem bestimmten Verhalten, einer Aktion oder einem geistigen Erzeugnis spreche, wenn ich "gut" sage, sondern VOM WESEN. Der "Stoff", aus dem ich gewebt war, war einfach "gut". Noch bevor ich überhaupt irgendetwas erschaffe, bin ich "gut". Und du auch. Wesenhaft "gut".

 

Ich bin fähig, gute Gedanken zu erschaffen, gute Taten zu tun, gute Erzeugnisse zu erzeugen - doch was ich hier meine, soll bedeuten: "Gutheit ist vor aller Erzeugung". Diese wesenhafte Gutheit habe nicht ich konstruiert, sie ist kein Erzeugnis von mir. Sie ist eine Qualität der Quelle. Sie ist der Geschmack des inneren Wassers, des Lebens. Sie wurde mir gegeben. Von wem oder was? Von der erzeugenden Quelle, die MICH erschaffen hat - und diese QUELLE aller Quellen nenne ich "die Gottheit". Ich schaute nicht nach außen, um "Gott" irgendwo agieren zu sehen, leuchtend, strahlend, was auch immer. Ich schaute nach innen, bemerkte mein Wesen - und dort fand ich die Gottheit. In der meinem Wesen eingewobenen "Gutheit".

 

Der goldgelbe Diamant war nicht diese Gottheit, sondern selbst eine Schöpfung, für mich ein göttliches Konstrukt, wahrlich erstaunlich genug. Ich kann nicht anders, als von dieser "inneren Göttlichkeitsempfindung" zu sprechen. Später, als ich nach der Erfahrung mich und meine Gedanken sortierte, kam mir auch noch die Idee, dass ich mein Wesen nicht nur als zutiefst "gut" bemerkte, sondern eben auch als "schöpferisch". Seit dem bin ich felsenfest davon überzeugt, dass beide "Gaben" göttliche Geschenke sind, unser aller Wesen untrennbar eingewoben: Gutheit und Schöpferkraft. Aber auch zusätzlich noch "Wahrnehmung" und "Bewusstheit". Und das ist, was ich dauernd sehe, wenn ich dich sehe: Deine wesenhafte Gutheit, deine wesenhafte Schöpferkraft, deine wesenhafte Wahrnehmungsfähigkeit, deine wesenhafte Selbst-Bewusstheit.

 

Ich glaube, diese Gottheit erschafft alles (!), was sie erschaffen kann, mit einer "Gesinnung", einer "göttlichen Gewohnheit", einem göttlichen Ethos: Sie erschafft immer "gut", immer schöpferisch, wahrnehmend und bewusst. So war auch der Diamant. Ich glaube, die Gottheit kann vielleicht gar nicht anders. Wenn sie mit diesem göttlichen Ethos oder dieser Gewohnheit erschafft, dann gibt sie SICH SELBST weiter, an alle Schöpfungen. So kommt es, dass auch ich erzeugen kann. Und du auch.  

 

Überall Wesen, Gutheit, göttliches Ethos - und Leid?

Und so kommt es auch, dass ICH meine Herkunft mit dieser mir ansonsten unbekannten Gottheit begründe. So kommt es, dass ICH mein Wesen als gut, schöpferisch, wahrnehmend und bewusst bezeichne. So kommt es, dass ICH auch dich und alle anderen "Menschen" so sehe: als göttliche Wesenheiten, weniger als irdische Menschen. Und so kommt es auch, dass ich mich dann fragte: "Doch weshalb ist dann so viel Leid, so viel Schlechtes, so viel Gewalt, so viel Gegeneinander in der Menschen-Welt?"

 

Die Antwort, die ich konstruierte, wollte ich mit IBANETIK ausdrücken. Ich fand "unbewusste Erzeugung" als universellen Grund. Nicht Unbewusstheit über dies oder das, sondern Unbewusstheit über das eigene schöpferische Wesen. Diese Unbewusstheit führt dazu, wie ich zeigte, dass Menschen an äußere Verursacher glauben, wenn es um ihre Innerlichkeit, ihre Gedanken und Gefühle geht. Die moderne Fassung dieses Glaubens ist eine neuro-biologische und lautet: "Das Gehirn macht mit dir ..." Wenn ich aus dieser Unbewusstheit heraus in der Welt aktiv bin, muss (!) ich zwangsläufig nach äußeren "Schuldigen" für meine schlechten Gefühle und auch Taten suchen. Der Chef ist schuld, der Nachbar, die Gesellschaft, die Umstände, böse Geister, höhere Mächte, frühere Leben, die Erbsünde, das Karma ... - nur ich nicht. Ach, und mein Kind-Ich lebt ja auch noch in mir weiter und treibt sein Unwesen in mir. Und wie gut, dass da auch noch die Ausländer, die Fremden, die Schwarzen, die Reichen, die Mächtigen, die Frauen, die Männer und die Wissenschaftler sind: Irgendein "Treffer" wird schon dabei sein, wenn ich nur immer wieder nach außen deute. Wegen dieser weltweit verbreiteten (und leider auch verfestigten) IBA-Unbewusstheit erzeuge ich Sorge in mir.

 

Menschen streiten deshalb, konkurrieren nicht spielerisch und wetteifernd, sondern existenzbedrohend gegeneinander, werden gewalttätig in Sprache und Verhalten, streben nach Dominanz über andere, wollen sich nicht nur "machend", sondern "mächtig" erleben, lassen ihre selbst-erzeugten miesen Gefühle an ihren Kindern aus, kategorisieren Menschen "wissenschaftlich" nach allen denkbaren Kriterien, beleidigen einander statt zu kooperieren, verstehen einander nicht, gehen auseinander, schimpfen und rächen sich. Menschliche Unbewusstheit ÜBER SICH SELBST verantwortet nicht alles Leid in dieser Welt, doch überragend viel davon. Wenn ein Vulkan ausbricht und menschliches Leben auslöscht, ist das kein durch menschliche Unbewusstheit verursachtes Ereignis. Auch der technisch bedingte Flugzeugabsturz mit 200 Toten fällt nicht in diese Kategorie. Doch das meiste Leid ist menschen-gemacht - und ich habe gute Gründe um zu sagen, dass es aus Unbewusstheit über die eigene erzeugende ICH-Aktivität heraus gemacht ist.

 

Ich formuliere meine urteilende Sicht nicht als Vorwurf an die Menschheit, sondern als hoffentlich helfende Beschreibung. Wir werden schließlich alle - ohne jede Ausnahme - mit dieser Unbewusstheit geboren. Wäre es nicht einen globalen Versuch wert, diese Unbewusstheit so schnell wie möglich zu verringern? Könnten wir nicht schon in unseren Schulen den Kindern eine andere Geschichte erzählen? Und an den Universitäten? Ich halte das nicht nur für möglich, sondern für dringend geboten.   

 

Das große Vergessen und die innere Bremse

Unbewusstheit - gleich worüber - wird ja auch oft als "Nicht-Wissen" oder als "Vergessen" beschrieben. Ich bevorzuge hier, in diesem spirituellen Kontext, den Begriff des "Vergessens". Ich glaube erkannt zu haben, dass jeder Mensch BEWUSST und absichtlich als geistige Wesenheit beschlossen hat, etwas von sich "vergessen" zu wollen ab dem Moment des Eintritts in die irdische Dimension. Ich glaube, dass die irdische Unbewusstheit eine bewusste geistige Konstruktion ist, absichtsvoll durchgeführt von uns selbst. Nicht von uns irdischen Menschen ("Ich"), sondern von uns als geistige Wesenheiten ("ICH"). Dieser "Beschluss zum Vergessen" scheint mir durch Zustimmung zu erfolgen, weniger oder kaum durch eigene Detail-Planung. Als geistige Wesenheiten stimmen wir dem Vorgang des Vergessens zu, wir wissen vorgeburtlich, dass er passieren wird - doch wir wissen vermutlich nicht, wie viel und was wir vergessen werden. Insofern gleicht die irdische Geburt einem Sprung hinein in ein gewolltes "Land der Überraschungen". Ich glaube dies, weil ich erstens selbst eine solche Vergessens-Erfahrung nach meinen AKEs machte, weil ich zweitens aus vielen NTE-Berichten ähnliche Erfahrungen kenne und weil drittens einige Kinder (zu sehen u. a. auf Youtube) locker und unbefangen ihren Müttern erzählen, dass sie (die Kinder) ihre Eltern (und damit viele weitere Startbedingungen) doch selbst ausgewählt hätten.   

 

Es könnte tatsächlich so sein, dass wir alle dem Vergessen zugestimmt haben (zustimmen mussten), um den abenteuerlichen Sprung hinein in die irdische Dimension machen zu können. Daraus würde folgen, dass wir alle unbewusst über uns selbst und über vieles andere geboren werden wollten. Doch wozu? Nun, wenn wir jetzt noch hinzufügen, wie auch Natalie nach ihrer NTE sagte, "jede Erfahrung ist wertvoll", dann liegt vielleicht hier eine mögliche spirituelle Antwort auf das Wozu verborgen: Vielleicht machen wir tiefere und intensivere Selbsterfahrungen, wenn wir "unbewusst" agieren - und werden dadurch auch erst für andere Wesen zu einer entsprechend intensiven Erfahrung.  

 

Einige der von mir hier beschriebenen Beobachtungen scheinen diese Vermutung zu bestätigen: Tatsächlich lässt die Intensität von etwa Wut oder Trauer nach, wenn ich sie bewusst erzeuge - während unbewusst erlebte Wut bzw. Trauer extrem wirkend sein kann. "Bewusste Erzeugung dämpft", könnte ich auch sagen, das hört sich aber irgendwie "vernebelt" an, nicht "gut". Deshalb ziehe ich eine andere Formulierung vor: "Bewusste Erzeugung bringt deine wesenhafte Gutheit hervor." Und dann wird aus bewusst erzeugter Wut eben diese "freudige Wut", wie ich es nannte, diese "gute Wut". Dann werden aus allen (!) bewusst erzeugten Verhaltensweisen "gute" Verhaltensweisen, unvermeidbar, quasi "automatisch". Warum? Weil die eingewobene "Gutheit" des erzeugenden Wesens gar nicht anders kann, als "gute" Erzeugnisse zu erschaffen - wenn dies BEWUSST geschieht. Wenn es stimmt, wie ich hier sage, dass IBA-Bewusstheit unsere wesenseigene Gutheit stärker "leuchten" lässt, dann wird zugleich mit dieser Gutheit eine "innere Bremse" aktiviert, eine innere Sperre gegen "schlechte Erzeugnisse". Ein erstaunlicher Vorgang, nicht wahr? Ich habe ihn immer wieder überprüft, an mir selbst und gemeinsam mit den fortgeschrittenen Teilnehmern meiner IBA-Gruppe und wir sind uns sicher: Was dann innerlich "auftaucht", ist nicht ein "Ich will das nicht erzeugen", sondern eher ein "Ich kann das nicht mehr erzeugen. Es geht nicht mehr". Es fühlt sich so an, als würde dir dein eigenes Wesen eine unüberwindliche Barriere sein, genauer: die eingewobene Gutheit deines Wesens. Und bewusstes Erzeugen bringt sie ans Licht - unbewusstes Erzeugen dagegen nicht oder nur "gedämpft", teilweise, schwächer. Je unbewusster wir erzeugen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Erzeugnisse zwar als "nicht gut" empfinden, sie aber dennoch tun. Die "innere Bremse" wirkt dann noch nicht so stark. - Macht das alles Sinn? Für mich ja, sehr viel sogar. 

 

Wozu das alles? Über die erzeugende ICH-Bewusstheit hin zum Gottvertrauen

Bleibt noch eine Frage: Wozu soll die Wesenheit hier auf Erden überhaupt Selbsterfahrungen machen? Wozu Teile von sich selbst "vergessen"? Was soll das bringen? Wozu haben wir dem zugestimmt? Würden wir uns nicht auch ohne Vergessen selbst erfahren? Könnten wir uns nicht alle in den speziellen irdischen Bedingungen (Raum, Zeit, Materie, Körper) auch erfahren, wenn wir "voll bewusst" wären, wenn wir nichts von uns selbst vergessen hätten? Warum aber ist es nicht so? Wozu werden wir alle relativ unbewusst ÜBER UNS SELBST geboren? Was ist das Ziel, der Zweck, die Absicht? Die mögliche Antwort muss ganz eindeutig etwas mit der Entwicklung des Wesens zu tun haben (nicht des irdischen Menschen). Was könnte es bedeuten, wenn eine geistige Wesenheit sich durch Selbsterfahrungen "entwickelt", verändert? Wozu diese Veränderung?

 

Ich wusste es nicht, ich hatte keine Ahnung. Für uns Menschen können wir uns verschiedene Entwicklungsziele und -richtungen vorstellen, sie konstruieren und anwenden. Doch für geistige Wesenheiten? Bei uns Menschen kann ich sagen: "Er möge fitter, intelligenter, mitfühlender oder bewusster werden" - doch bei einer Wesenheit? Was hat eine Wesenheit davon, sich selbst wirkend, mithin schöpferisch, und ko-schöpferisch in Gemeinschaft mit vielen, vielen anderen Wesenheiten, zu erfahren? Was hatte ICH davon?   

Anfänglich musste ich passen. Ich hatte jede Faser meines inneren Wesens abgesucht, doch ich fand einfach keine stimmige Antwort. Was die Gottheit sich dabei gedacht hat, wusste ich nicht. Doch dann blickte ich auf mein Nicht-Wissen. Ich meine damit nicht mein irdisches Nicht-Wissen, sondern jenes, was ich als ICH-Wesenheit bemerkte. Und dort fand ich sie, meine Antwort, "versteckt" im Nicht-Wissen. Denn: Was tue ich, wenn ich irgendwo irgendetwas nicht weiß, über mich, über andere? Ich versuche zu vertrauen. Auf dich, auf mich, auf dies und jenes. Füllt "Vertrauen" die Lücke zwischen Wissen und Nicht-Wissen? Ich habe diesen Gedanken geprüft und mich an mein außerkörperliches Sein als "ICH" erinnert, im Diamanten, mit dieser neuen, klaren Selbsterfahrung als schöpferische geistige Wesenheit: Vertraute ICH dort, als ich dieses sehr viel bewusstere Wesen war? Oh ja, und zwar sehr schnell, eigentlich schon, als ich den Diamanten noch auf dem Bett liegend an der Zimmerdecke bemerkte: Keine Angst. Und innerhalb des Diamanten vertraute ich-als-ICH noch stärker: Keine Ahnung, was jetzt hier mit mir passieren wird, doch ich freute mich darauf, ich vertraute. Kein Wissen, dafür Vertrauen.

 

Vertrauen in einen anderen Menschen (oder in ein von Menschen konstruiertes Artefakt wie etwa ein Flugzeug) hat immer und überall, wie ich glaube, eine selbst-bezügliche Ursache: Wenn ich dir vertraue, vertraue ich damit zugleich meinem Vertrauen in dich. Wer der Maschine vertraut, vertraut seinem Vertrauen in die Maschine. Vertrauen ist vor allem Selbst-Vertrauen. Anders formuliert: Wer sich selbst nicht vertraut, vertraut wohl auch keinem anderen und keiner Maschine. ICH vertraute als geistige Wesenheit dem Diamanten, meinem außerkörperlichen Zustand, meiner erweiterten Bewusstheit, den unbekannten noch kommenden Ereignissen, kurz: dem ganzen Prozess, meiner aktuellen Wirklichkeit - und damit MIR. Neben den vielen Selbsterfahrungen als schöpferische Wesenheit ist mir dieses völlig angstfreie Vertrauen noch gut in Erinnerung. MICH SELBST dermaßen vertrauend zu erleben, war und ist prägend. Fast denke ich heute, dass diese Vertrauenserfahrung die wichtigste Erfahrung als Wesenheit gewesen ist. Wozu also nun meine irdische Erfahrung? Damit ICH als Wesenheit durch Selbstvertrauen "wachsen" kann? Ich halte dies tatsächlich für möglich. Wie oft höre ich mich heute denken und sagen: "Alles gut. Mach das mal. Wird schon nichts passieren. Lass die mal machen ..." Oder, wie der Frankfurter zu sagen pflegt: "Ebbes is immä fä Ebbes guud." - "Irgendetwas ist immer für irgendetwas gut." 

 

Bitte beachte: Wenn das "irdische Vergessen" und unsere anfängliche Unbewusstheit uns zu intensiveren Selbsterfahrungen führen, damit das Wesen "vertrauen lernt" (die mögliche Antwort auf die Wozu-Frage), dann müsste die anfängliche Unbewusstheit uns anfänglich auch zu intensiveren Erfahrungen von "Misstrauen" führen. Wir müssten anfänglich dann ängstlicher und misstrauischer und vorsichtiger agieren als später im Leben, wenn die Unbewusstheit sich ein wenig verändert hat. Ich glaube, die meisten Menschen würden das bestätigen, oder? Dieses anfänglich aus Unbewusstheit geborene Misstrauen (vertraut wird anfänglich zumeist nur der eigenen Familie) kann sich dann allmählich verwandeln in ein größeres Vertrauen: in die eigenen Fähigkeiten, in das eigene Wissen, in die eigene Identität, in die soziale Zugehörigkeit, in funktionierende Artefakte usw. Und - bei weiter wachsender Selbst-Bewusstheit - irgendwann vielleicht auch in das eigene schöpferische Wesen ("IBA-Bewusstheit"). Diese Entwicklung von IBA-unbewusst zu IBA-bewusst wäre dann zugleich eine Entwicklung von anfänglich reduziertem Selbstvertrauen (= größeres Misstrauen) hin zu größerem Selbstvertrauen (= weniger Misstrauen).

 

Sollte das der eigentliche Sinn der ganzen irdischen Übung sein - für die Wesenheit? Sind wir alle hier, um immer mehr Selbstvertrauen zu entwickeln? Um uns als vertrauende Wesen zu erfahren? Um die eigene Vertrauensfähigkeit in speziellen Bedingungen zu erleben? Mein Nicht-Wissen ist Millionen Mal größer als mein Wissen und ich erlebe tatsächlich täglich eine "Übung in Selbstvertrauen". Tatsächlich ist mit meiner Entwicklung hin zu einer größeren IBA-Bewusstheit aber nicht nur mein Selbstvertrauen, sondern zugleich auch mein Gottvertrauen größer geworden. "Vertraue auf dich, dann vertraust du auf Gott" heißt es irgendwo, doch für mich hat dieser Hinweis eher die Bedeutung von "Vertraue auf dein schöpferisches Wesen, vertraue deinen bewussten Erzeugungen, dann vertraust du auch auf Gott". Im Diamanten vertraute ICH auf meine Vertrauensfähigkeit. ICH vertraute MIR und allem anderen in mir und um mich herum.

 

In diesem Sinne ist mein schöpferischer Imperativ: "Fördere erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen. Vermeide alles, was erzeugende Bewusstheit bei dir und anderen verhindert, einengt oder mindert" ein Aufruf nicht nur zum wesenhaften Selbstvertrauen, sondern auch zum Gottvertrauen. Als ob die Gottheit ihren eigenen Schöpfungen und damit Allem-Was-Ist liebevoll zurufen wollte: "Vertraut mir. Ich bin in euch. Fördert eure schöpferische Selbstbewusstheit und ihr werdet mich finden und mir vertrauen." Damit lebe ich seit meinen außerkörperlichen Erfahrungen. Mit dieser "eingebrannten" Spur, dieser göttlichen Rille in meinem Wesen. ICH wachse durch Gottvertrauen. Das ist mein "wozu bin ICH hier".

 

Eine letzte, abschließende Bemerkung sei mir gestattet: Wenn ich mich in einem mehr als kühnen Akt in die Lage dieser schöpferischen Gottheit versetze, würde ich vermuten, dass diese Gottheit SICH SELBST VERTRAUT. Wobei? Bei ihrer unfassbaren Kreativität, ihren unzählbaren lebendigen Schöpfungen. Sie vertraut ihrem "guten" Wirken so sehr, dass sie ihren eigenen Schöpfungen erlaubt, ihrerseits schöpferisch zu agieren und zu interagieren. Ist es nicht so, dass wir dieses Vertrauen "Liebe" nennen, oder? Wie liebende Eltern, die ihre Kinder in ihre eigene Freiheit "entlassen" und - egal, was sie dann erzeugen - bedingungslos zu ihnen stehen? Ich glaube, es ist so. Dieses Vertrauen wäre dann nicht "blind" - es könnte göttlich sein. 

 

*****

 

Das war IBANETIK, meine Botschaft vom geistigen ICH, das sich selbst nicht nur aktiv als wahrnehmend und erzeugend bemerken kann, sondern auch als ein göttliches Geschöpf, welches sich selbst und der Gottheit unbedingt vertrauen darf und in jedem Moment vertrauen soll. Denn ich hörte den Diamanten zu mir sagen: "ICH BIN GUT, du bist es auch, und alles, was passiert, ist gut. Vertraue MIR."  

 

Mit aufrichtigem Dank für dein Interesse

 

ICH-als-Carsten-Rachow